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Die Freude am Baden im Chiemsee bis heute nicht verloren

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So sahen die Geschwister Heitauer (von links) Seppi, Ingrid, Fredi, Nicki und Ursi vor 50 Jahren am Seeufer in Chieming am Chiemsee aus.
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Ein halbes Jahrhundert ist vergangen, aber den Spaß am Baden am Chiemsee haben die Geschwister (in gleicher Reihenfolge wie links) bis heute nicht verloren.
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Chieming – »Bei uns gab es damals eigentlich nicht viel«, erinnert sich Ingrid Schäffler an ihre Kindheit in den 50er Jahren. Wichtigstes Ferienerlebnis der Geschwister Heitauer war im Sommer der Chiemsee, im Winter der Venusberg beim Skifahren. Der Vater arbeitete in Traunreut bei Siemens, die Mutter beherbergte Sommergäste.


Alle fünf Kinder – Ingrid, Fredi, Niki, Ursi und Seppi – wurden mit jeweils nur einem Jahr Abstand im eigenen Haus an der Graf-Chiemo-Straße geboren. Die Hebamme wohnte zum Glück damals im Nachbarhaus.

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»Wir waren eine Mannschaft von 15 Kindern aus drei benachbarten Häusern«, erinnert sich Ingrid Schäffler. »Im Sommer waren wir praktisch jeden Tag am Chiemsee beim Baden beim Wegmacher. Unser Elternhaus liegt nur rund 100 Meter von der Badestelle entfernt.« Im Winter gingen die Geschwister Heitauer gemeinsam zum Skifahren am Venusberg. Sowohl das Schwimmen als auch das Skifahren brachten sie sich selbst bei. »Einen Unterricht gab es damals nicht. Das hat einem keiner beigebracht, das musste man sich selbst beibringen.«

Früher Tod der Mutter war schwerer Schicksalsschlag

Ein fürchterlicher Schicksalsschlag war es für die ganze Familie, als die Mutter mit nur 39 Jahren an den Folgen einer Krankheit verstarb. Ingrid Schäffler, die Älteste, war damals gerade 17 Jahre alt, ihr jüngster Bruder Seppi 12. Schon früh mussten die Geschwister Heitauer daher selbstständig werden und Verantwortung übernehmen. Trotzdem ist aus allen etwas geworden. Und vielleicht war es auch diese schwere Zeit nach dem Tod der Mutter, die die Geschwister so einte, dass sie bis heute eng verbunden sind. Vier von ihnen leben in Chieming, Fredi lebt mit seiner Familie in Truchtlaching.

Den Vater Sepp Heitauer kann man am Kiosk in den Sommermonaten beim Wegmacher oder am Kiosk bei der Mutter-Kind-Klinik antreffen. Dort trinkt er sein Bier, raucht eine Zigarre und genießt den Sonnenuntergang. Mit 81 Jahren hat er seine langjährige Lebensgefährtin Elisabeth geheiratet.

Alle fünf Geschwister sind seit über 40 Jahren ganztags berufstätig. Ingrid ging jetzt als erste nach über 45 Berufsjahren als Büroangestellte mit 61 Jahren in den Ruhestand. Fredi arbeitet seit vielen Jahren in leitender Position in einer Einrichtung für behinderte Menschen in Wasserburg (Attl). Nicki arbeitet als Sachbearbeiterin, Ursi als Betriebsrätin und Seppi als Facharbeiter in verschiedenen Firmen in Traunreut.

Auch sportlich ist die Familie von jeher engagiert. Vater Sepp Heitauer ist Gründungsmitglied beim TSV Chieming und beim AC Chieming. Früher war er Fußballspieler – wie auch die beiden Söhne beim TSV Chieming. Die beiden waren auch noch Eishockeyspieler in Trostberg. Zurzeit spielen sie Tennis in Truchtlaching.

Ingrid war früher eine gute Leichtathletin beim TSV und durfte als Belohnung 1972 das olympische Feuer bei der Olympiade in München für ihren Verein tragen. Außerdem war sie viele Jahre Tennisspielerin beim TC Traunstein und in Chieming. Fünf Jahre organisierte sie das Dorf- und Seefest in Chieming mit. Sie war lange im Vorstand des TSV Chieming und Jugendbeauftragte der Gemeinde Chieming. Derzeit ist sie Asyl- und Migrationsbeauftragte, seit 14 Jahren ist sie im Gemeinderat.

Die ganze Familie ist mit der Gemeinde aufs engste verbunden. »Wir sind unendlich dankbar, in dieser schönen Gegend aufgewachsen zu sein und bis heute wohnen zu dürfen.« coho

»Ferien anno dazumal« heißt die diesjährige Sommerserie des Traunsteiner Tagblatts. Wenn auch Sie gerne über Ihre Ferienerlebnisse berichten wollen, schicken Sie doch ein Foto aus Ihrer Kindheit und ein paar Erinnerungen per Post an die Lokalredaktion (Marienstraße 12, 83278 Traunstein) oder per E-Mail an lokales@ traunsteiner-tagblatt.de. Sie können sich auch unter der Telefonnummer 0861/9877 112 bei uns melden.