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Die geheime Welt in unserem Boden

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Traunsteins Oberbürgermeister Christian Kegel (von links), Geschäftsführer Jürgen Sandner vom Landschaftspflegeverband Traunstein und Beate Rutkowski, Kreisvorsitzende des Bundes Naturschutz, staunen vor dem Modell einer Blinden Hornmilbe in der »Boden«-Ausstellung in der Alten Wache im Rathaus. (Foto: Effner)

Traunstein – Welches ist das stärkste Tier der Welt? Ein Elefant? Ein Nashorn? Weit gefehlt: Es ist die Blinde Hornmilbe. Das Spinnentier von unter einem Millimeter Größe kann das knapp 1200-fache des eigenen Körpergewichts halten. In entsprechender Vergrößerung ist das im Boden vorkommende Insekt eines der Schmuckstücke der in der Alten Wache im Rathaus eröffneten Ausstellung »Biodiversität in Traunstein«.


Diese beschäftigt sich mit dem Schwerpunktthema »Boden« und zeigt bis 24. Juli Informationstafeln, kunstvolle Exponate, Schaukästen, ein Quizspiel, Experimentierstationen und viel Wissenswertes rund um eine unserer zentralen Lebensgrundlagen. Geöffnet ist täglich von 10 bis 16 Uhr.

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Auf den ersten Blick »uncool« ...

Die Ausstellung »Vielfalt des Lebens am Boden« über Formen und Funktionen des Bodens sowie die unendliche Vielfalt der darin verborgenen Lebewesen ist Teil der von der Kreisgruppe Traunstein des Bund Naturschutz zusammen mit der Stadt Traunstein organisierten Wochen der Biodiversität. Bei der Eröffnung der Schau im Rathaus erklärte Oberbürgermeister Christian Kegel, dass die Aktionswochen einen informativen und unterhaltsamen Einblick in die Zusammenhänge der Natur geben und damit einen wichtigen Beitrag zur Umweltbildung beisteuerten. Ebenso heben sie die »Wichtigkeit der Naturschutzbelange in der Stadt Traunstein« hervor. Aktuelles Sinnbild dafür sei das geplante Renaturierungsvorhaben für die Moorlandschaft der Pechschnait, die im Rahmen einer Abendexkursion besucht werde. Beate Rutkowski, Kreisvorsitzende des Bundes Naturschutz, freute sich, dass die Wochen der Biodiversität bereits zum dritten Mal in Kooperation mit der Stadt Traunstein stattfinden konnten. Das Thema Boden wirke zwar auf den ersten Blick »uncool«, doch eröffne sich beim Blick unter die Oberfläche eine wahrhaft wunderbare Welt. Im Boden lebten weit mehr Lebewesen als auf der Erdoberfläche. Durch tatkräftige und kreative Mithilfe von Schülern des Annette-Kolb-Gymnasiums konnten mikroskopisch kleine und zum Teil skurril wirkende Bodenorganismen wie Hornmilbe, Saftkugler oder Rädertierchen im vergrößerten Modellnachbau begreifbar gemacht werden, so Rutkowski. Kunstvoll aus Pappe nachgeformt, erwartet die Besucher gar ein sechs Meter langer Riesenregenwurm. Dessen wertvolle Arbeit bei der Bodenumschichtung lässt sich im Verlauf der Ausstellung schrittweise in einem Schaukasten aus Plexiglas studieren.

Organismen in Moorböden

Ergänzende Info-Tafeln mit vielen Fotos erläutern unter anderem die Themen Bodenorganismen, Humus-Entstehung, Aufgaben des Waldbodens, spezielle Organismen in Moorböden, die Welt der Pilze, Bodenschutz und Landwirtschaft sowie Glyphosat und die Funktionsweise von Gartenkompost. Ein Tisch mit Info-Material bietet die Möglichkeit zur Themenvertiefung. Wie Rutkowski weiter informierte, haben sich bereits 14 Schulklassen für Führungen angemeldet.

Nähere Informationen zu den Veranstaltungen im Rahmen der Traunsteiner Wochen der Biodiversität gibt es im Internet auf der Homepage der  Stadt oder auf Faltblättern, die im Rathaus, in Geschäften und in der Tourist-Info ausliegen. eff

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