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Die Bürger hatten viele Fragen

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Inzell. Viele der Besucher, die zum »Politischen Dienstag« der SPD/Bürger für Inzell in die Kritische Akademie gekommen waren, wollten sich nicht nur über die Ziele des Bürgermeisterkandidaten Johann Egger und der Listenverbindung informieren. Sie nahmen die Gelegenheit wahr, in einer für alle überraschend intensiven Art und Weise, ihre Fragen zu unterschiedlichsten Themen zu stellen und Antworten von den Verantwortlichen für die Zukunft zu fordern.


Die Frage nach Umsetzungsmöglichkeiten des Listenzieles »Mehr Bürgerbeteiligung« sähe Egger durch Einsatz von Arbeitsgruppen, deren Ergebnisse in die Entscheidungen einfließen, umgesetzt. Ob sich Inzell das sanierungsbedürftige Schwimmbad überhaupt noch leisten könne, müsse man erst durch eine Bestandsaufnahme und Definition der dringendsten Arbeiten ermitteln.

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Das Ansinnen nach Ansiedlung eines Hotels in Inzell sieht Egger nach wie als erstrebenswert an. Sehr positiv sei hier die Entwicklung in der Ortsmitte, wo im ersten Schritt nunmehr das ehemalige Hotel Post umgebaut werde. Mit bereits jetzt zugesagten Mitteln aus der Städtebauförderung soll dann das Umfeld neu gestaltet werden, so Egger.

Eine Steigerung der Bettenauslastung von derzeit 34 Prozent könne man sicher auch durch mehr Unterstützung und Beratung der Kleinvermieter erreichen. Der Bürgermeisterkandidat sieht auch den Tourismus und das Thema Gewerbeansiedlung parallel umsetzbar, ohne dass wertvolle Landschaft massiv verbaut werden müsse, was eine Bürgerin befürchtete. Generell sollte in Zukunft der Tourismus nicht nach Masterplänen mit überdimensionierten Hotel-Arealen forciert, sondern mit gesundem Augenmaß, und zu Inzell passend, weiterentwickelt werden.

Egger: Eishalle ist kein reiner Negativposten

Entgegen einer Einschätzung aus den Reihen der Diskussionsrunde sieht Egger die Eishalle nicht als reinen Negativposten. Sicher gebe es noch Probleme. Durch die Halle kämen aber auch mehr Sportler und Zuschauer nach Inzell, was wiederum dem Tourismus zugute komme. Außerdem könne man nicht mehr Geld vom Bund und Land einfordern, da Inzell sich für mindestens 20 Jahre zum Unterhalt verpflichtet habe. Wichtig sei es allemal, die Unterhaltskosten akribisch im Auge zu behalten und auf ein tragbares Maß zu senken. Natürlich müsse man auch die angesprochene Bildung von Rücklagen im Auge behalten.

Wie sich die Zuschuss-Situation nach dem dafür ausschlaggebenden Abschneiden bei den Olympischen Spielen entwickeln werde, könne momentan nicht vorausgesagt werden. Die Anregung, erneut eine Kooperation mit den Nachbargemeinden zu suchen, um bestimmte Einrichtungen und Sportanlagen gemeinsam zu nutzen oder eventuell sogar eine gemeinsame »Bonus-Card« einzuführen, möchte Egger auf alle Fälle gern aufgreifen und versuchen umzusetzen.

Hohe Wellen schlug in der Diskussion die angedachte Beschneiung einer Langlaufloipe mit Schneekanonen in Inzell. Hier wurden insbesondere die Fragen heiß diskutiert, ob dies generell notwendig und ökologisch sinnvoll sei und das Lebensmittel Wasser fahrlässig verprasst würde. Alle Redner mussten zu dieser Frage leider passen, da lediglich bekannt ist, dass im Haushalt offenbar bereits 100 000 Euro für das Projekt vorsorglich eingestellt wurden, aber weder die Fraktionen, noch der Gemeinderat Genaueres über das Vorhaben wissen.

Nordic-Walking-Pläne: Reaktivierung vorstellbar

Auf die Frage nach der Berücksichtigung des sogenannten »Schladminger Papiers« musste Egger einräumen, dass die Festlegungen für die Entwicklung des Tourismus darin nur kurzzeitig umgesetzt und seit Jahren nicht aktualisiert wurden. Hier sollte man sicher wieder aktiv werden und das Papier allen, die im Bereich Tourismus planen, zugänglich machen.

Auch die Frage, warum das florierende, für alle Gäste attraktive und einfach umzusetzende Angebot Nordic Walking trotz prämierter Strecke und Schaffung eines Nordic-Walking-Zentrums wieder fallengelassen wurde, konnte Egger nicht schlussendlich beantworten. Er könne sich aber gut vorstellen, eine Reaktivierung anzustoßen. wb