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Im Kloster Seeon gab es einen Vorgeschmack auf das Programm – Die »Guten A-Band« spielte zum Auftakt

Die Chiemgauer Kulturtage sind eröffnet

Fabian (Zweiter von rechts) ist irgendein Schüler an irgendeiner Schule: In dem Theater-Tanzstück »Ein Tag im Leben des Fabian W.« wird er vor eine wichtige Aufgabe gestellt. In einer kurzen Szene konnten sich die Gäste bei der Eröffnung der Chiemgauer Kulturtage vom schauspielerischen Talent der Traunreuter Mittelschüler überzeugen. (Foto: Rasch)

Seeon-Seebruck – Wenn die »Guten A-Band« auftritt, ist das ein Garant für einen guten Abend. Auch der Traunsteiner Landrat Siegfried Walch war bei der Eröffnung der Chiemgauer Kulturtage in Kloster Seeon sichtlich angetan von der Band und wippte im Takt mit. Als oberster Vertreter der mittlerweile fünften Chiemgauer Kulturtage sprach er zum Auftakt des 16-tägigen Festivals von einem »stolzen Abend.« Der Landkreis Traunstein werde sich bis Sonntag, 29. Juli, wieder in eine große Bühne verwandeln, auf der sich über 1000 künstlerisch ambitionierte Akteure in über 50 Projekten präsentieren werden, sagte Walch. Dass das Festival auch Menschen mit Behinderung mitgestalten, freue ihn besonders.


Allen Mitwirkenden sprach er schon jetzt ein herzliches Vergelt's Gott aus. Ebenso den Organisatoren des Landratsamts, Anton Bernauer und Christian Hußmann, die mit ihren Mitstreitern das Programm der Kulturtage zusammengestellt und gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung den Eröffnungsabend organisiert haben.

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Die Chiemgauer Kulturtage sind aus den Oberbayerischen Kultur- und Jugendkulturtagen entstanden. Zum fünften Mal präsentiert sich dieses inklusive Festival mittlerweile und ist für seine Nachhaltigkeit auch bereits ausgezeichnet worden. Während es bisher die Städte Traunstein und Traunreut waren, die sich mit der Eröffnungsfeier abgelöst haben, traf man sich diesmal hinter altehrwürdigen Klostermauern, in denen auch schon die Seeoner Mönche die Musik gepflegt haben.

Als Vertreterin des Bezirks Oberbayern, in dessen Besitz sich das heutige Kultur- und Bildungszentrum Kloster befindet, lobte Bezirksrätin Annemarie Funke die Bereitschaft, ein Festival auf die Beine zu stellen, das an Vielfältigkeit kaum zu übertreffen sei. »Ich hoffe, dass durch die tollen Ideen auch ein stückweit die Lebensqualität erhöht wird«, sagte Funke. In ihrer Eigenschaft als Geschäftsführerin der Lebenshilfe Traunstein legte sie den Gästen vor allem die Lebenshilfe-Inklusions-Projekte »Alle an einem Tisch« am morgigen Sonntag ab 11 Uhr in Traunstein und »Der Tisch ist ein Floß« – eine Geschichte in Skulpturen von Andreas Kuhnlein – am Sonntag, 22. Juli, im Kloster Seeon ans Herz.

Einen kleinen Vorgeschmack auf das, was die Besucher an den Kulturtagen erwartet, gab es natürlich auch. Die kulturellen Häppchen in kleinen Auszügen servierten die Mittelschule Traunreut, die junge Chiemseer Bühne und der Projektchor aus Tittmoning. Den Auftakt machten die Schüler der Traunreuter Mittelschule mit ihrem Stück »Ein Tag im Leben des Fabian W.« Das Tanz-Theater-Stück, eine Koproduktion mit der Jugendhilfe Oberbayern, erzählt den schwierigen Spagat eines Buben zwischen Familie, Freunden, Zukunft und Liebe. Toll inszeniert! Das Stück wurde bereits am gestrigen Freitag im k1 aufgeführt.

Voller Dramatik präsentiert sich »Der Leberkaskönig«, ein Lustspiel der jungen Chiemseer Bühne, das am Freitag, 27. Juli, um 20 Uhr im Kloster Seeon aufgeführt wird. Absurde Dialoge wechseln mit Coverversionen berühmter Rock- und Bluesnummern. Was vermeintlich skurril in der Maske eines musikalischen Singspiels daherkommt, ist in Wirklichkeit ein modernes, hinterkünftiges und auch kritisches Volksstück.

Einen kleinen Vorgeschmack auf die »12 Hymnen für Bayern« gab es vom Projektchor Tittmoning. Die Liederabende am Donnerstag und Freitag, 26. und 27. Juli, im Tittmoninger Rathaus widmen sich im Rahmen des Jubiläums der Bayerischen Verfassung von 1818 ganz der Pracht des Bayerischen Staats. Einige satirische Hymnen befassen sich mit dem untrüglichen Erfolg und Fortschritt der bayerischen Wirtschaft und politischen Macht.

Diskussionsrunde »Kreativwirtschaft«

In Kooperation mit der Wirtschaftsförderung gab es auch eine Diskussionsrunde mit Gleichgesinnten, »die im Chiemgau richtig Gas geben«. Mit Jürgen Enninger vom Kreativ-Quartier München plauderten Künstler, Veranstaltungsmanager und Radiomacher ausgelassen zum Thema »Kreativwirtschaft.« In einem Punkt waren sich alle einig: »Es wird einem nichts geschenkt. Aber der grundsätzliche Antrieb ist der Reiz der Arbeit«, so die Harfenistin Silke Aichhorn. Sie empfinde es als ein großes Privileg, diesen Beruf ausüben zu können. Im Moment muss die Musikerin eine unfreiwillige Tournee-Pause einlegen: Sie hat sich den linken Arm gebrochen.

Mit ihr auf der Couch saßen der Musiker und Eventmanager Günther Wimmer, Medienpädagoge Danilo Dietsch sowie der Bildhauer Helmut Mühlbacher. Dass die Wirtschaftsförderung Traunstein, wie Anton Bernauer ankündigte, auch junge, kreativschaffende Menschen in der Region unterstützen wird, begrüßten alle. ga