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Die 1700er-Marke bei Mitgliedern fast erreicht

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Mit einer Urkunde ehrten Oberbürgermeister Christian Kegel (links) und der Ortsvorsitzende Jürgen Pieperhoff (rechts) Anton Wehweck für 70 Jahre Mitgliedschaft. (Foto: Buthke)

Traunstein – Seit 2004, als die Hartz-IV-Gesetzgebung in Kraft trat, geht es bei der Mitgliederentwicklung des VdK-Ortsverbands Traunstein stetig bergauf.


Bei der Jahreshauptversammlung im Gasthaus Sailer-Keller sagte der Vorsitzende Jürgen Pieperhoff, dass der Ortsverband mit 1698 Mitgliedern die 1700er-Marke in diesem Jahr fast erreicht habe. Gegenüber dem Vorjahr sei dies eine Steigerung von 4,5 Prozent. »Es gibt in Traunstein keinen Verein, der ein solches Wachstum hat.«

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Mit der Stadt Traunstein verbinde den VdK-Ortsverband der Volkstrauertag, mit dem er der Toten der beiden Weltkriege gedenke und den man gemeinsam organisiere. In Zeiten wachsender politischer Unsicherheiten in der ganzen Welt sei es für den VdK wichtig, immer daran zu erinnern, dass Krieg keine Lösung sei. Noch heute litten Städte unter den Folgen des Kriegs, denn Bombenfunde belasteten Bauarbeiten und gefährdeten Menschen.

Auf Pieperhoffs Betreiben hin habe der VDK-Kreisverband die erste Seniorenmesse »Sechzig aufwärts« durchgeführt (wir berichteten). Weil diese Aufgabe für den Traunsteiner Ortsverband zu groß gewesen sei, habe er den Kreisverband gebeten, das Thema aufzugreifen. »Über 3500 Besucher krönten unseren Erfolg mit ihrem Besuch«, so der Ortsvorsitzende. Aufgrund des großen Zuspruchs aus der Bevölkerung sowie einer großartigen Zusammenarbeit im Organisationsteam und mit der VdK-Kreisgeschäftsstelle habe man sich entschieden, für 2019 die zweite Seniorenmesse »Sechzig aufwärts« vorzubereiten.

»Mann der ersten Stunde« wurde geehrt

Zusammen mit der zweiten Vorsitzenden Ute Wagner nahm Pieperhoff die Ehrung langjähriger Mitglieder vor. Seit der Gründung des VdK vor 70 Jahren ist Anton Wehweck dabei, der mit einer Urkunde geehrt wurde. Das gilt auch für den Mann der ersten Stunde, Ludwig Stüdlein, der aus gesundheitlichen Gründen verhindert war. Seit 65 Jahren hält Melanie Strohhammer dem VdK die Treue. Für 40 Jahre wurde Rudolf Willsch geehrt. Die weiteren Geehrten waren Doris Eibl, Ingeborg Feltes und Bruno Uka (30 Jahre), Angelika Drescher, Ingrid Eckert, Lorenz Lapper, Peter Wendt, Erna Skowajsa und Hannelore Rupertinger (25 Jahre).

Die Frauenbeauftragte Renate Schuster berichtete von zehn Kaffeekränzchen. Mit 30 bis 40 Teilnehmern sei der Zulauf sehr gut. Außerdem gebe es noch eine Nordic-Walking-Gruppe, die kleine Runde gingen, eine Gruppe für langsamere und eine Gruppe für schnellere Teilnehmer.

Für die verhinderte Schatzmeisterin Marinella Marx gab der Vorsitzende den Kassenbericht. Besonderes wies er auf die Spenden aus der Sammlung »Helft Wunden heilen« hin, bei denen einige Firmen einen Beitrag von 560 Euro geleistet hätten. Zum Jahresanfang habe der Ortsverband beim VdK-Landesverband Anleihen von 21 000 Euro verzeichnet. »Anleihen kaufen wir, wenn wir aktuell keine sozialen Projekte fördern können, die strengen gesetzlichen Auflagen unterliegen.«

Im vergangenen Jahr habe der Ortsverband 5000 Euro Anleihen aufgelöst, da ihn Hilfeersuchen von in Not geratenen Menschen erreicht hätten. Oftmals seien dies Personen aus dem Frauenhaus, alleinerziehende Mütter oder Menschen, die Schwierigkeiten hätten, ihren Wohnraum zu erhalten. »Die wachsende Summe der Gelder, die sowohl die Ortsverbände als auch der Kreisverband an hilfsbedürftige auszahlen, zeigt, dass unser Sozialwesen weiter in Schieflage gerät«, stellte Pieperhoff fest. Einige wenige verfügten über so viel Geld, dass sie es kaum zählen könnten, während immer mehr Menschen darum kämpften, die drastisch gestiegenen Mieten, Stromkosten und Lebensunterhaltskosten zu bezahlen. Auch das Thema »Rente« beschäftige den VdK auf Landes- und Bundesebene und er kämpfe darum, den Schaden zu begrenzen.

Mit Blick auf die derzeit laufenden Wahlen zum Seniorenbeirat stellte dessen Vorsitzender Dr. Frieder Klein den VdK-Mitgliedern das Gremium vor. Der Seniorenbeirat ist demnach das Bindeglied zwischen der Stadt und den Senioren. Gekümmert habe sich der Seniorenbeirat um die Aufstellung von Bänken, um Geschäfte, die den Einkauf nach Hause liefern, um die Friedhofsgebühren sowie um einen Mehrgenerationenplatz mit Bocciabahn. Beim Stadtverkehr habe er sich vehement für die Einrichtung des Rufbusses eingesetzt, der die Leute an 58 Bedarfshaltestellen abholt. Inzwischen befördere der Rufbus monatlich 800 Fahrgäste.

OB lobte Messe »Sechzig aufwärts«

Oberbürgermeister Christian Kegel lobte die Vorstandschaft für die Arbeit. Der VdK decke ein breites Spektrum ab und sei daher eine wichtige Einrichtung in der Stadt Traunstein. Auch Kegel hob den Erfolg der Seniorenmesse »Sechzig aufwärts« hervor. Der Ansturm habe gezeigt, welches Potenzial und welche Wünsche von der Pflege bis zur Reise vorhanden seien. Bjr

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