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»Die Entwicklungshilfe« für den Leitnerhof

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Wastl (Josef Jahner, rechts) macht der hübschen Gixi (Barbara Mayer, Mitte) schöne Augen. Dr. Wallbeck (Thomas Schillinger, links) gibt wertvolle Tipps dazu.

Palling – Mit dem bäuerlichen Lustspiel »Die Entwicklungshilfe« aus der Feder von Carl Borro Schwerla hat die Heimatbühne Palling ihr Premieren-Publikum begeistert. Eine zugleich lustige und spannende, aber auch tiefsinnige Geschichte aus den 1960ern, humorvolle Dialoge, stimmige Kostüme und eine liebevoll hergerichtete Bauernstube machten den Abend zum Erlebnis. Nicht zuletzt zu erwähnen ist die Leistung von Heidi Jung, die nicht nur in ihrer Rolle als »innovative« Nachbarsmagd für viele Lacher sorgte, sondern dem Dreiakter auch als Regisseurin den richtigen Feinschliff gab.


Der Hof muss versteigert werden

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Da der Hof der Bäuerin von der Leiten (Agnes Gerl) der Konkurrenz nicht mehr gewachsen ist, muss er versteigert werden. Sohn Wastl (Josef Jahner jun.) teilt die Sorgen seiner Mutter allerdings nicht. Er möchte ja eh viel lieber in die Stadt, als den Hof zu bewirtschaften. Denn in der Stadt verdient er das leicht, was »mit der Dahinwurschtelei mit dene paar Felder« hereinkommt.

Seinem Interesse am weiblichen Geschlecht dürfte dies auch nicht schädlich sein, ist der Wastl doch ein Stenz, wie er im Buche steht. Doch als sich Dr. Otto Wallbeck (Thomas Schillinger) vom Entwicklungsministerium aus Bonn auf den Hof verirrt, ändern sich die Dinge. Wallbeck schwärmt vom Hof und der Gegend und sagt Wastl finanzielle Unterstützung zu, wenn der seinen Hof zu einem Fremdenheim macht.

Angestachelt von der Nachbarsmagd Zenze (Heidi Jung), die begeistert berichtet, dass auch der Nachbarsbauer »für die nach Erholung schreienden Massen« jetzt in »Camping« investiere, ist Wastl begeistert von Wallbecks Idee. Nicht einmal die hübsche Rosina (Barbara Gastager), die aufgrund einer Autopanne ebenfalls am Hof übernachten muss, kann ihm jetzt imponieren, da Wastl sich von nun an nur noch auf den Fremdenverkehr konzentrieren will.

Doch diese Einstellung gerät schnell in Gefahr, als mit Wohnwagenbesitzer Karl Zistelmann (Gerhard Huber) ein weiterer Norddeutscher auftaucht, der mit seiner attraktiven, blonden Tochter Gixi (Barbara Mayer) einen echten Blickfang im Schlepptau hat. Da drohen sich die Prioritäten doch schnell wieder zu verschieben.

Vermeintlich unbeteiligt und aus dem Hintergrund betrachtet der wortkarge Altknecht Gabriel (Christian Berreiter) das Geschehen. Er hat mehr mit Pflege und Vertrieb historischer Holzfiguren und der Aufarbeitung seiner Trennung von Zenze zu tun, die ihn doch glatt nach »zehn Jahren Beziehung schon heiraten wollt’«. Mit dem Bauern von Reith (Herbert Brandl jun.) betritt ein weiterer Unbekannter den Hof, als die Irrungen und Wirrungen ihren Höhepunkt erreichen.

Auch ein »Neuling« war wieder mit dabei

Reichlich Applaus ließ die Premiere zu einem großartigen Erfolg für die Heimatbühne werden. Die grandiosen Schauspieler wurden wieder von vielen Helfern im Hintergrund unterstützt. Traudi Huber, Fini Oberlechner und Christa Märkl sorgten für Maske und Frisuren. Für den technisch reibungslosen Ablauf zeichneten Rudi Guggenberger, Rudi Pannier, Gerold Jung und Josef Gröbner verantwortlich. Als Souffleuse unterstützte Sylvia Vogel die Spieler. Mit Barbara Mayer wurde zudem wieder ein »Neuling« für das Pallinger Theater gewonnen.

Ob der Leitnerhof gerettet werden kann und welches Ende das Stück für die einzelnen Charaktere nimmt, das sollte man sich am besten in einer der noch anstehenden 18 Aufführungen ansehen. Weitere Spieltermine sind am 30. und 31. Oktober, am 5., 6., 7., 12., 13., 14., 19., 20., 21., 27. und 28. November sowie am 4. und 5. Dezember. Karten gibt es bei TV-Radio Pannier, Buchetstraße 35 in Palling oder telefonisch unter 01573/24 82 937. fb