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Deutscher Bürgerpreis für ehrenamtliches Engagement

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Für ihr langjähriges Engagement wurden »Kräuterbürgermeister Fritz Irlacher aus Schleching (links) und Eberhard Rathke aus Bergen (unter anderem Bürgerhilfe Bergen-Vachendorf) ausgezeichnet. Dazu gratulierte unter vielen anderen auch Landtagspräsident a. D. Alois Glück. Im Internet unter www.traunsteiner-tagblatt.de/fotos finden Sie weitere Bilder von der Veranstaltung.

Traunstein. In einer Feier im Annette-Kolb-Gymnasium haben Landrat Hermann Steinmaßl und Sparkassendirektor Werner Linhardt den Deutschen Bürgerpreis an neun von 26 nominierten Einzelpersonen und Gruppierungen verliehen. Der Deutsche Bürgerpreis ist eine Initiative eines Bündnisses aus Bundestagsabgeordneten, Sparkassen, Städten, Landkreisen und Gemeinden zur Anerkennung der Freiwilligen- und Anerkennungskultur in Deutschland.


Preisträger waren die Schreinerei Daxenberger aus Seeon (Kategorie »Engagierte Unternehmer«), »Im grünen Festival« aus Kirchanschöring (»U 21«), Eberhard Rathke aus Bergen und Fritz Irlacher aus Schleching (»Lebenswerk«), Annette Köhler aus Wonneberg und Richard Schalch aus Traunreut (»Alltagshelden«) sowie der Verein Chiemgauer aus Traunstein, »Die Klimawerker« aus Inzell und die Projektgruppe Dorfwirtschaft Asten aus Tittmoning (»Alltagshelden«/Gruppen).

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In seiner Festrede wies der frühere Landtagspräsident Alois Glück auf die Sorge vieler hin, die ehrenamtliche Tätigkeit bringe nur Belastung und Undank. »Mit Abstand betrachtet machen jedoch viele die Erfahrung, dass sie eine Bereicherung für das Leben ist.« Außerdem bringe sie Lebensqualität. Der Wert vieler Dinge werde aber erst bewusst, wenn es sie nicht mehr gebe.

»Stellen sie sich das Leben in ihrem Heimatort ohne das vor, was die Ehrenamtlichen tun«, meinte er. Das Neue in einer Gesellschaft entstehe immer von unten. Die Politik müsse die Rahmenbedingungen durch Ermunterung, Unterstützung und Anerkennung schaffen. Wer Anspruch auf Mitspracherecht im öffentlichen Raum erhebe, müsse auch Verantwortung dafür übernehmen. »Hier hat das Mitreden-wollen seine Grenzen, weil man nicht immer Verantwortung übernehmen kann«, so Glück.

Landrat Hermann Steinmaßl sagte, der Bürgerpreis sei heuer mit der Kreissparkasse zum Thema »Engagiert vor Ort: mitreden, mitmachen, mitgestalten« ausgeschrieben worden. Die Teilnahme sei eine Möglichkeit, auf das Engagement von Menschen, Unternehmen und Gruppen aufmerksam zu machen. Dabei seien auch wieder neue Projekte und Ideen gewesen. Für die Jury sei es nicht einfach gewesen, eine Wertung unter den 26 Vorschlägen zu treffen, denn alle hätten einen weit über das normale Maß ehrenamtlicher Arbeit hinaus gehenden Einsatz gezeigt.

Ehrenamt als tragende Stütze der Gesellschaft

Das Ehrenamt sei wichtig für die Gesellschaft als tragende Stütze. In den Vereinen fänden gerade Jugendliche Orte, wo sie sich aufhalten könnten, aber auch geführt würden. Die Ehrenamtlichen gäben Orientierung, seien Vorbilder für ein positives Miteinander und gestalteten das Leben der Bürger im Landkreis. Dies sei eine der Stärken des ländlichen Raums, die ihn von den anonymen Metropolregionen unterschieden. Der Landkreis unterstütze das bürgerschaftliche Engagement zum Beispiel durch Florian Seestaller als Ehreamtsbeauftragtem, die Ehrenamtskarte, die Aktion »Jedes Kind in einem Verein«, Zuschüsse für die Jugendarbeit und nicht zuletzt durch die Bürgerpreisverleihung.

Sparkassendirektor Werner Linhardt stellte den bundesweiten finanziellen Einsatz für den seit 2003 vergebenen Bürgerpreis heraus. Seit dieser Zeit hätten die Sparkassen Ehrengelder von mehr als zwei Millionen Euro für über 1500 Projekte und Einzelpersonen ausgegeben. »Die Kreissparkasse Traunstein-Trostberg hat keinen Einfluss auf die Preisverteilung«, betonte er. Sie sei nur mit Vorstandsmitglied Josef Schallinger in der Jury vertreten gewesen.

Der Ehrenamtsbeauftragte Florian Seestaller sagte, Leitgedanke der Ausschreibung seien Innovationsgrad, Vorbildfunktion und Wirkungsgrad für die Gesellschaft gewesen. In der Jury sei die Vielschichtigkeit der Gesellschaft abgebildet worden. »Die Vorschläge haben gezeigt, dass die Menschen vieles selbst in die Hand nehmen und dass etwas getan werden muss.« Bjr