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Die Grassauer Mittelschule nach und nach weiterentwickeln

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Grassau. Eine gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde sei ihm sehr wichtig, betonte der neue Schulleiter Johannes Zeitel in der jüngsten Marktgemeinderatssitzung. Er warb zudem für das Modell Mittelschule, die eine berufsorientierte Alternative zu den weiterführenden Schulen ist.


Ihm sei es ein Anliegen, Schule nicht als Insel zu wissen, sondern verankert in der Gemeinde, betonte der 43-jährige Vater dreier Kinder, der in Hufschlag wohnt. Er ist gebürtiger Grassauer, dann aber im bayrischen Wald aufgewachsen. Dennoch sei der Chiemgau für ihn Heimat. Auch stelle die Mittelschule für ihn eine Herausforderung dar. Vor allem die Kombination aus Leitungsaufgabe und Unterricht gefalle ihm. Drei Jahre leitete er die Grundschule in Vachendorf; zuvor war er sieben Jahre Konrektor in Siegsdorf, einer Schule, die in Größe und Struktur der Grassauer vergleichbar sei.

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Zeitel: »Das Schulklima stimmt«

Zur Grassauer Schule meinte er, sie habe einen guten Ruf und auch das Schulklima stimme. Er hob das engagierte Kollegium hervor sowie die gute Ausstattung der Schule in den Bereichen Informatik, Technik und Schulküche. Als Besonderheit bezeichnete er die »ungewöhnlich« hohe Konkurrenz mit vielen Schulen in unmittelbarer Umgebung, wie Realschule, Gymnasium, Heimvolksschule und Montessorischule. Diese Konkurrenz sei eine positive Herausforderung und biete die Möglichkeit, auf die Stärken hinzuweisen.

Ein Schwerpunkt der Grassauer Schule laute Inklusion, wobei früher in Förderschulen separierte Kinder nun ihren Platz in der Regelschule finden können. In Grassau habe man die Luxusausführung mit jeweils einer ersten und zweiten Klasse, die als Inklusionsklasse geführt werden. Zeitel hofft, dass dieses Modell auch in den kommenden Jahren weitergeführt werden könne.

Ein Drittel der Schüler besuche nach der vierten Klasse die Mittelschule. Zu den Stärken der Mittelschule zählen zum einen das Klassenlehrerprinzip und die Berufsorientierung. Zeitel sagte, dass keine andere Schule so gut auf Handwerks- oder Dienstleistungsberufe vorbereite und alle, die einen Ausbildungsplatz wollen, diesen auch bekommen. Zudem biete die Schule die Voraussetzungen, um das Fachabitur zu erwerben und später zu studieren. Viel Wert werde auch auf die Persönlichkeitsbildung gelegt. Er nannte, die Projekte »Schüler für Schüler« und »Lernpaten«.

Zudem verfüge die Mittelschule über eine Jugendsozialarbeiterin und könne als offene Ganztagsschule auch Betreuung über die offizielle Schulzeit hinaus anbieten. Natürlich zeichne sich Grassau auch durch den M-Zug aus, der den Abschluss der Mittleren Reife ermöglicht. Für die nächsten sechs Jahre sei der Bestand Mittelschule gesichert, so Zeitel. Grassau nehme auch viele Rückkehrer aus der Realschule und dem Gymnasium auf.

Zu seinen Zielen zähle er, verstärkt in die Öffentlichkeit zu gehen, um die Stärken der Schule besser zu zeigen. Zum anderen solle am Feuerschutz gearbeitet werden und eine stärkere Verknüpfung von Vereinen und Schule stattfinden. Ein Anliegen sei ihm auch die optische Aufwertung. So sei vor allem das Lehrerzimmer noch ein Überbleibsel aus den siebziger Jahren. Und auch die energetische Sanierung der Schule liege ihm am Herzen.

Neuer Anbau für die Ganztagsschule

Zum äußeren Erscheinungsbild der Schule fügte Bürgermeister Rudi Jantke an, dass das Schulgebäude durch die künstlerische Innengestaltung der Schüler wunderschön geworden sei. Die Gemeinde bemühe sich zudem im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten immer wieder zu investieren, Toiletten zu erneuern und auch Räume aufzuwerten. So werde für die Ganztagsschule auch ein neuer Anbau geschaffen. Jantke informierte zudem über das neue Sicherheitskonzept, wobei das Schließsystem an der Schule erneuert wird, um Unbefugten den Zutritt zu erschweren.

Zur energetischen Sanierung erklärte der Rathauschef, dass sich Grassau im Rahmen des Konjunkturpaketes II beworben habe, allerdings leer ausgegangen sei und die energetische Sanierung, die rund 1,7 Millionen Euro kosten würde, aus eigener Kraft nicht stemmen könne. Unverständlich sei, dass damals Schulen bedacht wurden, die heute leer stehen. Man warte und hoffe auf ein neues Förderprogramm, das die Gemeinde in die Lage versetze, die energetische Sanierung anzugehen. tb