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Die Franz-Eyrich-Halle ist ab Donnerstag gesperrt

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Die Franz-Eyrich-Halle in Traunstein (Foto: Schwaiger)

Traunstein – Die Franz-Eyrich-Halle wird künftig in den Wintermonaten gesperrt sein. Das hat der Traunsteiner Oberbürgermeister Christian Kegel auf Basis eines Gutachtens entschieden, das aussagt, dass die Standsicherheit des Gebäudes bei Schneelast nicht gewährleistet ist. Der Turnverein (TV) Traunstein braucht nun schnell eine neue Bleibe. Denn die Halle ist bereits am Donnerstag dicht.


Die Franz-Eyrich-Halle wird künftig fünf Monate im Jahr gesperrt sein: von 15. November bis 15. April. Die angebaute Kurt-Binder-Halle ist von der Schließung allerdings nicht betroffen. Grundlage der Entscheidung ist ein Gutachten – das aber schon über sieben Jahre alt ist. Der TV Traunstein hatte es nach dem Einsturz der Reichenhaller Eishalle in Auftrag gegeben. Demnach ist die Standsicherheit der Traunsteiner Turnhalle nur bis zu einer Schneelast von 75 Kilogramm pro Quadratmeter gewährleistet.

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»Das Gewicht ist bereits erreicht, wenn 10 bis 15 Zentimeter feuchter Schnee auf der Halle liegen«, erklärt die Sprecherin der Stadt Traunstein, Carola Westermeier. Der frühere Oberbürgermeister Manfred Kösterke hatte unter strengen Auflagen geduldet, dass sich der Turnverein in Eigenregie um das Messen der Schneelast und gegebenenfalls um das Räumen des Hallendachs kümmert. Sein Nachfolger beurteilt die Lage anders: »Oberbürgermeister Christian Kegel möchte kein Risiko eingehen«, so Westermeier. Gerade auch, weil es in den Wintermonaten immer wieder starke Schneefälle gebe.

In einer gestern verschickten Pressemitteilung der Stadt Traunstein ist der Oberbürgermeister folgendermaßen zitiert: »Die Gewährleistung des Schutzes von Leib und Leben ist von absolut vorrangiger und übergeordneter Bedeutung.«

Der Vorsitzende des TV Traunstein, Rudolf Belser, hat wenig Verständnis für die Entscheidung des Oberbürgermeisters, spricht von einer »überzogenen Reaktion«. Was die Schneelast auf dem Hallendach betrifft, hätten die vergangenen Jahren gezeigt, dass der Verein es immer geschafft habe, zur rechten Zeit zu reagieren. »Ich habe darum auch schon ein Schreiben an die Stadt verfasst«, erklärt der Sportvereinsvorsitzende.

Von der Sperrung sind nach Aussagen von Belser rund 500 Aktive des Sportvereins betroffen. Sie nutzen die Franz-Eyrich-Halle montags bis freitags zwischen 16.30 und 21 beziehungsweise 22 Uhr für den Vereinssport.

Der Stadt Traunstein ist durchaus bewusst, dass die mehrmonatige Sperrung vor allem für den TV Traunstein ein großes Problem darstellt. Deshalb wolle man den Verein bei der Suche nach Ersatz auch »mit allen Kräften unterstützen«. Vereinsvorsitzender Belser hat in einem Gespräch mit dem Oberbürgermeister und Vertretern der Stadt angekündigt, im Landratsamt anfragen zu wollen. Dort hatte man ihm schon einmal die Turnhalle der Förderschule als Ausweichmöglichkeit angeboten. Noch ist aber nicht geklärt, ob die Halle noch immer für die TVT-Sportler zur Verfügung stehen würde.

Rudolf Belser will sowieso erst noch einmal mit der Stadt Traunstein verhandeln, wie er im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt ankündigt. Allerdings wird er wohl schlechte Karten haben: Eine Sperrung sei alternativlos, heißt es in der Pressemitteilung von gestern.

Die Franz-Eyrich-Halle ist 1921 auf einem alten Salinengebäude errichtet worden. Ein Abriss ist geplant, sobald die neue Turnhalle des Annette-Kolb-Gymnasiums fertig ist. »Einen Abrisstermin gibt es aber noch nicht«, so Stadtsprecherin Westermeier. san

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