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Die einen lieben Regen, die anderen schieben Frust

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Hubert (4), Hansi (2) und Vroni (2) genießen das Bällebad im »Babalu Funpark«. (Foto: Reiter)

Wenn Robert Darga in der Früh aus dem Fenster schaut und es regnet, dann gehört er zu den Wenigen, bei denen die Stimmung steigt. »Dieses Wetter ist wirklich super fürs Museum«, sagt der 57-Jährige, der das Mammutmuseum in Siegsdorf leitet. Nicht nur er, sondern auch Steffen Himmer vom »Babalu Funpark« in Wolkersdorf profitiert von den vielen Regentagen im August. »Frust« schiebt dafür Kurt Geisreiter vom Traunreuter Freibad. Andreas Barmbichler vom Strandcamping in Waging ist nicht unzufrieden, auch wenn viele Urlauber aufgrund des schlechten Wetters früher abreisen.


Camper reisen früher ab

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»Wenn die Urlauber zwei Wochen gebucht haben, dann müssen sie nicht mehr bezahlen, wenn sie früher abreisen«, sagt der 45-Jährige. »Dann fahren sie zufrieden nach Hause und kommen wieder«, weiß der Geschäftsführer vom Strandcamping in Waging. Derzeit seien 650 von 800 Stellplätzen belegt, so Barmbichler. Bei schlechtem Wetter gebe es für die Gäste ein großes Animationsprogramm. »Wir machen Almwanderungen, fahren zum Fußballgolfen oder gehen mit den Kindern ins Haus der Natur oder den Märchenpark.« Die Stimmung unter den Campern sei deshalb auch bei schlechtem Wetter nicht schlecht, meint er.

Guter Stimmung ist auch Robert Darga. Allein in der vergangenen Woche zählte er 4500 Besucher im Mammutmuseum. Zum Vergleich: »Wenn es schön ist, kommen nur 1000 Leute.« Vor allem Besucher aus der Region würden das schlechte Wetter in den Sommerferien nutzen, um mit ihren Kindern ins Museum zu gehen. »Doch wir haben natürlich auch viele Urlauber hier. Denn die fragen in der Tourist-Info nach, was sie bei einem solchen Sauwetter machen können.«

Das Museum sei aber nicht nur ein Alternativprogramm bei schlechtem Wetter. »Wenn die Sonne scheint, dann können die Besucher in den Steinzeitgarten kommen. Der kommt wirklich sehr gut an«, betont Robert Darga. Trotzdem hofft der 57-Jährige, dass das Wetter schlecht bleibt. Denn die Erfahrung zeigt: »Wenn es schön wird, dann reißt der Besucherstrom ab. Dann wollen die Leute zum Schwimmen gehen. Des einen Freud' ist des anderen Leid'«.

Das bestätigt Kurt Geisreiter, der Meister für Bäderbetriebe im Freibad Traunreut. » Ein Regentag ist für mich ein Frusttag.« Denn er mag es, wenn was los ist im Freibad. Doch im Moment kommen oft nur 30 bis 40 Besucher. »Das sind unsere Frühschwimmer und ein paar Leistungsschwimmer.« Der 51-Jährige beschäftigt sich an Regentagen mit Dingen, die ansonsten liegen bleiben. »Hecken schneiden, Becken reinigen oder die Technik überprüfen.« Deshalb hofft Kurt Geisreiter, dass es bald wieder sonnig und warm wird. »Bei richtig schönem Badewetter haben wir bis zu 3000 Besucher pro Tag, da rührt sich was und das gefällt mir.«

Für Steffen Himmer gibt es kein schlechtes Wetter mehr, seit er den »Babalu Funpark« in Wolkersdorf eröffnet hat. Privat freut er sich natürlich über Sonnenschein, bei Regenwetter klingelt dafür seine Kasse. »Ich kann mich also immer freuen«, sagt der 39-Jährige und lacht.

Die Sommerferien laufen für ihn bisher sehr gut, doch dafür hatte er in den Oster- und Pfingstferien deutlich weniger Besucher als im vergangenen Jahr. »Denn heuer hat es im Frühling nur selten geregnet.«

An Regentagen strömen bis zu 700 Familien mit Kindern nach Wolkersdorf, bei Sonnenschein kommt auch mal kein einziger Besucher. »Wir denken nicht von Monat zu Monat, sondern wir müssen am Ende des Jahres schauen, wie es gelaufen ist«, sagt Steffen Himmer. Es freut ihn, dass er Einheimischen und Touristen »bei dem Sauwetter« eine Möglichkeit bieten kann, »dass die Kinder in den Ferien nicht nur drin sitzen müssen, sondern sich auch austoben können.« KR

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