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Deutz AG schließt Niederlassung

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»Der Konzern der Deutz AG hat heute die Schließung seiner Niederlassung in Übersee bekannt gegeben«, sagte der sichtlich erschütterte Bürgermeister. Die Folgen dieser auch für ihn überraschenden Nachricht seien für die etwa 170 Mitarbeiter und den Ort noch nicht abzusehen.


Der Kölner Motorenhersteller Deutz war mit seinem X-Change-Geschäft von Aus-tauschteilen und -motoren seit über 65 Jahren in Übersee ansässig. Die Ankündigung von der Betriebsschließung eines der größten Arbeitgeber des Ortes kam offensichtlich völlig überraschend. Zwar hatte es zur Zeit der Wirtschaftskrise schon entsprechende Befürchtungen und realistische Umzugsplanungen der Betriebsleitung gegeben, doch die schienen mittlerweile nach entsprechenden Äußerungen der Werksleitung und neuer Investitionen endgültig vom Tisch zu sein.

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Gemeinderat Dieter Schöneburg (SPD), Betriebsrat bei der Deutz AG, informierte das Gremium, dass das gesamte Werk nach Ulm übersiedeln soll. Der Umzug sei in zwei Schritten geplant. Der erste Teil  soll noch heuer abgeschlossen sein und der zweite zum Jahresende 2015. Der gesamten Belegschaft habe man angeboten, mit nach Ulm zu gehen.

Nach Schöneburgs Einschätzung erhofft sich der Vorstand in Ulm signifikante Umsatzsteigerungen. Die Belegschaft reagierte nicht nur bestürzt, sondern auch verwundert. Hatte das Überseer Werk doch immer den größten Reinerlös in Deutschland erwirtschaften können.

Eine allerletzte Chance sieht der Betriebsrat in der von der Werksleitung angebotenen Bestellung eines unabhängigen Sachverständigen, der deren Konzept und Berechnungen überprüft. Normalerweise sei dies erst ab einer Betriebsgröße von über 300 Mitarbeitern üblich, erklärte Schöneburg. Doch auch nach diesem Zugeständnis der Werksleitung beurteilte er die Situation als »total aussichtslos«.

Nach kurzfristigen Rücksprachen mit dem Landtagsabgeordeneten Klaus Steiner und dem designierten Landrat Siegfried Walch, sicherte Bürgermeister Nitschke der Belegschaft jede nur mögliche Unterstützung zu. bvd