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Die Fichte fühlt sich nicht mehr wohl

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Wonneberg – Bei einer Versammlung der Waldbesitzervereinigung Laufen–Berchtesgaden (WBV) im Gasthof Alpenblick in Weibhausen ging es unter anderem um das Thema Waldumbau. Max Poschner sprach zum Thema »Wie viel Fichte geht noch beim Klimawandel?« Einen aktuellen Bericht zum Holzmarkt und zur Holzbewirtschaftung gab Geschäftsführer Tobias Glück.


Nach den Worten von Glück hat der Sturm Niklas in den Tagen zum Monatswechsel März/April auf dem Holzmarkt einen rapiden Preisdruck ausgelöst. Der schnelle Preisverfall könne ein Indiz dafür sein, dass die Holzabnehmer die bis dahin guten Preise schon länger senken wollten, da sie zuvor bereits die hohen Rohholzpreise bemängelten, so Glück. Der Sturm ist nach den Worten von Glück zu einer sehr ungelegenen Zeit gekommen, in der die Holzernte im Wesentlichen bereits abgeschlossen war und die Sägewerker ihre Lager mit Frischholz schon aufgefüllt hatten. Im Einzugsgebiet der WBV waren die Bereiche Tacherting, Tengling und Palling stärker betroffen. Ansonsten gab es über das gesamte Vereinsgebiet verstreut viele Einzelwürfe. In der WBV seien rund 5000 Festmeter Schadholz geschätzt worden, 9000 Festmeter waren es letztlich, so Glück.

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Durch die starke Hitzewelle während der Sommermonate konnten sich die Populationen der Borkenkäfer sehr stark entwickeln, fuhr Glück fort. Überall war stärkerer Befall an Fichten erkennbar. Deshalb sollte man auch jetzt noch den Waldbestand auf Käferbefall kontrollieren und befallene Bäume entfernen, meinte Glück. Ansonsten überwintern sowohl Buchdrucker, als auch Kupferstecher im Bestand unter der Rinde oder im Boden und stellen im nächsten Jahr eine noch größere Gefahr der Massenvermehrung dar. Erfahrungsgemäß bringe das Folgejahr auf einen Sturm einen hohen Borkenkäferdruck, da viele Bäume durch den Sturm gestresst sind. Auf der Basis der aktuellen Einschätzung am Holzmarkt gab der Geschäftsführer den Tipp, diesen Winter mehr Wert auf die Jungwaldpflege zu legen und die Holzernte möglichst zu verschieben.

Förster Max Poschner meinte, der Wohlfühlbereich der Fichte sei bereits jetzt schon bayernweit nicht mehr gegeben. Die Fichte stamme aus kühlen Regionen und werde mit den prognostizierten steigenden Temperaturen immer mehr Probleme bekommen. Nach den Prognosen würden sich die Niederschlagsmengen kaum ändern. Doch die Temperaturen und die Hitzewellen nehmen zu. Der begrenzende Faktor bei der Fichte würde vermehrt der Borkenkäfer sein, da er sich bei Wärme sehr schnell entwickeln könne, so der Forstmann.

Bei einem stabilen Mischbestand kann nach den Worten von Poschner der Fichtenanteil so hoch sein, dass bei einem Ausfall der Fichte eine andere Baumart vorhanden ist und die Lücken schließen kann. Ziel des Waldumbaus müsse sein, gestufte Bestände mit standortangepassten Baumarten und geeigneter Herkunft zu bekommen. Die »Wunderbaumart« werde noch gesucht, fügte Poschner ein. MP