weather-image
12°

Die Bauarbeiter hatten keine Ferien

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Eine große Maßnahme ist der aktuelle Bau des neuen Flügels für das Johannes-Heidenhain-Gymnasium in Traunreut. Dort entstehen 18 Klassenzimmer und die Räume für die Oberstufenkurse. (Foto: H. Eder)

Traunreut. Wenn auch auf vier Jahre verteilt, sind der Neubau und die Sanierung des Johannes-Heidenhain-Gymnasiums mit Abstand die teuerste kommunale Baumaßnahme, die es je in Traunreut gegeben hat. Rund 17,5 Millionen Euro wird der Landkreis dafür aufbringen müssen, wenn die Baumaschinen – voraussichtlich im Herbst 2017 – komplett abgezogen sein werden, abzüglich erwarteter Staatszuschüsse in Höhe von fünf Millionen Euro. Wenn die Schüler nach den Ferien in die Schule zurückkehren, werden sie sich wundern, was hier in der Zwischenzeit geschehen ist.


Das Auskoffern der Baugrube haben sie noch vor Ferienbeginn mitverfolgen können. Jetzt aber sind Bodenplatte und Kellerwände bereits betoniert. Derzeit wird gerade die Kellerdecke fertiggestellt. Der Gebäudeteil, der hier entsteht, wird im Endstadium einer von den zwei großen Flügeln des endgültigen Gebäudes sein.

Anzeige

Westflügel wird ab 2016 generalsaniert

Der frühere Ostflügel war bereits im Frühjahr abgerissen worden, der Baubeginn nach dem Aushub der Baugrube verzögerte sich, weil dem Kreistag die Kosten etwas aus dem Ruder gelaufen waren. Der neue West-Ost-Baukörper wird in der Endphase zusammen mit dem jetzigen Westflügel den neuen Gebäudekomplex bilden. Der Westflügel wird als einziger Teil der ursprünglichen U-Form nicht abgerissen, sondern generalsaniert – was wohl schwerpunktmäßig im Jahr 2016 der Fall sein wird.

Wenn der Bau fertig ist, wird er 18 Klassenzimmer plus die Räume für die Oberstufenkurse enthalten zuzüglich der Fachräume und der Verwaltung, die dann in den Westflügel umziehen wird. Damit sollte für die Zukunft, davon ist Schulleiter Dr. Robert Anzeneder überzeugt, genügend Raum für die Schüler vorhanden sein.

Aktuell hat das Gymnasium neben den Oberstufenjahrgängen 18 Klassen – alle Jahrgänge dreizügig – mit rund 550 Schülern. Die notwendige Anzahl von Klassenräumen ist jetzt bereits vorhanden, indem nämlich ein »Schulersatzbau« an der Ostseite aufgestellt wurde. Das sind 24 Container, die zusammengesetzt sechs Klassenzimmer auf zwei Etagen und einen Verbindungsgang ergeben.

Diese Ersatz-Klassenzimmer unterscheiden sich im Inneren kaum von normalen Klasszimmern, sind sogar mit Klimaanlage ausgestattet und mit allem bestückt, was man für einen modernen Unterricht braucht. Oberstudiendirektor Anzeneder ist voll des Lobes: »Das ist eine hervorragende Lösung. Auf diese Weise können wir die Bauzeit gut überbrücken.«

Ab 2017 wird der Südbau abgerissen

Zum Ende des Jahres soll der aktuelle Bau auf dem bisherigen Eingangsbereich im Rohbau unter Dach sein, bezugsfertig wird das Gebäude aber wohl erst zum Ende des kommenden Jahres. Dann beginnt die Sanierung des Westflügels. Ab Anfang 2017 wird der alte Südbau, in dem jetzt die Verwaltung untergebracht ist, abgerissen. Bereits ab 2016 kann wohl auch der neue Eingangsbereich in Betrieb genommen werden, der im aktuellen Baukörper entsteht. Derzeit kann das Gymnasium nur über einen Seiteneingang betreten werden. Dieser befindet sich in dem bereits 2008 für drei Millionen Euro gebauten Erweiterungstrakt an der Vorderseite des Gymnasiums. Der neue Haupteingang rückt näher an die Adalbert-Stifter-Straße, gleichzeitig entsteht ein zentraler Pausenhof.

Bei all den Baumaßnahmen hat Oberstudiendirektor Anzeneder keine Sorge, dass der Unterricht dadurch zu sehr gestört würde. Denn bei dem an den Bau angrenzenden Westflügel sind die Klassenzimmer auf der vom Baulärm abgewandten Seite. Auch die Klasszimmer im Container sind durch den noch bestehenden Eckbau vom Lärm geschützt. Am meisten vom Lärm betroffen ist der Verwaltungstrakt mit Sekretariat und Direktorat; dafür hat man von dort einen hervorragenden Blick auf die Baustelle.

Neue Aula mit bis zu 400 Sitzplätzen

Was zu dem aktuell im Bau befindlichen Gebäudeteil noch dazukommt, ist die neue, ebenerdige Aula. Auf die freut sich Direktor Anzeneder schon sehr, musste doch in den letzten Jahren bei Abiturfeiern und sonstigen großen Veranstaltungen entweder in die benachbarte Turnhalle oder ins k1 ausgewichen werden. Die neue Aula wird so groß sein, dass sie locker mit 400 Sitzplätzen ausgestattet werden kann. Sie wird eine Bühne bekommen, die auch von den hinteren Plätzen gut einzusehen sein wird. Auch von der Raumform wird sie besser sein als die jetzige Aula, die doch, so Anzeneder, ein langer Schlauch ist, in dem die Menschen auf den hinteren Plätzen nicht mehr viel mitbekommen haben.

Alles in allem ist der Direktor sehr zufrieden. Er lobt die gut geplante Bauabwicklung in höchsten Tönen und freut sich darüber, dass mit dem Einbau eines Aufzugs und allen sonstigen Erfordernissen das Gymnasium künftig voll behindertengerecht sein wird; denn »das war es bis jetzt gar nicht«, wie er bedauernd feststellt. he