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Die Bedeutung einer Friedenswallfahrt nimmt zu

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Vorstand Johann Niederstraßer entzündete die Gelöbniskerze, die Pfarrer Horst Kreß (rechts) anlässlich seines 50-jährigen Priesterjubiläums gespendet hatte. (Fotos: Dumberger)
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Zahlreiche Mitglieder aus den Krieger- und Soldatenkameradschaften nahmen am Kriegergelöbnisfest teil.

Teisendorf – Die Bedeutung einer Friedenswallfahrt nehme durch die dramatischen Ereignisse in jüngster Vergangenheit zu. Dies betonte Geistlicher Rat Pfarrer Horst Kreß in seiner Predigt beim 146. Kriegergelöbnisfest. Dazu hatten sich zahlreiche Mitglieder der 16 Krieger- und Soldatenkameradschaften aus dem Rupertiwinkel bei sommerlichen Temperaturen in Weildorf eingefunden.


Nach dem morgendlichen Empfang der Teilnehmer und Ehrengäste am Haus der Vereine zogen die Wallfahrer mit ihren Fahnenabordnungen in einem langen Kirchenzug zum Gottesdienst in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt. Angeführt wurden sie dabei von der Trachtenkapelle Neukirchen unter der Leitung von Thomas Prechtl.

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Wem der Weg zu weit war, der fuhr mit der Kutsche

An der Spitze des zweiten Zuges sorgte Anton Zenz mit der Musikkapelle Weildorf für den richtigen Takt. Diejenigen, denen der Fußmarsch zu beschwerlich war, durften auf den von Georg Dumberger und Hans Krammer angespannten Pferdewagen Platz nehmen.

Zu Beginn des festlichen Gottesdienstes segnete Pfarrer Horst Kreß die Gelöbniskerze, die er in diesem Jahr anlässlich seines 50-jährigen Priesterjubiläums selbst gestiftet hatte. Anschließend zündete sie der erste Vorstand des Gelöbnisvereines, Johann Niederstraßer, feierlich an.

Bewegende Worte fand der Geistliche, der gemeinsam mit Diakon Hans Schmidt die Messe zelebrierte, in seiner Predigt im Rahmen des Festgottesdienstes. Mit einem Rückblick auf die Attentate und Amokläufe der vergangenen Tage, führte er den Anwesenden vor Augen, dass sich die Ereignisse derzeit überstürzten. Die Welt sei enthemmt, sagte er. Oft werde nicht mehr zwischen Wirklichkeit und virtuellem Spiel unterschieden.

Pfarrer Kreß forderte die Gottesdienstbesucher gerade deshalb dazu auf, die Treue zu den christlichen Werten zu verteidigen und sie im Alltag auch zu leben, außerdem den Zusammenhalt und die Gemeinschaft in den Krieger- und Soldatenkameradschaften zu pflegen und schließlich »Die Königin des Friedens«, die heilige Gottesmutter Maria, und ihren Sohn Jesus um Frieden zu bitten.

Nicht die Gier nach materiellem Reichtum mache die Menschen froh, predigte er bezugnehmend auf das Evangelium, sondern das Üben von Geschwisterlichkeit und das Teilen der Güter dieser Erde mit allen Menschen – ganz gleich, zu welcher Weltreligion sie gehören. Musikalisch umrahmt wurde die Eucharistiefeier von der Trachtenkapelle Neukirchen.

Beim Totengedenken am Kriegerdenkmal lag die musikalische Gestaltung der würdigen Feier in den Händen der Musikkapelle Weildorf. Nach den Gebeten von Pfarrer Horst Kreß stellten die Vorstände Johann Niederstraßer und Stefan Mösenlechner gemeinsam eine Blumenschale nieder zum Gedenken an die verstorbenen, gefallenen und vermissten Kameraden, aber auch an die Opfer der jüngsten Terroranschläge. Bei gesenkten Fahnen und dem Lied vom guten Kameraden ertönten drei Salutschüsse zu Ehren der Toten.

Fest am Haus der Vereine

Im Anschluss marschierten die zahlreichen Teilnehmer an der Gedenkfeier gemeinsam unter den Klängen der beiden Musikkapellen wieder zurück zum Haus der Vereine, wo das Fest mit einem gemütlichen Beisammensein fortgesetzt wurde.

Dort konnte Vorstand Hans Niederstraßer unter den zahlreichen Anwesenden auch den stellvertretenden Vorsitzenden der Vereinigten Krieger- und Soldatenkameradschaften des Chiem- und Rupertigaus, Anton Linner, Gauehrenvorstand Siegfried Engl, den Kreisvorsitzenden Stefan Fritzenwenger und die drei Bürgermeister der Gemeinde Thomas Gasser, Norbert Schader und Gernot Daxer begrüßen.

Die Teilnehmer der Wallfahrt feierten bestens verpflegt und von den beiden Musikkapellen mit schwungvollen Bläserklängen musikalisch unterhalten bis in die Nachmittagsstunden. sd

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