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Deutliches Zeichen gegen die Basisstation

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Die Bürgerinitiative »Tetrafunkfreies Seeon-Pittenhart« setzte auf dem Höhenberg bei Oberbrunn ein Zeichen gegen die Basisstation. Unmittelbar neben dem bereits aufgestellten Sendemast errichteten die Gegner ein Steindenkmal. (Foto: Rasch)

Seeon-Seebruck. »Es ist nie zu spät, einen Fehler einzusehen.« Mit Sprüchen wie diesen und einem Steindenkmal setzte die Bürgerinitiative »Tetrafunkfreies Seeon-Pittenhart« ein deutliches Zeichen gegen die Basisstation am Höhenberg bei Oberbrunn. Seit rund drei Wochen steht der rund 40 Meter hohe Funkmast, der allerdings noch nicht in Betrieb ist.


Etwa 25 Gegner des Tetrafunkprojekts waren der Aufforderung der Bürgerinitiative (BI) gefolgt und versammelten sich auf dem Höhenberg zu einer Schweigeminute. Jeder von ihnen hatte im Rucksack einen Stein mitgebracht und legte diesen, verbunden mit persönlichen Worten und Wünschen, quasi als Mahnmal gegen den geplanten Tetrafunkbetrieb nieder.

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Wie wiederholt berichtet, vertritt die Bürgerinitiative im Gegensatz zur Regierung von Oberbayern die Meinung, dass der für die Rettungsdienste notwendige Tetrafunk gesundheitsschädlich sei. Ganz abgesehen von den Kosten, die in ungeahnter Höhe für die Wartung und Instandhaltung sowie neue Funkgeräte auf die Gemeinden zukommen werden. Die Gegner fordern nach wie vor, das Vorhaben zu stoppen, solange sicherheitsrelevante und rechtliche Punkte nicht geklärt sind. Ihren Angaben zufolge hätten die Testläufe in München bisher noch niemals funktioniert und es gäbe viele Mängel, die in der Öffentlichkeit verschwiegen werden. Oberbrunn sei kein Einzelfall, sagte die BI-Sprecherin Annette Hartmann dem Traunsteiner Tagblatt. In über 200 bayerischen Gemeinden werde der Tetrafunk abgelehnt. Hartmann und ihre Mitstreiter können nicht nachvollziehen, warum um jeden Preis die ungenügenden Voraussetzungen für einen vernünftigen, digitalen Rettungs- und Polizeifunk scheinbar einfach ignoriert werden und allen Hinweisen, Tatsachen und Einwänden zum Trotz das Projekt durchgezogen wird. Dabei gäbe es belegbare Alternativen, die aber nicht angehört werden würden. Als mögliche Alternative schlägt die Bürgerinitiative eine kombinierte digital-analoge Technik oder sogenannte Hybridtechnik vor. Dieses digitale System könnte bei Bedarf gestartet werden und würde somit eine 24-Stunden-Dauerbestrahlung mit der gepulsten Strahlung auf die Dauer des akuten Bedarfs begrenzen. Es würde keine Einbußen für die Anwender bedeuteten, jedoch den Hauptkritikpunkt der Bürgerinitiativen und Gemeinden bezüglich der Gesundheitsgefahr entkräften, sagte der Baubiologe und Ansprechpartner der Bürgerinitiative, Johannes Schmidt. Diese mögliche Ausbaustufe für ein künftiges Kommunikationssystem für Behörden und Organisationen für Sicherheitsaufgaben (BOS), die der Mathematiker Günter Emde aus Pittenhart vorschlägt, wäre in den Augen Schmidts »toll«, das Funksystem in den ländlichen Regionen auf ein Minimum zu reduzieren. Dagegen bezeichnete er die von Seiten der Betreiber geplante Technik als eine »absurde Gaudi«. ga