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Die ersten Flüchtlinge könnten Ende September einziehen

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Gut und schnell geht die Fertigstellung der Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber voran. Demnächst werden die Möbel geliefert. Außen muss noch die Fassade fertig werden. (Foto: Humm)

Chieming – Eine Bürger-Informationsveranstaltung zum aktuellen Sachstand bei der im Oberdorf entstehenden Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber hielten die drei Asyl- und Migrationsbeauftragten der Gemeinde, Sebastian Heller, Ferry Unterreiner und Ingrid Schäffler im katholischen Pfarrheim ab.


Heller sagte, er erwarte die Fertigstellung voraussichtlich Mitte August. Eventuell könnten Ende September die ersten Geflüchteten einziehen. Das Gebäude hat 17 Wohnungen für 94 Menschen. Dabei ist eine Wohnung 41 Quadratmeter groß, erklärte Hauseigentümer Sebastian Aschl. Alle Böden seien inzwischen verlegt. Anfang August würden die ersten Küchen mit Herd und Kühlschrank geliefert. Danach folge die Möblierung.

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Verwaltungsleitung und Hausmeister vorgesehen

Heller erklärte, es müsse noch ein weiterer Zugang von der Laimgruber Straße aus zur Unterkunft geschaffen werden. Auch die Straßenbeleuchtung »Am Winkelzaun« müsse erweitert werden. Laut Regierung von Oberbayern sei der voraussichtliche Betreiber der Chieminger Gemeinschaftsunterkunft die »European Homecare«, die auch für die Asyleinrichtungen in Traunstein und Traunreut zuständig ist. Hauptaufgaben der Betreibergesellschaft seien Betrieb und Verwaltung der Unterkunft. Zudem soll am Ort eine Verwaltungsleitung bestellt werden, auch sei ein Hausmeister geplant, erklärte Heller.

Unterkunftskoordinatorin Petra Duppert von der Regierung von Oberbayern stellte zunächst fest, dass in Chieming die Asylbewerber nach und nach eintreffen werden. Auch sei Chieming nur eine Übergangslösung.

»Sollten Asylbewerber offiziell anerkannt werden, dann müssen sie von Chieming nach einer zumutbaren Frist wieder wegziehen, sich eine Wohnung nehmen und Arbeit suchen«, sagte sie. Die Einstufung erfolge dann als Hartz IV-Empfänger, hieß es. Wer aus welchen Ländern oder welcher Religionszugehörigkeit oder mit Familie nach Chieming kommt, konnte Petra Duppert nicht beantworten. »Wir bemühen uns um eine gesunde Mischung«, sagte sie, »damit haben wir bisher die besten Erfahrungen gemacht«.

Einen Nachtdienst wird es nicht geben

Zur Frage eines Bürgers nach dem Nachtdienst in der Gemeinschaftsunterkunft sagte Petra Duppert, ein Nachtdienst werde nur ab einer gewissen Größe bestellt oder wenn ein nachgewiesenes Gefährdungspotenzial festgestellt werde. Sie bedauerte, dass es in Chieming keinen Nachtdienst geben werde. Auch die Verwaltungsleitung werde nur von Montag bis Freitag da sein. Die Bedenken eines Bürgers dazu, sollte nachts oder am Wochenende etwas passieren, kommentierte sie mit dem Verweis auf Polizei und Gemeinde, eventuell sei auch der Bürgermeister Ansprechpartner.

Duppert warnte davor, auch wenn es gut gemeint sei, Kleidung in Kartons oder Körben an Asylbewerber weiterzugeben. »Dies kommt nicht gut an«, sagte sie, »besser ist es, wenn Helferkreise eine Kleiderkammer einrichten und der Asylbewerber sich dann selbst bedienen kann. Wir müssen Flüchtlinge dazu bringen, selbst aktiv zu werden, ihnen die deutsche Sprache nahe bringen und vor allem sie behutsam in unsere Kultur einführen«, meinte Duppert.

Waltraud Huber von der Asylsozialberatung des Diakonischen Werks Traunstein stellte die Aufgaben und den Umfang der Asylsozialberatung vor. Sie wird 3,5 Tage pro Woche zur Beratung in Chieming tätig sein, für Asylbewerber, aber auch für Mitglieder des Helferkreises.

Mehr als 100 Menschen gehören dem Helferkreis an

Sebastian Heller sagte, dem Helferkreis in Chieming gehörten derzeit mehr als 100 Leute an. Etwa 50 davon seien derzeit an grundlegenden Vorbereitungen beteiligt. »Wir haben Schwerpunktgruppen gebildet«, sagte Heller. Sie betreffen die Alltagsassistenz, Patenschaften, Deutsch- und Kulturunterricht, Dolmetscher, Sport und Freizeit und die Erstellung einer Kleiderkammer. Geplant sei noch eine Gruppe für Arbeit und Beschäftigung.

Er kündigte für alle Interessierten einen »Tag der offenen Tür« in der Gemeinschaftsunterkunft an – voraussichtlich am Wochenende vor dem Erstbezug. Auch seien mehrere Treffen mit den Schwerpunktgruppen geplant. Erreichbar sei der Helferkreis unter Telefon 08664/98 86-69. OH