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»Deutliches Votum der Traunsteiner Bürger«

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2455 Unterschriften  haben  die Initiatoren  des Bürgerbegehrens  für  einen Abriss der Güterhalle gestern an den Oberbürgermeister der Stadt Traunstein übergeben. Unser Bild zeigt (von links): Konrad Baur, Oberbürgermeister Christian Kegel, Maximilian Röde und Isabelle Thaler. (Foto: Reiter)

Traunstein – »Das ist ein deutliches Votum der Traunsteiner Bürger«, betonte Konrad Baur bei der Übergabe der 2455 Unterschriften an Oberbürgermeister Christian Kegel. In nur fünf Wochen – »also schneller als bei der Landesgartenschau« – habe man sehr viele Unterstützer für den Abriss der Güterhalle gefunden. Die Initiatoren des Bürgerbegehrens »Neubau Jugendzentrum statt Sanierung Güterhalle« hoffen nun, dass der Bürgerentscheid ebenfalls auf den 10. April gelegt wird – an dem Tag stimmen die Bürger über die Landesgartenschau 2022 ab.


Das könne er zum jetzigen Zeitpunkt nicht zusagen, denn zunächst müsse der Stadtrat über die Richtigkeit des Verfahrens abstimmen, sagte Oberbürgermeister Christian Kegel. Dieser wird sich in seiner nächsten Sitzung am 3. März mit dem Thema befassen.

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»Das ist keine ideale Lösung«

Den Initiatoren des Bürgerbegehrens Konrad Baur, Maximilian Röde und Isabelle Thaler geht es nach eigenen Angaben vor allem darum, dass die Jugendlichen in Traunstein endlich ein neues Jugendzentrum bekommen. Über dieses Thema wird seit Jahren diskutiert.

Der Stadtrat hatte vor kurzem entschieden, dass die Güterhalle saniert werden und dort das Jugendzentrum unterkommen soll – allerdings blieb offen, was mit der restlichen Fläche passiert. Denn für die Vorschläge der Stadtverwaltung (Bücherei, Schule der Fantasie und Musikschule) gab es keine Mehrheit.

»Dass das keine ideale Lösung ist, ist sicher jedem klar«, sagte dazu Konrad Baur. Er ist der Meinung, dass der Neubau eines Jugendzentrums schneller und günstiger umzusetzen ist, als die Sanierung eines alten Bestands, »wo es immer viele Unwägbarkeiten gibt«. Er rechnet mit rund einer Million Euro an Kosten. »810 000 Euro für den Neubau des Jugendzentrums und 110 000 Euro für den Abriss der Güterhalle.« Dazugerechnet werden müsste möglicherweise ein Grunderwerb, »falls das Jugendzentrum nicht auf dem Gelände der Güterhalle gebaut wird«. Dieser Punkt bleibt offen, »denn um die genaue Planung muss sich die Stadt kümmern«, sagte Konrad Baur. Er könnte sich beispielsweise auch vorstellen, dass das Jugendzentrum auf dem Pendlerparkplatz errichtet wird.

Oberbürgermeister Christian Kegel bezweifelt, dass ein Neubau schneller umgesetzt werden kann als die bereits beschlossene Sanierung der Güterhalle. »Wir müssten ja mit der Planung ganz von vorne beginnen.« Zum Zeitplan sagte er: »Wir wollten nächstes Jahr im Frühjahr die Güterhalle in Angriff nehmen. Im Sommer könnten wir fertig sein. Wenn wir jetzt alles neu planen müssen, dann ist es völlig unrealistisch, dass die Jugendlichen vor 2018 ein neues Jugendzentrum haben.«

»Da werden Äpfel mit Birnen verglichen«

Zu der Kritik, dass ein Neubau deutlich günstiger wäre als eine Sanierung, sagte er: »Da werden Äpfel mit Birnen verglichen.« Die Kosten für die Sanierung der Güterhalle seien mit 3,8 Millionen Euro hoch angesetzt worden. »Wir rechneten bei der Planung wie bei einem Neubau«, erklärte Oberbürgermeister Christian Kegel. Je nach weiterer Nutzung durch die Stadt könne man mit bis zu 60 Prozent Städtebauförderung rechnen. »Wir gehen also davon aus, dass uns die Sanierung rund zwei Millionen Euro kostet.«

Bei einem Abriss der Güterhalle gingen der Stadt rund 1000 Quadratmeter verloren. »Denn an der gleichen Stelle wie jetzt dürften wir gar nicht bauen, denn wir müssten die Abstandsfläche zur Bahnlinie einhalten. Da geht uns definitiv Baugrund verloren«, sagte der Oberbürgermeister.

Einig waren sich die Initiatoren des Bürgerbegehrens und der Oberbürgermeister aber zumindest in einem Punkt: Das Bahnhofsareal eignet sich bestens für ein Jugendzentrum – aufgrund der guten Erreichbarkeit, der Nähe zum Annette-Kolb-Gymnasium und der Landkreis-Turnhalle, die dort gebaut werden soll. KR