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Deutliche Mehrheit für Feuerwehrhaus-Standort

Traunreut. Der Traunreuter Stadtrat überstimmte den Bauausschuss und billigte mit großer Mehrheit (19:9 Stimmen) den Standort im Gewerbegebiet Oderberg für ein neues Feuerwehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr Traunwalchen. Wie berichtet, hatte sich der Bauausschuss vor einer Woche noch gegen das städtische Grundstück ausgesprochen. Der Antrag der Bürgerliste, die Standortentscheidung zu vertagen, wurde bei Stimmengleichheit abgelehnt.


Mit Ausnahme der CSU hatten alle anderen Fraktionen den Antrag der Bürgerliste unterstützt, die Entscheidung in den Mai zu verlegen und dem neuen Stadtrat zu überlassen; bei 14:14 Stimmen wurde dieser jedoch abgelehnt. Die Antragsteller hatten nicht nur vermeiden wollen, aus der Sache ein Wahlkampfthema zu machen, sondern auch einige Ungereimtheiten den Standort betreffend und einen möglichen Zusammenschluss der beiden Wehren Traunwalchen und Matzing diskutieren wollen.

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Bürgerliste wollte Alternative prüfen

Nach Ansicht des Bürgerlisten-Chefs Sepp Winkler hätte noch eine weitere Alternative, ein Grundstück bei der Zufahrt nach Hörzing, überprüft werden sollen, zumal der Standort in Oderberg in seinen Augen miserabel sei. Das Grundstück bei Hörzing war bereits in Augenschein genommen worden, das Kreisbauamt Traunstein hatte ihn aber aus ortsplanerischer Sicht abgelehnt.

Herbert Kusstatscher (SPD) forderte trotzdem, eine Bauleitplanung vorzubereiten, und Johannes Danner (Bürgerliste) und Sepp Blank (FW) schlossen sich der Meinung an, die Standortentscheidung auch wegen eines möglichen Zusammenschlusses der Matzinger und Traunwalchener Kameraden nicht übers Knie zu brechen.

In der knapp zweistündigen Diskussion kamen auch immer wieder Zweifel auf, dass die Freiwillige Feuerwehr Traunwalchen mit dem Standort nicht glücklich wäre. Diese Zweifel räumte Kommandant Günther Dorfhuber aus. Wie Dorfhuber sagte, hätten sich die Traunwalchner Feuerwehrler, die über 300 Stunden in Sachen Standort unterwegs gewesen seien, zu 90 Prozent für den Standort ausgesprochen.

»Die Frage einer möglichen Fusion stellt sich für uns im Moment nicht«, betonte Dorfhuber. Die Traunwalchener seien mit 45 Aktiven und 20 Jugendlichen derzeit bestens aufgestellt. Mit dem Standort verschiebe sich zwar das Einzugsgebiet etwas, er sei aber gut erreichbar und von Vorteil bei einem Einsatz in der Kernstadt.

Bürgermeister Franz Parzinger wehrte sich gegen die Anspielung, die CSU wolle das Vorhaben aus wahlkampftaktischen Gründen durchboxen. »Wir diskutieren jetzt seit drei Jahren, dass endlich was weiter geht.« Der Stadtrat hatte sich einstimmig dafür ausgesprochen, ein neues Feuerwehrhaus zu bauen. Wegen der schwierigen Grundstückssuche hatte sich die Standortfrage bis in den vergangenen September gezogen, die dann im Stadtrat aufgrund von Untersuchungen mehrfach verschoben werden musste.

Parzinger: Endlich Nägel mit Köpfen machen

»Mir wäre es auch lieber gewesen, wir hätten es eher geschafft«, sagte Parzinger und verwies darauf, dass der Standort bei Oderberg auch nach Absprache mit dem Kreisbrandrat und Kreisbauamt als einzig möglicher von fünf Alternativen in Frage komme. Der Standort sei zentral und somit auch in die Zukunft ausgerichtet, außerdem befinde sich das Grundstück sich im Besitz der Stadt.

Die Meinung des Bürgermeisters, endlich Nägel mit Köpfen zu machen, teilten auch seine Fraktionskollegen, Feuerwehrreferent Hans-Peter Dangschat, Hans Jobst und Reinhold Schroll. »Die Feuerwehr macht eine gute Arbeit, wir sollten diese nicht aufs Spiel setzen«, so Schroll.

Bestätigt wurde auch, dass auch die Schützen, die mit ins Boot genommen werden sollen, mit dem Standort einverstanden seien. Die Schützengilde ist wie die Feuerwehr seit Jahren auf der Suche nach einem neuen Domizil, das sie jetzt in dem neuen Feuerwehrhaus, das im nächsten Jahr gebaut werden soll, finden wird. ga