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Details für die neue Schulturnhalle in Teisendorf vorgestellt

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So soll die Ostseite aussehen. Der nördliche Anbau und der Zugangsbereich werden mit strapazierfähigen Hochdruck-Laminat-Platten verschalt. (Foto: Architekturbüro Putzhammer)

Teisendorf – Es wird praktisch eine neue Schulturnhalle sein, die nach der Generalsanierung und Erweiterung der Teisendorfer Halle dasteht: Gebäude, Betrieb und Technik erhalten für rund 5,3 Millionen Euro Neubaustandard. Einen Eindruck, wie die neue Halle ausstehen wird, gab der Freilassinger Architekt Bernhard Putzhammer nun im Gemeinderat. Die gesamte Fassade soll nach seinem Vorschlag in Weiß und zwei Hellgrau-Tönen gestaltet sein und einen Vollwärmeschutz mit Mineralwolle erhalten.


Wie Bürgermeister Thomas Gasser erklärte, wird derzeit versucht, die staatliche Förderung des Projekts noch um einige Räume auszudehnen. Eventuell sei dafür ein Termin in München erforderlich. Laut Putzhammer werden die Ausschreibungen Anfang Februar verschickt, sodass die Gemeinde Anfang April einen Kostenvoranschlag erhalte. Der Beginn der Bauarbeiten ist für Pfingsten 2016 geplant.

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Hallen-Baukörper soll komplett verputzt werden

Mit Unterstützung seines Mitarbeiters Matthias Rein präsentierte Putzhammer auch einige Farbmuster für die Gestaltung der Halle – außen und innen. Da die Halle ein großes Volumen hat und die benachbarte Schule bereits sehr farbig gestaltet ist, regte der Architekt für die Fassade eine schlichte, unaufdringliche Farbgebung in Weiß und zwei Hellgrau-Tönen an. Der Hallen-Baukörper soll komplett verputzt werden. Der nördliche Anbau und der Zugangsbereich hingegen werden mit sehr strapazierfähigen Hochdruck-Laminat-Platten verschalt, an die man auch einmal ein Fahrrad anlehnen kann. Als Dachbelag empfahl Putzhammer ein verzinntes Edelstahlblech. Dieses sei »wesentlich dauerhafter« als verzinktes Blech, das öfter gestrichen werden müsse.

Im Halleninneren wird die so genannte »Prallwand« im unteren Bereich mit einer Holzvertäfelung ausgekleidet. Oberhalb der Zuschauer-Galerie an der Nordseite ist an der Wand ein hellgrüner Querstreifen als Farbtupfer vorgesehen. Anthrazitfarben sollen der Linoleum-Hallenboden und die marmorierten Bodenfliesen im Foyer und Zugangs-Flur werden. Zur besseren Orientierung sollen die Umkleiden, je zwei für Mädchen und Buben, in vier verschiedenen Farben gehalten sein – Orange, Grün, Blau und Gelb –, die auch am Gang entlang den Weg anzeigen.

»Da gehört echt eine Farbe hin«

Die angeregte Farbgebung der Umkleidung kam im Gremium sehr gut an. Geteilte Meinungen gab es zu den vorgeschlagenen Fassadenfarben. Edwin Hertlein (Grüne) ist das zu sehr »Grau in Grau«. Er schlug ein Kreativprojekt zur Fassadengestaltung und Spalierobst vor. Von einer Pflanzung direkt an der Fassade riet Putzhammer jedoch ab, damit die Bäume nicht »in die Konstruktion hineinwachsen«; wenn, dann müssten sie vor der Fassade an Pflanzseilen wachsen, das brauche jedoch auch aufwändige Pflege. »Ein grauer Brocken« ist für Hans Rauscher (SPD) die Halle mit Putzhammers Farbgebung. »Da gehört echt eine Farbe hin.« Spalierpflanzen lehnte er strikt ab. Johann Niederstraßer (FWG) nannte die Fassade farblich sogar »hundsgemein greislich«. Für Alois Stadler (CSU) erinnert die Halle mit dieser Optik an ein Industriegebäude.

Thomas Egger (CSU) regte an, nachzudenken, welche Farbe Sinn mache, zumal Kinder oft reizüberflutet seien. Er lobte ausdrücklich das »Frühlingsgrün« in der Halle, das auch Sissy Lang (FWG) zusagt. Daxer regte an, das Rot der Schulfassade aufzugreifen. »Rot macht aggressiv«, hielt Lang dagegen. »Mir gefällt das Graue ganz gut«, sagte wiederum Peter Schuhbeck (FWG). Für Markus Putzhammer (CSU) ist die Beschränkung auf drei miteinander harmonierende Fassadenfarben wichtig. Fraktionskollege Georg Wetzelsperger nannte das Konzept »stimmig«. Eine zu starke Farbigkeit wirke wegen der Gebäudelänge zu dominant.

Unterschiedlich kam auch der schwarze Hallenboden an. Georg Quentin (SPD) fragte nach Erfahrungen mit diesem Boden. Laut Bernhard Putzhammer ist er speziell für Sporthallen entwickelt worden. Entscheidend sei, dass die beauftragte Fachfirma die Erstpflege macht und das gemeindeeigene Personal in die Pflege einweist. Bedenken wegen des dunklen Bodens hatte auch Gernot Daxer (CSU). Putzhammer regte an, in Laufen eine Halle, die denselben Boden hat, zu besichtigen. Die Markierungen seien auf dem dunklen Boden für die Sportler besonders gut sichtbar.

»Wir haben ein sehr hohes Kostenvolumen«

Hertlein erkundigte sich, ob man auf der Südseite eine Photovoltaikanlage auf dem Dach anbringen könnte. Dies scheidet laut Planer aus statischen Gründen aus. Das Gebäude sei ohnehin sehr energieoptimiert. Für Johann Niederstraßer zählt es, dass die Halle atmen kann, was laut Putzhammer das mineralische Dämm-System gewährleistet. Lieber wäre Niederstraßer eine Vormauer vor der vorhandenen Betonwand gewesen. Die Fassade könne einen Vollwärmeschutz aufnehmen, jedoch nicht zusätzliche Lasten wie eine Vormauer, erklärte der Architekt. »Wir haben ein sehr hohes Kostenvolumen. Die Obergrenze müssen wir nicht durch unsere Wünsche noch zusätzlich ausdehnen«, mahnte Wetzelsperger.

Gasser fasste zusammen, die Kombination von verputzten und verschalten Fassadenflächen trage man mit. Über die Farbgebung könne man später noch entscheiden. vm

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