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Der Weiler Parzing glich einem »Wallfahrtsort«

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Der hochmoderne Stall mit Melkroboter der Familie Haistracher in Parzing war ein großer Anziehungspunkt am Tag des offenen Hofes. (Foto: Rasch)

Traunreut. Der Weiler Parzing bei Traunreut glich am Tag des offenen Hofes einem »Wallfahrtsort«. Die Veranstaltung im Rahmen der bundesweiten Aktion lockte unzählige Besucher, die die heimische Landwirtschaft direkt erlebten. »Wir haben gehofft, dass viele Besucher kommen, mit einem derartigen Ansturm haben wir aber nicht gerechnet«, freute sich der Traunsteiner Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes (BBV), Sebastian Siglreithmayer, über die mehreren Tausend Besucher.


Auch Hausherr Hans Haistracher, der für die Veranstaltung seine Scheunentüren öffnete, hat mit einem so großen Ansturm nicht gerechnet: »Die Arbeiten der letzten Wochen wurden auf alle Fälle honoriert«, sagte er. Es sei nicht immer einfach, jemanden zu finden, der seinen Hof zur Verfügung stellt, erklärte der Geschäftsführer des BBV-Kreisverbandes, Reinhard Lampoltshammer.

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Der 54-jährige Landwirt Hans Haistracher und sein Neffe Michael Öttl haben sich vor rund zwei Jahren für einen Kuhstall mit Liegeboxen-Laufstall und Melkroboter entschieden. »Das ist Technik auf höchstem Niveau«, stellte ein Besucher fest. Die 60 Kühe haben rund um die Uhr die Möglichkeit, sich von einer Maschine automatisch melken zu lassen. Von dem automatischen Melksystem wollten sich auch die Besucher überzeugen. Doch weit gefehlt: Die Wiederkäuer weigerten sich strikt, den Melkstand zu betreten. Die Rinder seien so viele Menschen nicht gewohnt und sehr sensibel, klärte stellvertretender Kreisobmann Josef Freiwang auf.

Neben der Besichtigung des hochmodernen Stalls haben sich die Hofbesitzer und die Vertreter des BBV-Kreisverbandes als Veranstalter einiges einfallen lassen, um den Verbrauchern und insbesondere der städtischen Bevölkerung die heimische Land- und Forstwirtschaft näher zu bringen. Während sich die Erwachsenen einen Überblick über die neuesten Gerätschaften der Land- und Forstwirtschaft verschafften oder sich an den Ständen der bäuerlichen Organisationen informierten, erfreuten sich die Kinder an einem Streichelzoo mit Hasen, Schafen Hühnern und anderem Getier.

Zum Auftakt der Veranstaltung fand unter freiem Himmel auch ein Gottesdienst statt, gestaltet vom Landfrauenchor. In seiner Predigt gab Diakon Andreas Klein den Landwirten und Vertretern der Landwirtschaft mit auf den Weg, das friedliche Gespräch untereinander zu suchen.

Beim alle zwei Jahre stattfindenden Tag des offenen Hofes wird pro Landkreis ein ländliches Anwesen ausgewählt, um die verschiedenen Arbeitsweisen, Techniken und Gerätschaften vorzustellen. »Wir möchten mit diesem Tag dem Verbraucher die Landwirtschaft näher bringen und aufklären, dass die Kuh nicht lila ist und Schweine auch einmal geschlachtet werden«, so Siglreithmayer. Und: »Der Verbraucher soll sich davon überzeugen, dass wir keine Agrarfabriken sind, fügte Lampoltshammer an. Großes Lob zollten die beiden BBV-Kreisvertreter den bäuerlichen Organisationen und Selbsthilfeeinrichtungen, die sich an der Aktion beteiligt haben, respektive dem Kreisberatungsausschuss als Gesamtorganisator und nicht zuletzt dem BBV-Ortsverein Traunwalchen. ga

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