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Die Bergwacht Bergen war nicht nur am Berg gefordert

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Mitglieder der Bergwacht Bergen unterstützten die Feuerwehren auch bei der Brandbekämpfung am Engelstein im Juli.

Bergen. Neben fast 30 klassischen Bergrettungseinsätzen war die Bergener Bereitschaft im vergangenen Jahr auch bei einigen untypischen Einsätzen gefordert. Dazu gehörten die Unterstützung der Feuerwehren bei den Bränden am Engelstein und am Thumsee sowie der Kampf gegen das Hochwasser im Bereich Bergen – alles Aufgaben, die für die über 40 Aktiven eher unüblich sind.


Umso mehr freute sich Bereitschaftsleiter Kristian Krammer, dass alle Einsätze gewohnt professionell und ohne Schaden für die Retter abgelaufen sind. Bei der Jahreshauptversammlung im Bergwachthaus freute er sich, dass es mit dem neuen Nachwuchs jetzt 44 Aktive gibt und noch vier Anwärter in Ausbildung sind. Auch die Zahl der Fördermitglieder stieg leicht an.

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Dann ging Krammer nochmals auf die 30 Einsätze des vergangenen Jahres – sechs davon mit Hubschrauber-Unterstützung – ein, die alle souverän, sicher und zur Zufriedenheit der Patienten abgewickelt worden seien. Er führte dies auf den guten Ausbildungsstand der Mitglieder und ihre hohe Motivation zurück, was sich auch an den gut besuchten Ausbildungsabenden und der Teilnahme an den Übungen im Gelände festmachen lasse.

Er würdigte besonders die Bergwachtmitglieder, die sich zusätzlich als Einsatzleiter im Achental, bei der Skiwacht am Hochfelln, im Kriseninterventionsdienst Berg (KID), in der Diensthundestaffel oder in Führungspositionen innerhalb der Bergwacht Bayern weit über Bergen hinaus engagieren.

Mit ihren handwerklichen Fähigkeiten waren die Mitglieder aber auch bei verschiedenen Bauarbeiten gefordert, etwa bei der Erneuerung des Zaunes um das Bergwachthaus mit dem vom Forstamt gestifteten Holz und beim Bau einer weiteren Garage für das neue Einsatzfahrzeug. Um die Ausgaben möglichst gering zu halten, wurden fast alle Arbeiten von Mitgliedern der Bergwachtbereitschaft übernommen. Zusätzlich waren ortsansässige Firmen der Bergwacht mit großzügigen Rabatten entgegen gekommen. In Anbetracht dieser Tatsache und der Förderbeiträge und Spenden konnte Kassier Toni Osenstetter berichten, dass die Bergwacht auch in finanzieller Hinsicht gut aufgestellt ist.

Zwei Drittel der Einnahmen, von denen unter anderem der Neubau der Garage finanziert wurde, die Fahrzeuge unterhalten wurden, Einsatzkleidung, Ausrüstung und medizinischer Sachbedarf ergänzt wurden, hatte die Bereitschaft selbst erwirtschaftet. Nur zu einem Drittel musste auf Geldmittel des Landes, der Region und der Gemeinde zurückgegriffen werden.

Aber auch für die Geselligkeit war im vergangenen Jahr Zeit und Raum geblieben. Kristian Krammer erinnerte an das Bergwachtkranzl, die Beteiligung beim Ferienprogramm der Gemeinde, die Beteiligung am Vereinstag in der Schule, den Ausflug zum Berchtesgadener Untersberg, das Pattenbergfest im August, die Bergmesse, das Bergwacht-Schafkopfrennen und so manch kurzfristig organisiertes Fest auf der Bergwachthütte.

Für das Ausbilderteam ließ Franz Aschl nochmals die Ausbildungsabende und die zum Teil bereitschaftsübergreifenden Übungen Revue passieren. Als Bestätigung ihrer Arbeit werten die Ausbilder die sehr gute Beteiligung und die erfolgreiche Teilnahme der Anwärter an den verschiedenen Prüfungs-Modulen.

Günter Hächl, der in der Bereitschaft die Sanitätsausbildung koordiniert, unterstrich die besonderen Anforderungen, die mit der rasanten Entwicklung und den Veränderungen im Bereich der medizinischen Versorgung verbunden sind und zeigte sich sehr erfreut darüber, mit Andrea Schnitzer und medizinisch gut ausgebildeten Bereitschaftsmitgliedern professionelle Ausbilder im eigenen Bereich zu haben. Auch er hatte im vergangenen Jahr den Schwerpunkt auf die praktische Ausbildung im Gelände gelegt, um so weitgehend realistische und einsatznahe Bilder stellen zu können.

Naturschutzwart Michael Schweiger sprach nochmals die Naturschutzstreifen an, die die Aktiven im Sommer-Halbjahr als Vorsorgedienst an den Wochenenden übernahmen, und berichtete über die erfolgreiche Naturschutzprüfung für die Region im Bereich Hochfelln. Ernst Bresina und Tobias Kronawitter berichteten über die bereitschaftsübergreifenden Einsätze, an denen sie mit ihrem Suchhund und als Mitglieder des Kriseninterventionsdienstes Berg (KID) teilgenommen hatten.

Viel Interessantes aus dem Bereich der Führung der Bergwacht Bayern berichtete Stefan Schneider. Er war im Juni als Stellvertretender Vorsitzender der Bergwacht Bayern in den Landesausschuss gewählt worden und trägt dort mit Norbert Heiland und Prof. Nik Klever Verantwortung für die Strukturen und Erfordernisse auf allen Ebenen der Bergwacht Bayern. Bürgermeister Bernd Gietl lobte auch in seiner Funktion als langjähriger Bürgermeister der Gemeinde Bergen und als Geschäftsführer der Hochfelln-Seilbahn das Engagement, die stete Einsatzbereitschaft und die immer reibungslose und gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde und der Bahn. Abschließend würdigte auch Kristian Krammer all die vielen Helfer und Unterstützer, die wieder zu einem erfolgreichen Jahr beigetragen hatten.