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Deutliche Kritik am Schulamt

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Die Grundschule an der Burgstraße in Marquartstein hat vorerst keinen eigenen Rektor – weil das Schulamt keinen Kandidaten gefunden hat, der über die notwendige Qualifikation verfügt. (Foto: Giesen)

Marquartstein. Zum Schuljahresende verabschiedete sich der Rektor der Grundschule an der Burgstraße, Johannes Drechsler, und kehrte in seine Heimat nach Franken zurück. Das gab Bürgermeister Andreas Scheck in der jüngsten Gemeinderatssitzung bekannt. Vom Schulamt sei noch kein Nachfolger gefunden, der über die notwendige »Eignungsverwendung«, das heißt Qualifikation, verfüge, sagte der Bürgermeister, der seine Informationen aus einem Gespräch mit Otto Mayer, dem Leiter des Schulamts in Traunstein bezog. Frühestens zum Schuljahr 2015/16 könne mit einem neuen Schulleiter gerechnet werden. In der Zwischenzeit werde der Leiter der Mittelschule in Grassau, Johannes Zeitler, die Aufgaben des Schulleiters an der Grundschule übernehmen. Dafür werde er für fünf Stunden in Grassau von der Unterrichtsarbeit befreit. Für den ausfallenden Unterricht Drechslers an der Grundschule werde ein neuer Lehrer kommen, so Scheck.


Insgesamt besuchen pro Jahr ungefähr 90 Schüler die Grund-schule, wobei seit einigen Jahren manchmal sogenannte Kombiklassen gebildet werden, bei denen zwei Klassen in vielen Unterrichtsstunden gemeinsam lernen.

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Mehrere Gemeinderäte, die zum Teil selbst Kinder an der Schule haben, äußerten ihren Unmut über die jetzige, noch völlig unklare Situation an der Schule und vor allem über die mangelnde Information von Seiten des Schulamts. Franz Aigner meinte, das Schulamt habe sich zu wenig bemüht, einen Nachfolger zu finden. Er bezweifelte, ob ein Rektor von einer anderen Schule in fünf Wochenstunden die Arbeit eines Schulleiters richtig bewältigen könne. Aigner forderte die Gemeinde auf, selbst aktiv zu werden und darauf hinzuwirken, dass möglichst bald ein neuer Schulleiter kommt. »Uns als Schulstandort muss das unsere Volksschule wert sein«, sagte Aigner, sonst liefen die anderen Lehrer dort auch noch weg. Er schlug auch vor, den ehemaligen Gemeinderat Klaus Biersack zu kontaktieren, der ebenfalls Schulrat ist.

Dagmar Netzer sagte, es seien »keinerlei Informationen an die Eltern geflossen«, und Katja Kink bestätigte die Aussage des Bürgermeisters, dass voraussichtlich wieder eine Kombiklasse gebildet werde. Nur für die Eltern der dritten und vierten Klassen habe es einen Infoabend über die Kombiklasse gegeben, so Kink. Es sei schlimm, »wenn die Eltern nichts wissen und sich alles aufbauscht«. Die Unsicherheit übertrage sich dann auch auf die Kinder. Auch der künftige Rektor der Realschule in Freilassing, Christian Thoma, hielt die Information der Eltern für »total wichtig«.

Zweite Bürgermeisterin Claudia Kraus schlug vor, dass die Gemeinde beim Schulamt darauf hinwirkt, dass so früh wie möglich, wahrscheinlich in der ersten Schulwoche, ein Elternabend mit dem Schulamt abgehalten wird. Dabei sollten auch die Lehrer sein. Diesen Vorschlag versprach der Bürgermeister zu realisieren. gi

Blattl Sonntag Traunstein