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Deutschkurse in der Traunreuter GU vorerst eingestellt

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Deutschkurs für Flüchtlinge
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Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Archiv

Traunreut – Die Deutschkurse in der Gesamtunterkunft (GU) an der Tachinger Straße werden vorerst mangels Teilnehmern eingestellt.


Das gab der Sprecher der Deutschlehrer, Wolfgang Hägele, beim jüngsten Treffen der Traunreuter Helfer bekannt. Hägele führte eine ganze Reihe möglicher Gründe auf, warum die Deutschkurse, seit sie nicht mehr im Mehrgenerationenhaus stattfinden können, keinen Zulauf mehr haben. So sei das Ende der Kurse im Mehrgenerationenhaus derart abrupt gewesen, dass die Teilnehmer nicht mehr alle informiert werden konnten und nicht wussten, ob und wo sie fortgeführt werden.

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Zuletzt kaum mehr Nachfrage nach Deutschkurs

Während bis vor wenigen Monaten im Stadtzentrum regelmäßig noch rund 15 bis 20 Lernwillige kamen, waren es zuletzt gerade mal zwei oder drei. »Für die wenigen können wir uns nicht hinstellen«, betonte Hägele. Während des Ramadans hatte man Verständnis dafür, dass Muslime keinen Aufschwung hatten. Aber auch nach Ende des Fastenmonats änderte sich nichts an der Beteiligung.

Ein weiterer Grund könnte sein, dass die dezentral untergebrachten Asylbewerber gar nicht in die GU dürfen. Und die rund 200 Bewohner dort seien entweder nicht ausreichend informiert über die Möglichkeit, die Sprache zu lernen, oder hätten keine Motivation, weil sie wenig Bleibeperspektive haben. Gerade in jüngster Zeit erhielt offenbar ein Großteil der dort Untergebrachten einen Ablehnungsbescheid. »Uns fehlt einfach ein zentraler Punkt in der Stadt, wo man uns gut erreicht. Das Mehrgenerationenhaus war geradezu ideal«, betont Hägele und bedauert noch immer, dass die Kurse dort nicht mehr erwünscht sind.

Konstante Gruppen in der ISG

Nach wie vor gut laufen die Sprachkurse in den Räumen des Vereins Integrative Sozialpädagogische Gruppenarbeit (ISG) an der Kantstraße. Dort gibt es konstante Gruppen zu festen Terminen, die die Teilnehmer auch einhalten. Die ehrenamtlichen Deutschlehrer wollen nun noch einen Versuch starten mit mehrsprachigen Aushängen in der GU, in denen sich potenzielle Kursteilnehmer verbindlich eintragen sollen. »Wenn genügend Nachfrage für regelmäßige und fortlaufende Kurse besteht, können wir gerne jederzeit wieder anfangen«, erklärte Hägele.

Bei dem Treffen tauchte auch noch die Frage auf, was mit dem angekündigten Familiennachzug für anerkannte Flüchtlinge passiert. »Wo sollen diese Familien in Traunreut unterkommen? Hat die Stadt dazu einen Plan?« Auf diese Fragen hätten die Helfer gerne eine Antwort. Das nächste Treffen ist am 25. September in der TuS-Gaststätte. mix