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»Die Freude ist groß«

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Waging am See. Nachträgliches Geburtstagsgeschenk für Bürgermeister Herbert Häusl und Freude auch bei den Kollegen der beteiligten Gemeinden: Das Gebiet Waginger See – Rupertiwinkel darf sich künftig »Öko-Modellregion« nennen. Die Mitteilung erreichte die Marktgemeinde Waging am See am gestrigen Mittwoch, einen Tag nach Häusls Geburtstag.


»Das ist ein sehr schönes Geburtstagsgeschenk«

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So meinte Häusl auch im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt: »Das ist ein sehr schönes Geburtstagsgeschenk. Ich freu sich wahnsinnig«. Denn es sei keineswegs klar gewesen, dass Waging den Zuschlag erhalten würde. Rudolf Riepl, Mitarbeiter des Instituts für ökologischen Landbau in Freising, informierte Häusl per Mail, dass die Bewerbung »den Ansprüchen der kritischen Jury gefallen hat und ihr Gemeindeverbund den Titel 'Staatlich anerkanntes Ökomodell' verleihen bekommen wird«. Die Urkunde werde Landwirtschaftsminister Manfred Brunner am 6. März überreichen.

Lange Vorgeschichte bis zur Auszeichnung

Bis zur Auszeichnung habe es eine lange Vorgeschichte gegeben. Die Diskussionen hätten sich durch die Gremien aller beteiligten Gemeinden gezogen. »Aber letztendlich haben wir doch zusammengefunden.« Jetzt gehe es darum, zu sehen, was man in absehbarer Zeit umsetzen könne, was die ersten Maßnahmen sein könnten. Zudem müsse ein Projektleiter eingestellt werden, für den es zwei Jahre lang einen Zuschuss von 75 Prozent der Personalkosten geben wird. Als nächstes werde wohl ein Treffen der beteiligten Bürgermeister geben, denen Häusl die Meldung zwar weitergeleitet, bis zum Nachmittag aber noch keinen gesprochen hatte.

Er sei »fast ein bisserl gerührt«, sagte Häusl, wenn er zurückdenke, wie das Ganze im September 2010 mit der Gründung des Seenbündnisses begonnen habe. Sicher »macht die Ökomodellregion nicht den See sauber«, aber sie sei ein wichtiger Anstoß zur Extensivierung. Gerade in einem Gebiet, das unter Phosphatfrachten leide, biete die Ökomodellregion eine gute Möglichkeit, dass es für den einen oder anderen Bauern, der vielleicht gerade seine weitere Zukunft plane, über Extensivierung eine Alternative zum Bau eines noch größeren Stalls gebe. »Ich glaube, da werden einige zum Überlegen kommen, wohin der Weg führt. Denn durch höhere Preise für seine Produkte, ökologisch erzeugt, könne mancher Betrieb kleiner und extensiver bleiben oder werden. »Es wird wirklich spannend«, so Häusl, den der Prozess als ehemaligen Landwirt besonders interessiert.

Bewusstsein für regionale Identität

Denn in dem Wettbewerb, den Minister Brunner im vergangenen Jahr ausgelobt hatte, ging es darum, die Produktion heimischer Bio-Lebensmittel und das Bewusstsein für regionale Identität voranzubringen. Brunner hatte gerade auch die Waginger-See-Region für ihre Bewerbung gelobt. Dabei sollten die Gemeinden eine Vorreiterfunktion übernehmen. Dadurch eröffneten sich »neue Möglichkeiten für Ökobetriebe, für umstellungswillige Landwirte, für Direktvermarkter und einen anspruchsvollen Ökotourismus«, hieß es. Denn der Minister will die Ökoproduktion in Bayern bis 2020 verdoppeln.

Vier weitere bayerische Gemeindebündnisse

Bei der Beurteilung spielten aber auch Aspekte wie erneuerbare Energien, Energieeffizienz, soziales Engagement im Umweltbildungsbereich und kommunale Aktivitäten für den Natur- und Ressourcenschutz eine wichtige Rolle, wie es in einer Mitteilung des Ministeriums hieß.

Neben der Waginger-See-Region dürfen sich vier weitere bayerische Gemeindebündnisse künftig offiziell »Öko-Modellregion« nennen: der Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz, die Stadt Nürnberg mit den Landkreisen Nürnberger Land und Roth, die Steinwald-Allianz in der Oberpfalz und das Isental. he