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Die Beppos: Spaßmacher des Ruhpoldinger Biathlon-Weltcups

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Die Beppos sind für jeden Spaß zu haben – und sorgen bei den Besuchern des Biathlon-Weltcups für gute Stimmung.
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Die Ruhpoldingerin Christel Lechner koordiniert seit 18 Jahren die Einsätze der Beppos. (Foto: Brenninger)

Jeden Freitag trainieren die Turnerinnen des SV Ruhpolding – fast jedenfalls. Denn seit November wird nicht mehr geturnt, sondern eifrig getanzt – und das hat einen guten Grund: Sie haben nämlich Jahr für Jahr beim Biathlon-Weltcup in Ruhpolding ihren großen Auftritt.

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Und das gleich in doppelter Hinsicht: Einmal stehen sie nämlich als Tänzerinnen auf der Bühne im Champions-Park im Mittelpunkt, an den anderen Tagen ist ihre Aufgabe die Zuschauer zu unterhalten – und zwar als Beppos.

Christel Lechner ist für die flauschigen Loipenfüchse verantwortlich – und das nun schon im 18. Jahr. Für den anstehenden Weltcup steht das Maskottchen-Team natürlich schon längst wieder fest. »20 Beppos und zwei kleine Beppos werden diesmal dabei sein«, sagt Lechner nicht ohne Stolz und fügt hinzu: »Ich habe Jahr für Jahr wahnsinnig viele Anfragen.«

Die Kriterien für eine Aufnahme sind streng

Aber die Kriterien für die Aufnahme sich streng. »Man muss turnen können und eben bei der Abteilung dabei sein.« Und obendrauf auch noch in der Gruppe von Christel Lechner sein. »Die jüngeren Turnerinnen wollen deshalb schon früh immer zu mir kommen«, erzählt die 51-Jährige lachend.

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Die Ruhpoldingerin Christel Lechner koordiniert seit 18 Jahren die Einsätze der Beppos. (Foto: Brenninger)

Die Auftritte der Beppos sind übrigens nicht ohne – da fließt durchaus viel Schweiß und die Mädchen müssen deswegen fit sein. »Das ist schon wahnsinnig anstrengend«, betont Christel Lechner. Und das bestätigen auch ihre Turnerinnenen Christina Geiselmann, Sabrina Landler, Sandra Meisl und Martina Hechenbichler, die auch in diesem Jahr wieder als Beppos aktiv sein werden. »Man läuft die ganze Zeit rum und im Kostüm wird's dann auch richtig warm«, erzählt Christina Geiselmann.

Aber alles halb so wild, betonen die Mädchen. »Wir sind sehr stolz darauf, dass wir Beppos sein dürfen und viele unserer Freunde sind darauf neidisch«, betonen sie. Schließlich kommen sie als Beppos den Biathlon-Stars – etwa bei der Eröffnungsfeier – ganz nah. »Da möchte man, dass die Zeit gar nicht endet«, sagt Sandra Meisl.

Die vier sind seit 2016 dabei – just also seit dem Jahr, als die Ruhpoldinger spontan den Weltcup von Oberhof übernommen haben. »Das war cool, da durften wir gleich zweimal als Beppos ran«, erinnern sie sich an das Premieren-Jahr besonders gern zurück.

Die Mädchen, die alle im Alter zwischen 13 und 23 Jahre alt sind, sind beim Weltcup immer in Gruppen von fünf Beppos unterwegs. Christel Lechner achtet bei der Einteilung auch darauf, dass jedes Mädchen nur einen Tag schulfrei braucht. »Und einige arbeiten ja auch schon«, sagt sie.

Und dass ihre Arbeit und die Auftritte der Mädchen – ab und an war auch schon mal ein Bub dabei – gut ankommt, sieht man daran, dass die Beppos seit 2001 einen eigenen Fanclub haben – und zwar die »Loipenfüchse« aus Ellenberg. »Das ist wirklich total lieb«, findet Christel Lechner. Aber die Beppos haben bei den Biathlon-Fans ohnehin einen hohen Stellenwert. »Wir bekommen immer ganz viele nette Reaktionen von den Zuschauern«, betont Lechner und freut sich für ihre Turnerinnen. »Die Beppos sind etwa immer wieder ein beliebtes Fotomotiv.«

Und auch die Tanzeinlage bei der Siegerehrung am Samstag im Champions-Park ist eine tolle Sache für die Turnerinnen. »Wir studieren dafür jedes Jahr einen anderen Tanz ein«, sagt Sandra Meisl. »Und da sind wir viel nervöser als im Beppo-Kostüm«, schiebt Sabrina Landler hinterher. »Auf der Bühne sind ja überall Kameras und dann sieht man sich plötzlich schon mal riesengroß auf der Leinwand«, ergänzt Martina Hechenbichler, »und es sind da ja auch so wahnsinnig viele Leute da. Da hofft man dann einfach, dass alles gut geht.«

In Ruhpolding, finden die Mädchen, kommt man dem Biathlon-Virus auch gar nicht aus. »Da ist so viel los, da muss man sich förmlich mitreißen lassen«, sagen sie. Bestes Beispiel dafür ist eben auch Beppo-Chefin Christel Lechner. Sie ist bisher bei jedem Biathlon-Weltcup in Ruhpolding dabei gewesen.

»Beim ersten war ich noch mit der Schule als Zuschauerin vor Ort«, erinnert sie sich. Später half sie dann aktiv mit – zunächst in der Sprecherkabine, dann bei den Beppos. Und natürlich steckte die Ruhpoldingerin einst auch selbst im Beppo-Kostüm. »Da haben wir so allerhand Schabernack getrieben«, erinnert sie sich. »Wir haben den Zuschauern den Rucksack weggenommen oder auch mal untergehakt.« Ein prägendes Erlebnis für sie: »Einmal habe ich mit einer Kollegin von der großen Schanze runter lauter Purzelbäume gemacht. Auch das kam an.«

Und auch ihre Mädchen sollen nach wie vor für gute Stimmung unter den Zuschauern sorgen. »Und natürlich dürfen sie auch alles machen«, betont sie. »Und, wenn Not am Mann ist, dann schlüpfe ich auch noch selber ins Kostüm«, sagt Lechner und freut sich sichtlich auf ihren nächsten Einsatz.

Die Beppos gibt es schon seit 1985

Die Kostüme liegen natürlich auch schon wieder parat. Diese sind über die Jahre übrigens immer professioneller geworden. »Ganz früher waren es nur Fuchsmasken aus Plastik«, erinnert sich Christel Lechner. Mittlerweile sind die Kostüme aus Stoff. Die Beppos gibt es nun übrigens schon seit 1985 und das Ruhpoldinger Maskottchen stammt aus der Feder von Sepp Wels, ein Mitglied des damaligen Helferkreises.

Aber dann haben Christel Lechner und ihre vier Mädchen keine Zeit mehr. Denn immer mehr Turnkolleginnen kommen zum Gespräch dazu und das Training startet in wenigen Minuten. Zwei Stunden sind angesetzt. Schließlich wollen die Mädchen auch in diesem Jahr wieder bestens vorbereitet für den Biathlon-Weltcup sein – und das in doppelter Mission: als Beppos und als Tänzerinnen. SB