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Die Feuerwehren bekommen 10 000 Euro mehr

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Die Feuerwehr in Otting bekommt zur Verbesserung der Alarmierung fünf Funkwecker sowie eine kleine Heizung in ihrem Feuerwehrhaus, da vor allem im Winter sonst die Anzüge nur schlecht trocknen beziehungsweise stark auskühlen. Diese Anschaffungen laufen allerdings über den Waginger Haushaltsplan und nicht über das eigene Budget der Feuerwehren. (Foto: Eder)

Waging am See. Seit dem Jahr 2005 verfügen die fünf Feuerwehren der Marktgemeinde Waging am See – Waging, Nirnharting, Gaden, Otting und Tettenhausen – über ein jährliches Budget von 150 000 Euro, das sie für Reparaturen, kleinere Anschaffungen und den laufenden Betrieb und Unterhalt verwenden können. Verwaltet wird es vom Waginger Kommandanten Helmut Huber. Weil aber alles teurer werde, so hieß es jetzt im Waginger Finanzausschuss, wird dieses Budget jetzt um 10 000 auf 160 000 Euro aufgestockt.


Mehr als in anderen Gemeinden

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Dabei gingen die Meinungen über die Notwendigkeit einer solchen Erhöhung im Ausschuss durchaus auseinander. Während etwa Andreas Barmbichler und Feuerwehr-Referent Willi Reiter, der bereits bei seinem Referentenbericht darauf hingewiesen hatte, das Budget gleich um 20 000 Euro angehoben wissen wollten, plädierten Bürgermeister Herbert Häusl und Kämmerer Bernhard Kraus für eine Anhebung nur um 10 000 Euro. Kraus: »Das Budget in Waging ist im Vergleich zu anderen Gemeinden ganz ordentlich!« Das wisse er von seinen Kontakten zu anderen Gemeinden; die Waginger Feuerwehren seien hier wirklich in einer recht guten finanziellen Situation und würden keineswegs an der kurzen Leine gehalten.

Und auch der Bürgermeister meinte, falls die Feuerwehren einen so hohen zusätzlichen Bedarf hätten, dann würde Helmut Huber das schon rechtzeitig sagen, wenn's nicht passt. Auch Martin Dandl und Hannes Obermayer plädierten für Sparsamkeit; »denn so gschamig ist die Feuerwehr nicht«, dass sie sich im Bedarfsfall nicht melden würde, wie Dandl meinte.

Als aber vor allem Barmbichler insistierte und auch noch den Vorschlag brachte, doch das Feuerwehr-Budget an die Lebenshaltungskosten zu koppeln, wurde dann im Ausschuss abgestimmt. Für eine Erhöhung um 20 000 Euro fanden sich nur zwei Befürworter, so dass es dann bei 10 000 Euro mehr pro Jahr blieb.

Die allgemeine Regelung des Budgets sieht so aus, dass es – wird es einmal überschritten – im nächsten Jahr um diese Summe weniger gibt. Bedingt durch eine frühere kleinere Überschreitung hätte das Budget für heuer nur noch 240 000 Euro betragen. Durch die Erhöhung auf 260 000 Euro ist daher das Budget letztlich doch faktisch um 20 000 Euro erhöht worden.

Überschreitung im letzten Jahr

Kämmerer Kraus berichtete in dem Zusammenhang, dass das Feuerwehr-Budget über die Jahre insgesamt wirklich sehr gut funktioniert habe. Letztes Jahr allerdings sei dieses aus einem besonderen Grund etwas höher überschritten worden. Denn für ein Feuerwehrauto in Gaden, dessen Fahrgestell durchgerostet gewesen sei, sei eine hohe Reparatur von 15 000 Euro angefallen. Dafür aber werde dieses Fahrzeug jetzt wieder »gut und gern acht Jahre« laufen. Von daher schlug er vor, diese Budget-Überschreitung hinzunehmen, ohne für das nachfolgende Jahr zu kürzen, was dann auch so geschah.

Damit das Budget auch wirklich funktioniert, bedarf es einer guten und vertrauensvollen Zusammenarbeit der Feuerwehren untereinander. Dies scheint in der Gemeinde Waging am See der Fall zu sein, wie Feuerwehr-Referent Reiter in seinem Bericht bestätigt hatte: »Die Aufteilung des Budgets verläuft wie immer ohne Komplikationen.«

Bei seinen kurzen Berichten über die einzelnen Feuerwehren hatte Reiter auch festgestellt, dass in Otting die Handyalarmierung nicht funktioniert. Deshalb werden jetzt im neuen Haushalt fünf Funkwecker für insgesamt 4500 Euro angeschafft. Weitere größere Posten 2013 im Waginger Haushalt sind Atemschutzgeräte für 20 000 Euro und eine Rettungsschere für rund 4000 Euro. Diese Posten sind dem Vermögenshaushalt zugeordnet und werden daher nicht auf das Budget angerechnet.

Ein ganz besonderes Problem hat die Feuerwehr Nirnharting, wie Referent Reiter noch zu vermelden hatte. Denn für die Nirnhartinger gibt es praktisch keine Einsätze. Durch ihre Lage werden sie so gut wie nie alarmiert. So müssten sich die Nirnhartinger Floriansjünger allein durch Übungen fit halten, aber, wie Reiter feststellen konnte: »Ihre Moral ist durch den guten Zusammenhalt groß, und sie leisten hervorragende Arbeit.«

Abschließend gab Willi Reiter in seinem Bericht noch zu überlegen, ob man nicht, wenn es etwa um die Beseitigung einer kleinen Ölspur gehe, auch den Bauhof dafür einsetzen könnte, ohne immer gleich die Feuerwehr zu rufen. »Kein Betrieb ist heutzutage mehr froh, wenn Arbeitskräfte abgängig sind.« he