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Diakonisches Werk investiert viel Geld

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Im Wilhelm-Löhe-Heim in Traunreut werden derzeit Kinderhäuser so ausgebaut, dass alle Kinder Einzelzimmer haben können. Die Maßnahme wird maßgeblich von der Heidenhain-Stiftung und der Aktion »Sternstunden« unterstützt. (Foto: H. Eder)

Traunreut – Eine ganze Reihe von Baustellen hat das Diakonische Werk am Laufen. In seinem letzten Bericht auf einer Dekanatssynode über die Arbeit der Diakonie umriss der scheidende Geschäftsführer Thomas Zugehör in Traunreut die wesentlichen Maßnahmen der vergangenen Monate.


Er ging auf die derzeit laufende Modernisierung der Kinderhäuser im Wilhelm-Löhe-Heim, die vor kurzem eingeweihte neue Wohngruppe für Kinder mit psychischen Erkrankungen in Kammer, den kurz vor Beginn stehenden Neubau einer Übergangseinrichtung für psychisch kranke Menschen in Burgkirchen, sowie das Wohnheim für Mutter und Kind in Neuötting und das ambulante Stützpunktwohnen für Menschen mit psychischen Erkrankungen in Mühldorf ein.

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Verbindung von Kirche und Diakonie ein Herzensanliegen

In den 15 Jahren seiner Tätigkeit im Dekanat sei ihm die Verbindung von Kirche und Diakonie ein Herzensanliegen gewesen, sagte Zugehör in einer grundsätzlichen Anmerkung zu Beginn seiner Ausführungen. Dieses Zusammenwirken sei aber keine Selbstverständlichkeit: Wenn man wolle, dass das Miteinander von Kirche und Diakonie gelinge, müsse man auch etwas dafür tun, so müssten auch schwierige Themen offen angesprochen und gemeinsam gelöst werden. Zu einem gedeihlichen Zusammenwirken gehöre nicht zuletzt auch die Entscheidung, dass man eine gemeinsame Beziehung wirklich will. Weitere Voraussetzungen bestünden darin, dass man sich gegenseitig Respekt erweist, dass man auf einen Ausgleich von Geben und Nehmen achtet und ihn praktiziert, damit die Beziehung von Kirche und Diakonie nachhaltig und lebendig wird.

In seinem Kurzbericht über aktuelle Projekte im Diakonischen Werk sprach Zugehör den Bereich Kinder-, Jugend- und Behindertenhilfe an. Hier werde zurzeit an der Sanierung und Modernisierung des Wilhelm-Löhe-Heims in Traunreut gearbeitet. Konkret werden die Kinderhäuser so ausgebaut, dass alle Kinder Einzelzimmer haben können; denn die bisherigen Mehrbettzimmer seien nicht mehr zeitgemäß. Die Kosten für die Baumaßnahme werden sich auf rund 2,2 Millionen Euro belaufen, wobei das Diakonische Werk maßgeblich von der Heidenhainstiftung und der Aktion »Sternstunden« unterstützt werde. Der Eigenanteil liege bei 300 000 Euro.

Bereits fertig ist die neue Wohngruppe für Kinder mit psychischen Erkrankungen, die vor gut zwei Wochen in Kammer eröffnet wurde (wir berichteten). Hier stellte Zugehör zufrieden fest, dass sich die anfängliche »Reserviertheit« der Bevölkerung offenbar gelegt habe: »Man hört jetzt gar nichts mehr, im Gegenteil, das Zusammenleben mit der Nachbarschaft wird als sehr positiv erlebt.«

»Sehr anspruchsvolle Aufgabe«

Fertiggestellt und vor kurzem eingeweiht wurden auch das ambulante Stützpunktwohnen in Mühldorf für Menschen mit psychischen Erkrankungen, die zuvor in psychischen Einrichtungen waren, und das Wohnheim für Mutter und Kind (für Mütter mit psychischen Erkrankungen) in Neuötting. Gerade der Aufbau von Vertrauen und Beziehung zwischen Müttern mit einer psychischen Erkrankung und ihren Kindern sei eine »sehr anspruchsvolle Aufgabe«, stellte Zugehör fest.

In der Seniorenhilfe arbeite Diakon Markus Sellner in der Seelsorge mit, hier vor allem mit den sehr belasteten Mitarbeitern in den Pflegeeinrichtungen. Denn diese bräuchten in ihrer Situation durchaus besondere Begleitung. Im Seniorenzentrum Wartberghöhe mache sich der Vorstand Gedanken um eventuelle Umbaumaßnahmen, insbesondere im Eingangs- und Saalbereich. Bei der großen Umbaumaßnahme vor etlichen Jahren habe für manche, eigentlich notwendige Maßnahme das Geld nicht gereicht.

Im Fachbereich Schule und Bildung hat Diakon Jörg-Simon Löblein seine Tätigkeit als Bildungsmanager mit einer halben Stelle begonnen. Bildungsarbeit im Flüchtlings- und Migrationsbereich und in der Fort- und Weiterbildung von ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitenden wird sein Schwerpunkt sein. he