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Der Winterdienst hat seine ersten Einsätze

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Mit dem ersten Schneefall hat auch der Winterdienst mit ersten Einsätzen zu tun. Darauf sind aber alle Beteiligten im Landkreis gut vorbereitet.

Traunstein – Schon seit Wochen sind sie vorbereitet – am gestrigen Sonntag hatten sie erstmals in diesem Winter zu tun: Der Winterdienst der Stadt Traunstein, des Landkreises und des Staatlichen Bauamts war erstmals im Einsatz.


Der Bauhof der Stadt ist mit rund 50 Mitarbeitern einsatzbereit, meldete die Stadt Traunstein. Den Mitarbeitern stehen acht Großgeräte und drei Kleintraktoren zum Räumen und Streuen zur Verfügung. Zusätzlich sind Verträge mit acht Fremdunternehmern geschlossen. Zur Räumung von Treppen, Übergängen und Gehwegen sind bei Bedarf mehr als 20 Mitarbeiter im Einsatz.

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150 Tonnen Streusalz lagern schon im Bauhof

Im Bauhof werden für den Winterdienst 150 Tonnen Salz gelagert, weitere 500 Tonnen wurden gekauft und sind bei Bedarf jederzeit verfügbar. In den vergangenen Wochen wurden außerdem rund 200 Kisten mit Split und Salz im Stadtgebiet aufgestellt. Ein Großteil der über 3000 Schneezeichen ist auch gesetzt und die Schutzzäune gegen Schneeverwehungen sind aufgebaut.

Mehr als 140 Kilometer Straßen und Wege fallen in den Zuständigkeitsbereich des städtischen Winterdienstes. Um schnell reagieren zu können, beobachten Mitarbeiter des Bauhofs ständig, wie sich das Wetter entwickelt. Gegen Mitternacht prüfen sie die Situation auf Straßen und Wegen im Stadtgebiet. Ab 2 Uhr nachts haben die Mitarbeiter Bereitschaft, ab 3 Uhr sind sie bei Bedarf im Einsatz – bis 21 Uhr. Mitarbeiter, die sich um Gehwege und Fußgängerüberwege kümmern, sind von 6 bis 20 Uhr im Einsatz.

Die Räumung und Streuung der Straßen im Stadtgebiet erfolgt in vier Stufen: Stufe 1 bedeutet höchste Dringlichkeit und bezieht sich vor allem auf die Hauptverkehrswege. Sie werden vorrangig geräumt und gestreut. Die geringste Dringlichkeit haben Straßen und Wege der Stufe 4, dazu zählen Anliegerstraßen und Straßen in Wohngebieten.

Auch der Landkreis Traunstein ist gerüstet. Am Kreisbauhof in Litzlwalchen bei Nußdorf sagte dessen Leiter Peter Mayer: »Von uns aus kann es losgehen.«. Er appelliert aber an die Autofahrer, bei winterlichen Straßenverhältnissen einige Minuten früher loszufahren und auf die Winterdienstfahrzeuge Rücksicht zu nehmen: »Wir können nur dann ungehindert für freie Fahrt sorgen, wenn uns diese ebenfalls ermöglicht wird.«

Auch Landrat Walch appelliert an die Verkehrsteilnehmer, vorsichtig zu fahren. Der Landkreis habe auch in diesem Jahr größere Summen in den Winterdienst investiert, unter anderem in einen neuen Unimog U430 und zwei Schneepflüge für Lastwagen. Mit zwei Lastwagen, vier Unimog, zwölf Fahrzeugen von privaten Firmen und weiterem Winterdienstgerät sind die 30 Straßenwärter gut gerüstet. Auch im Landkreis werden ab 3 Uhr drei Melder das 380 Kilometer lange Kreisstraßennetz abfahren und bei Bedarf die Räum- und Streuteams anfordern. Diese sind zwischen drei und 21 Uhr unterwegs.

Der Landkreis lagert 6500 Tonnen Streusalz

Fast 6500 Tonnen Streusalz wurden in den Lagern des Landkreises gebunkert. »Die Hallen in Litzlwalchen und Kienberg sowie das Silo in Haus bei Taching sind randvoll. Es wurde für alle Eventualitäten vorgesorgt«, so Mayer. Das Motto des Kreisbauhofes beim Streuen lautet seit jeher »so viel wie nötig, so wenig wie möglich«. Durch den Einsatz moderner Telematiksysteme in den Fahrzeugen sowie von Feuchtsalztechnologie kann die Streumenge genau dosiert werden. »Damit halten wir die Straßen frei, achten gleichzeitig auf die Umwelt und arbeiten am Schluss auch wirtschaftlich«, so Mayer.

Das Staatliche Bauamt Traunstein hält mit 18 eigenen und 29 gemieteten Räum- und Streufahrzeugen die Autobahn A 94 zwischen Ampfing und Marktl mit einer Länge von rund 55 Kilometer und in den Landkreisen Traunstein, Berchtesgadener Land und Altötting 390 Kilometer Bundes-, 386 Kilometer Staatsstraßen sowie 89 Kilometer Kreisstraßen des Landkreises Berchtesgadener Land befahrbar. In sieben Streustoffhallen und zwei Silos werden etwa 8700 Tonnen Tausalz und in der Zentrallagerhalle Wasserburg weitere 12 000 Tonnen Tausalz gelagert.

Den Straßenmeistereien Bischofswiesen, Freilassing, Neuötting und Traunstein stehen 92 Mitarbeiter zur Verfügung, die die Autobahn rund um die Uhr und die übrigen Straßen von 6 bis 20 Uhr befahrbar zu halten. Auch hier wird in der Regel bereits vor 3 Uhr der Straßenzustand von Spähern erkundet, die bei Bedarf den Einsatz der Räum- und Streufahrzeuge veranlassen. Im Bereich der Straßenmeisterei Traunstein werden die Einsätze von einer mobilen Einsatzzentrale aus koordiniert. Eingebunden sind hier auch Gemeindebauhöfe und die Tiefbauverwaltung des Landkreises. Zur Überwachung des Straßenzustands stehen auch technische Hilfsmittel wie Wetterradar und Glättemeldeanlagen zur Verfügung.

Bei plötzlich eintretenden starken Schneefällen kann allerdings auch ein gut organisierter Winterdienst zeitweise an seine Grenzen stoßen. Auch das Staatliche Bauamt Traunstein appelliert daher eindringlich, vorausschauend zu fahren, ausreichende Sicherheitsabstände einzuhalten und Winterdienstfahrzeuge nicht zu überholen. fb

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