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Die Erfolgsgeschichte weiterführen

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Albert Rosenegger blickte in der Rolle eines Traunsteiner Bürgers auf die Geschichte des Gewerbeverbands. Links der heutige Vorsitzende, Thomas Eberl.

Chancen und Glück seien so alltäglich wie das Leben, man müsse sie nur erkennen. Die Gründerväter des Gewerbeverbandes Traunstein hätten dies getan, sagte der Vorsitzende des Gewerbeverbandes Traunstein und Umgebung, Thomas Eberl, bei der 150-Jahr-Feier des 251 Mitglieder starken Verbandes. Dabei betonte er auch: »Chancen liegen nie in der Zukunft, sondern immer vor der Nase. Alle warten auf einen Job, das große Ding. Dabei ist es die Hingabe an das Jetzt und Hier, die aus nichts die Chance schafft. Der Schlüssel ist Initiative. Erst in Rückbetrachtung reihen sich Gelegenheiten wie Perlen auf die Schnur. Denn Chancen bilden Ketten.«


Eberl erinnerte an die Zeit, als der Gewerbeverband gegründet wurde. Es seien nicht nur Pioniergeist, Können und Weitblick gefordert gewesen, sondern auch Durchhaltevermögen »und natürlich auch ein kleines bisschen Glück«. Eberl weiter: »Die Menschen, die damals 1866 den Gewerbeverband ins Leben gerufen haben, müssen schon sehr außergewöhnlich gewesen sein: tüchtig, engagiert, verantwortungsvoll und eigentlich ihrer Zeit voraus.« Er dankte allen Generationen, »die uns mit ihrer Arbeit und Mut zu dem gemacht haben, was wir heute sind.«

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Eberl ermutigte die Mitglieder, die Erfolgsgeschichte des Gewerbeverbands Traunstein weiterzuführen und noch weiter zu entwickeln: »Lassen Sie uns die Nachhaltigkeit des eigenen wirtschaftlichen Handelns unter Beweis stellen, damit wir für die nächste Generation zukunftsfähig, nachhaltig und attraktiv bleiben.« Als Leitbild müsse gelten, »der Region und den Menschen durch unseren Verbund zu dienen«.

Eine der stärksten Wirtschaftsregionen

Von einer 150-jährigen Erfolgsgeschichte sprach auch Landrat Siegfried Walch. Die Zeiten seien unruhig gewesen vor 150 Jahren, trotzdem haben sich in dieser Zeit Unternehmer zusammengefunden mit dem Vorsatz: »Wir wollen was gestalten.« Es habe schon immer Menschen gegeben, die mehr getan haben als notwendig, dazu gehören auch die Unternehmer. Walch hob hervor, dass wir in einer der stärksten Wirtschaftsregionen leben. In diesem Zusammenhang erklärte er auch, dass das Geld, das von der Politik verteilt wird, immer erst von Unternehmen erwirtschaftet werden muss. Deshalb wolle er den Unternehmen auch seinen Dank sagen. Darüber hinaus sei die heimische Wirtschaft auch sonst immer zur Stelle, wenn man Hilfe brauche, sei es im Kulturleben, im sozialen Bereich oder bei der Unterstützung von Vereinen. Er danke den Unternehmen, »die die Region nicht als Produktionsstandort verstehen, sondern als ihre Heimat«.

Zum Wohle der Menschen in Traunstein und der Region

»Tradition verpflichtet. Nur wenn wir unsere Dankesschuld gegenüber den bisherigen Leistungen als Auftrag zur Lösung der noch vor uns stehenden Probleme verstehen, werden wir den richtigen Maßstab für unsere künftige Tätigkeit finden. Bei aller Vielschichtigkeit der materiellen Aufgaben sollten wir immer daran denken, dass unser wirken auf das Wohl des Menschen ausgerichtet sein muss.« An dieses Zitat des damaligen Vorsitzenden des Gewerbeverbandes Traunstein und Umgebung, Herbert Koch, anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Verbandes, erinnerte Traunsteins Oberbürgermeister Christian Kegel und betonte, es habe auch heute noch seine Gültigkeit. Er sei zuversichtlich, dass der Gewerbeverband auch in den kommenden Jahrzehnten seine wichtige Arbeit so hervorragend und so nutzbringend wie in der Vergangenheit fortführen werde, so der Oberbürgermeister. Kegel wünschte dem Verband dafür alles Gute –»zum Wohle unserer gesamten Wirtschaft, zum Wohle der Menschen in Traunstein und der Region«.

Immer wieder Akzente gesetzt

Der Bezirksgeschäftsführer des Bundes der Selbstständigen Bayern, Christian Klotz, der Gewerbeverband Traunstein und Umgebung habe in ganz Bayern Spuren hinterlassen, er sei ein Vorbild. Er habe »über Jahre hinweg immer wieder Akzente gesetzt«. Unter anderem nannte Klotz die Stichworte Truna, Tag der Ausbildung und Azubi-Akademie. Der Gewerbeverband »hat immer die Probleme der Zeit erkannt« und entsprechend gehandelt. In diesem Zusammenhang betonte Klotz auch, den Kommunen gehe es nur dank der Gewerbebetriebe so gut.

Schwierige Zeiten durch Zusammenhalt gemeistert

Festredner war Albert Rosenegger, der in der Rolle eines Traunsteiner Bürgers auf die Geschichte des Gewerbeverbands zurückblickte. Schwierige Zeiten habe es zu zuhauf gegeben, sie seien durch Zusammenhalt gemeistert worden. Der Gewerbeverband habe mit sicherer Hand immer »den Puls der Zeit verspürt und stets mit Einfluss reagiert«. Die heimische Wirtschaft mit Handel und Gewerbe bezeichnete er als »kostbares Erbe«. Es seien nicht unbedingt die großen Siege gewesen, die den Gewerbeverband unersetzlich gemacht haben, »doch kleine Erfolge zur Genüge, sie haben Entscheidendes vorangebracht«.

Auch erinnerte Rosenegger an »den eigentlichen Quantensprung, den der Verband vollzogen hat, als er die Truna geschaffen hat«. Es sei eine Pioniertat im besten Sinne gewesen. Das sei vor allem ein Verdienst von Herbert Koch gewesen, der die Idee dazu hatte und an deren Umsetzung arbeitete. Noch heute sei die Gewerbeschau Truna ein Magnet wie je zuvor, »dank Herbert Koch und seinen Mannen, die mutig die Messe ersannen«.

Dem früheren Gewerbeverbandsvorsitzenden widmete Rosenegger breiten Raum. Koch, über den schon viel verfasst und geschrieben wurde, sei ein echtes Traunsteiner Original gewesen und auch »ein Mann voll Tatendrang«. Sparsam und doch lebensfroh, als Wirt beliebt und gesellig, niemals angepasst, auch »Klüngel hat er stets gehasst«. Der Tradition verpflichtet, sei er doch auch stets dem Fortschritt aufgeschlossen gewesen. m