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Die Ära Paul Obermeier ist Geschichte

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Der Georgiverein hat einen neuen Vorsitzenden. Unser Bild zeigt (von links) Schriftführer Franz Wimmer, Kassierin Vroni Obermeier, den bisherigen Vorsitzenden Paul Obermeier sowie die beiden Vorsitzenden Martin Reif und Matthias Hartl. (Foto: Mix)

Traunreut – 32 Jahre als Vorsitzender sind nach Meinung von Paul Obermeier genug. Aus diesem Grund stand er bei der Neuwahl des Vorstandes vom Georgiverein nicht mehr zur Verfügung. Nachfolger ist Martin Reif. Der Georgiritt von Stein nach St. Georgen findet am Sonntag, 12. April statt.


Der Verein wurde 1925 gegründet mit dem Zweck, den mehrere 100 Jahre alten Georgiritt nach alter Tradition einmal im Jahr zu veranstalten. Nach 20-jähriger Pause – der Ritt war mangels teilnehmender Pferde eingestellt worden – wurde der Verein 1983 wiedergegründet. Damals war Paul Obermeier neben Georg Pöschl treibende Kraft, um den Brauch des Pferdeumritts wieder einzuführen. Obermeier wurde damals zum Vorsitzenden gewählt und hatte diesen Posten seitdem inne. Martin Reif und Franz Wimmer sind ebenso lange als Kassier beziehungsweise Schriftführer im Vorstand tätig.

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Bei der Jahreshauptversammlung wählten nun die Mitglieder einstimmig Martin Reif zum neuen Vorsitzenden, Stellvertreter bleibt Matthias Hartl, Franz Wimmer bleibt Schriftführer. Neue Kassierin ist Vroni Obermeier. Der Beirat wurde mit jungen Mitgliedern aufgefüllt. Herbert Brandl, Alois Irlacher, Walter Schuhbeck, Hans Stitzl und Josef Namberger wurden als Ausschussmitglieder bestätigt. Neu hinzugekommen sind Stefan Daxenberger, Martin Reif jun., Markus Leitner und Martin Mayer. Kassenprüfer ist Hans Schupfner.

Wie Paul Obermeier betonte, stehen beim Georgiritt der religiöse Brauch und der Erhalt der alten Tradition im Vordergrund. Dr. Michael Elsen und Matthias Hartl blickten zurück auf seine 32-jährige Amtszeit. Elsen hob hervor, dass seit der erneuten Aufnahme des Rittes Stein viel an Ansehen gewonnen habe: »Der Georgiritt ist eine offene Demonstration des Glaubens und Paul Obermeier hat als Vorsitzender mit Kompetenz, Verantwortung und Sorgfalt zur Pflege dieses alten Brauchs beigetragen.«

Wie Hartl ausführte, fiel der Ritt in den vergangenen 32 Jahren nur zweimal wegen Seuchengefahr aus. In Obermeiers Amtszeit wurden eine neue Vereins-Standarte und eine neue geschnitzte Georgs-Figur für den Festwagen angeschafft, die historischen Gewänder restauriert und vieles mehr. Der scheidende Vorsitzende erhielt eine geschnitzte Figur des Heiligen Georg als Dank für sein langjähriges Engagement.

Bürgermeister Klaus Ritter und Brauereichef Stefan Haunberger zollten dem Verein und dem scheidenden Vorsitzenden für seine Arbeit größtes Lob. Der Bürgermeister dankte im Namen der Stadt dafür, dass der alte Brauch erhalten wird und den Besuchern immer wieder große Freude bereitet. Haunberger meinte: »Es ist toll, was in Stein alles geboten wird und wie viel Engagement dahinter steht.«

In seinem letzten Kassenbericht von 2014 vermeldete Martin Reif ein Plus in Höhe von rund 1900 Euro. Nachdem in den Jahren zuvor immer ein Minus verbucht werden musste, hatte der Verein letztes Jahr den Preis der Zeichen für die Zuschauer auf 2,50 Euro erhöht und erzielte nun erstmals wieder ein positives Ergebnis.

Der Georgiritt 2015 findet am Sonntag nach Ostern, 12. April statt. Pünktlich um 14 Uhr wird sich der Zug wieder in Stein auf den Weg machen und über Fasanenjäger und Anning nach St. Georgen gehen, wo die Georgi-Bruderschaft den Reitern entgegenkommt. Dieses Jahr wird Diakon Uwe Kraus allen Pferden und Reitern den Segen erteilen. Die Feuerwehr Stein bewirtet die Besucher wie gewohnt im Bierzelt am Feuerwehrhaus. Wie jedes Jahr nehmen Mitglieder des Georgivereins Stein auch an Umritten in der Umgebung teil. Am 6. April ist der traditionell am Ostermontag stattfindende Ritt in Traunstein, am 19. April steht Sonham auf dem Programm, am 26. April Tittmoning und am 25. Mai Holzhausen. mix