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Der Wasserverbrauch in der Gemeinde ist leicht rückläufig

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Die beiden Kammern des Waginger Hochbehälters bei Gepping sind in den vergangenen Jahren saniert worden. Rund 40 000 Euro haben die Ausbesserungsarbeiten gekostet. Die Erneuerung der Beleuchtung und eines Teils der Elektrotechnik stehen noch bevor. (Foto: Gemeindewerke Waging)

Waging am See – Der Wasserverbrauch der Waginger Bürger, die an die Wasserversorgung Waging angeschlossen sind, ist eher rückläufig, wird aber wohl auch heuer die letztjährige Menge von 560 000 Kubikmetern erreichen – was dem zunehmenden Verbrauch der Firma Bergader geschuldet ist. Die rückläufige Tendenz des Wasserverbrauchs der privaten Haushalte liegt nach der Erkenntnis von Werkeleiter Heinrich Thaler zum einen daran, dass generell eingespart wird, zum anderen an immer sparsameren Geräten. Auch im Bereich des Gewerbes und im Camping gehe der Wasserverbrauch zurück.


Wasserpreis konkurrenzlos günstig

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Für die Gemeindewerke bedeutet dies im vergangenen Jahr einen Gewinn von rund 10 000 Euro gegenüber etwa 30 000 Euro im Jahr 2013. Für das heurige Jahr rechnet Thaler mit einem Gewinn, der bei etwa 20 000 Euro liegen könnte. Ziel der Gemeindewerke sei es jedoch, kostendeckend zu arbeiten, nicht einen Gewinn zu machen, betont er. So ist der Wasserpreis in Waging auch konkurrenzlos günstig: Er liegt bei 43 Cent pro Kubikmeter. Höhere Gewinne führten entweder zu günstigeren Tarifen für die Verbraucher oder würden in notwendige Sanierungen oder Erneuerungen gesteckt, die bei einem Leitungsnetz von rund 29 Kilometern Länge nie aufhören.

Größere Investitionen stehen heuer allerdings voraussichtlich nicht an. Thaler berichtete über geringe Netzerweiterungen, planmäßige Erneuerungen einiger Wasserversorgungsleitungen und natürlich die Reparatur von Rohrbrüchen.

Der Ausbau der Fernwirk- und Steuerungstechnik ist großenteils vergangenes Jahr umgesetzt worden; heuer sollen die Arbeiten abgeschlossen werden. So sieht Thaler das Netz der Wasserversorgung in einem »relativ guten Zustand«, wie er sehr zurückhaltend formuliert. Auch die beiden Kammern des Hochbehälters oberhalb von Gepping sind in den vergangenen Jahren saniert worden. Hier fehlt jetzt nur noch die Erneuerung der Beleuchtung, und Teile der Elektrotechnik sind noch zu ergänzen.

Weniger Wasserverluste durch kaputte Leitungen

Leitungserneuerungen sind zwischen dem Baugebiet »Am Anger«, beim Babl-Stadel und der Seestraße geplant, Erschließungen sind an der Ottinger, Geppinger und der Martinstraße vorgesehen. Außerdem sind Mittel in den Haushalt eingestellt für den Bau von fünf Messschächten. Durch die komplett digitalisierten Leitungsdaten, die im GIS-System vorhanden sind, ist der Überblick über das Leitungssystem wesentlich einfacher geworden, betont Thaler: Es können jederzeit Bestandspläne ausgedruckt und Reparaturen dokumentiert werden. Dadurch habe sich auch der Wasserverlust durch geborstene Leitungen auf acht Prozent reduziert. Auch der Hydrantenplan für die Feuerwehren ist inzwischen völlig neu erstellt worden.

Waging verfügt über drei Brunnen; einer davon, der Brunnen III, ist erst im Jahr 2006 eröffnet worden. Seine Förderleistung beträgt bis zu 20 Liter pro Sekunde, also rund 1700 Kubikmeter pro Tag. Für den Brunnen II, in Betrieb seit 1967, läuft die Bewilligung zur Entnahme von Grundwasser bis zum Jahr 2025; diese wird alle 20 Jahre neu erteilt. Die Förderleistung beträgt etwa sieben Liter pro Sekunde, was etwa 600 Kubikmeter pro Tag entspricht. Schon seit 1985 nicht mehr in Betrieb ist der Brunnen I, Baujahr 1957. Das in den Brunnen geförderte Wasser wird zum Hochbehälter bei Gepping gepumpt und kontinuierlich ins Leitungsnetz abgegeben. Der Hochbehälter hat ein Fassungsvermögen von 3000 Kubikmetern.

Qualität des Trinkwassers herausragend

Die Qualität des Waginger Trinkwassers, das betont Heinrich Thaler ganz ausdrücklich, sei ganz herausragend, der Nitratgehalt liege im einstelligen Milligramm-Bereich, wobei der Grenzwert bei 50 mg liegt. In den Sommermonaten allerdings, auch das verschweigt Heinrich Thaler nicht, kommt die genehmigte Fördermenge der Brunnen ans Limit, sprich an die genehmigten Höchstmengen. Würde der Wasserverbrauch im Einzugsgebiet noch weiter gravierend zunehmen, müsste von der Otting-Pallinger-Gruppe Wasser bezogen werden, was über die vorhandene Verbundleitung problemlos möglich wäre. Diese war Mitte der 80-er Jahre erst provisorisch, dann als feste Leitung installiert worden, als das Waginger Trinkwasser wegen einer Verunreinigung eine ganze Zeit lang nicht verwendet werden durfte. Diese, im Jahre 1985 errichtete, Verbundleitung mit dem Wasserbeschaffungsverband Otting-Pallinger-Gruppe dient seit Inbetriebnahme des Brunnen III im September 2006 als Notleitung, über die im Notfall Wasser in den Hochbehälter in Gepping eingespeist werden könnte. he