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Die Erinnerung als Mahnung für die Zukunft

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Der scheidende Pfarrer Walter Laakmann nahm die Segnung des restaurierten Marterls der Familie Stockhammer am Kirchberg in Taching am See vor. (Foto: Aßmann)

Taching am See – Mit einer stimmungsvollen Feier hat die Familie Stockhammer die Restaurierung des Marterls am Kirchberg in Taching am See begangen. Die Segnung übernahm Pfarrer Walter Laakmann.


Das Marterl hatte einst Josef Stockhammer errichtet. Er war am 1. September 1945 unversehrt aus dem Zweiten Weltkrieg heimgekehrt. Der Bildstock ist bis heute Zeichen seiner aufrichtigen Dankbarkeit. Der bevorstehende 70. Jahrtag der Errichtung war für die Familie Stockhammer nunmehr Anlass, das Marterl restaurieren zu lassen. Diese Aufgabe übernahm der junge Holzbildhauer Peter Stief aus Bucheck mit viel Feingefühl und Liebe zum Detail. Bevor Pfarrer Walter Laakmann Ende August in den wohl verdienten Ruhestand geht, segnete der Geistliche jetzt den Bildstock.

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»Wir brauchen die Erinnerung, damit wir den nachfolgenden Generationen Zukunft geben können«, betonte er. Der Ursprung des Namens »Marter« liege im griechischen »Martyrion«, was so viel wie Bekenntnis und Bezeugung bedeute. Deshalb sei die Bezeichnung in der christlichen Frühzeit auch auf jene Christen übertragen worden, die für ihren Glauben Blutzeugnis ablegen mussten, erläuterte er. Im ausgehenden Mittelalter sei dann das Leiden Christi auch als »Marter Christi« oder »Gottes Marter« bezeichnet worden. Durch die bildliche Veranschauung des Leidens Christi sollen alle, die an diesem Bildstock vorübergehen, dazu aufgerufen werden, nicht nur des Todes Christi, sondern der eigenen Vergänglichkeit zu gedenken.

Laakmann rief die Anwesenden auf, im Namen Gottes zu handeln, in der Gemeinschaft des Miteinanders zu leben und allen Menschen mit Respekt, Toleranz und in Solidarität zu begegnen. Das Kreuz sei das Zeichen, mit Gott leben zu dürfen. »Es ist keine Sache des Ewigen. Das Kreuz symbolisiert die Mitte von zwei Richtungen und sagt uns, Gott ist überall«, bekräftigte der Pfarrer.

Musikalisch umrahmt wurde die Feier von Mitgliedern des Avalon-Chores, die mit ihrem perfekten mehrstimmigen Satzgesang auch das bewegende »Ewige Lied« von Haindling intonierten. Anschließend saßen Nachbarn, Mitbürger, Pfarrer Laakmann, Chorsängerinnen, Bürgermeisterin Ursula Haas und ein Teil des Gemeinderats noch gemütlich beisammen. Der Erlös des Marterlfestes ist für einen wohltätigen Zweck bestimmt. mia