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Die Familie steht im Mittelpunkt

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Mit unveränderter Führungsmannschaft geht der Kinderschutzbund in die kommenden Jahre. Andrea Endlicher (von rechts), Elisabeth Gruber, Ulrike Becker-Cornils, Kerstin Wolfertstetter, Sabine Gräfin von Silva-Tarouca, Thomas Graf, Rosi Wagner und Petra Ostermayer-El Daribi gehören der Vorstandschaft an. (Foto: Wittenzellner)

Traunstein. Mit einer nahezu unveränderten Führungsmannschaft geht der Orts- und Kreisverband Traunstein des Kinderschutzbundes in die kommenden Jahre. Das ergaben die Neuwahlen bei der Jahreshauptversammlung im Rathaus.


Im Amt bestätigt wurde die bisherige jeweils gleichberechtigte Vorstandschaft. Ihr gehören an: Kerstin Wolfertstetter, Sabine Gräfin von Silva-Tarouca, Rosi Wagner, Ulrike Becker-Cornils, Andrea Endlicher, Elisabeth Gruber und Thomas Graf. Neu hinzugekommen ist Petra Ostermayer-El Daribi. Als Ehrenvorsitzende fungiert Burgi Lederer. Die Geschäftsleitung obliegt weiterhin Barbara Kaulfuß. Hans Rolle und Ingrun Gehmacher wurden als Kassenprüfer einstimmig wiedergewählt.

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1000 ehrenamtliche Stunden wurden geleistet

»Die Familienhilfe ist unser Hauptstandbein«, betonte Vorstandsmitglied Andrea Endlicher. 17 Helferinnen haben sich im vergangenen Jahr in mehr als 1000 ehrenamtlichen Stunden um 29 vor allem nichtdeutsche Familien gekümmert. Elternkurse, gerade auch für türkischsprachige Frauen, seien positiv aufgenommen worden. Auch die Hausaufgabenbetreuung sei ein »wahrer Segen für die Kinder, die zu Hause nicht betreut werden können oder Familien, die sich das nicht leisten können«, sagte sie. »Eine segensreiche und tolle Arbeit« sei dies, fügte Vorstandsmitglied Kerstin Wolferstetter, Konrektorin der Ludwig-Thoma-Grundschule, hinzu.

Der Bereich Prävention ist daneben ein umfassendes Aufgabengebiet im Kinderschutzbund. Der Selbstbehauptungskurs »Ich weiß was ich will«, den die Schulen nun alleine durchführen würden, ist hier genauso dabei wie das Projekt für junge Erwachsene »The future is mine«, das für Berufsschüler in Kooperation mit Ärzten und einem Rechtsanwalt durchgeführt werde, führte Geschäftsleiterin Barbara Kaulfuß aus. Daneben bestehe seit vier Jahren das Musikprojekt, wo man Kinder unterstütze, ein Musikinstrument zu erlernen, wenn die Eltern finanziell dazu nicht in der Lage seien. 2011 habe man im Rahmen des Weltkindertages bayerische und türkische Tanzgruppen zusammengetan. Das Projekt läuft seither erfolgreich weiter. Der interreligiöse Dialog »Islam ist Schalom« werde seit Jahresanfang verstärkt aufbereitet und in einem Netzwerk aus Behörden, Sport- und Trachtenvereinen koordiniert. Gerade aus dem türkischen Bereich bestehe hier Interesse, betonte sie.

Hausärztin Sabine Gräfin von Silva-Tarouca sagte, dass gerade die Altersgruppe von 15 bis 25 Jahren oft Hilfe brauche, wenn diese in Sackgassen geraten würden. »Vertrauen zum Arzt in Krisenzeiten – gerade wenn man die Themen nicht mit den Eltern besprechen kann – versuche ich hier zu vermitteln.« Angelika Dollner schilderte Erfahrungen aus dem Medienkompetenzkurs, in dem die jungen Teilnehmer über die Gefahren eines ungefilterten Umgangs von Fernsehen und Internet sensibilisiert werden sollen. »Ich will eine Wertigkeit vermitteln«, betonte Dollner, die gleichzeitig das mangelnde Interesse beklagte. Eltern hätten sich stolz gezeigt, dass Kinder alleine ins Internet gehen könnten. Sie habe dafür kein Verständnis, sagte Dollner.

Familienrichter in Rente Fritz Burkhardt sagte zum Thema Clearing und Krisenintervention, dass seine Beratungen für Eltern in Trennung und Scheidung stark zunehmen würden. Das Modell, das er in Trennungen fördern wolle, sei das gleichberechtigte Engagement von Vater und Mutter in der Betreuung.

Umfangreiche Einnahmen neben den Mitgliedsbeiträgen waren im vergangenen Jahr die Zuwendungen der Gerichte (rund 40 000 Euro) und des Landkreises für die Familienhilfe (rund 5000 Euro), führte Vorstandsmitglied Elisabeth Gruber aus. Auf der Ausgabenseite stehen neben Personalkosten (rund 12 000 Euro) Projektkosten (rund 12 000 Euro). Ausgaben und Einnahmen lagen bei knapp 50 000 Euro. Der Verein verfügte zum Jahresende über ein Vermögen von knapp 80 000 Euro. Über die Feier zum 20-jährigen Bestehen des Kinderschutzbundes Traunstein berichten wir in den nächsten Tagen. awi