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Der Viaduktsteg soll unbedingt erhalten bleiben

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Traunstein – Einstimmig entschied der Planungsausschuss in seiner jüngsten Sitzung, den Viaduktsteg an der Traun unbedingt zu erhalten, unabhängig von der Machbarkeit eines »Sportplatzstegs« zwischen SBC-Gelände und Brunner-Anlage. Denn im Zuge seiner Untersuchungen hatte Richard Dietrich unter anderem die Frage aufgeworfen, ob der sanierungsbedürftige Viaduktsteg auf Dauer an dieser Stelle erhalten werden soll.


Befürchtet wurde, dass kaum jemand, der die geplante stehende Welle im Mühlbach nutzen wolle, beim SBC parken und dann sein Surfbrett entweder über die Brücke am Empfinger Hohlweg oder über den Viaduktsteg tragen werde. An der Brunner-Anlage sind Parkplätze aber rar und meist belegt. Um nun zu vermeiden, dass an der ohnehin schmalen Oberen und Unteren Hammerstraße unnötiger Zusatzverkehr erzeugt wird, gab es Überlegungen, den SBC-Parkplatz für die Surfer über einen neuen Fußgängersteg über die Traun zu erschließen.

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Nun ging es im Planungsausschuss um Dietrichs Vorschlag. Er riet der Stadt zum Bau eines »minimalistischen Spannbandstegs in Stahlkonstruktion mit Widerlagern aus Stahlbeton.« Das Erscheinungsbild sei »leicht und filigran, die wellenförmige Gradiente verweist auf den Fluss und auf die neue Surfwelle im Mühlbach«, hieß es. Die Spannweite betrage 27 Meter, der Gehweg reiche mit 2,5 Metern Breite auch für einen kombinierten Geh- und Radweg. Die Kosten wurden auf 400 000 Euro geschätzt.

Eventuell Beleuchtung auf SBC-Seite sparen

Würde der neue Steg gebaut, könnten eventuell die Kosten für die Beleuchtung des Fußwegs zwischen SBC und Viaduktsteg entfallen, da es auf der Seite der Brunner-Anlage bereits eine Beleuchtung gebe. Der langfristige Erhalt des Viaduktstegs sei mit einem nicht unerheblichen Kostenaufwand verbunden. »Die Frage einer dauerhaften Verbindung an dieser Stelle wäre mit zu überlegen«, hieß es in der Vorlage. Für die Bezuschussung kämen unterschiedliche Fördermöglichkeiten infrage.

»400 000 Euro komplett – das ist günstig für so einen Steg, der zudem auch befahrbar wäre, zum Beispiel vom Winterdienst«, sagte dazu Stadtplaner Elmar Schwäbisch in der Sitzung. Zuschüsse seien bis zu 50 Prozent möglich.

»Wir brauchen Parkplätze und Toiletten, wenn die Welle kommt«, gab dritte Bürgermeisterin Waltraud Wiesholler-Niederlöhner (SPD) zu bedenken. »Das wäre doch ideal, wenn man da eine direkte Verbindung zum SBC-Vereinsheim hätte.« Dietrich habe schon mehr Brücken für die Stadt gebaut, seine Kostenschätzungen seien immer »ziemlich realistisch« gewesen. »Wir sollten da auf alle Fälle weiter prüfen.«

Dr. Christian Hümmer (CSU) brach als erster eine Lanze für den Erhalt des Viaduktstegs: »Ich werd' immer dafür sein, dass auf Höhe des Viadukts ein Steg erhalten bleiben muss. Und noch ist die Welle nicht in trockenen Tüchern. Da geht es noch um Planung, Finanzierung und Genehmigung. Wir haben jetzt einen Vorschlag für einen Steg, aber den würde ich zurückstellen, bis klar ist, ob die Welle kommt.«

Oberbürgermeister Christian Kegel (SPD) gab den Faktor Zeit zu bedenken: »Auch der Bau des Stegs braucht Zeit. Wir sollten die Planungen weiter vorantreiben.« Zumal das die Stadt ja nichts extra koste, wie Elmar Schwäbisch betonte. »Wir können doch mit den Grundeigentümern und dem Wasserwirtschaftsamt schon mal abklären, ob das überhaupt geht«, schlug er vor. Die Welle würde maßgeblich über Leader finanziert, vielleicht könnte man da den Steg mit integrieren.

Ernst Haider (UW) gab zu bedenken: »Wir wissen noch überhaupt nicht, ob die Welle kommt. Zu große Euphorie ist an dieser Stelle verfrüht«. Dagegen habe der Steg am Viadukt große Bedeutung für Arbeitswege und Schüler. »Der neue Steg kann dafür niemals eine Alternative sein.« Er könnte mitgehen, wenn es nur um die Möglichkeit zum Bau des neuen Stegs gehe, »aber das heißt noch nicht, dass ich den Steg auch haben möchte.«

»Der Viaduktsteg muss bleiben«

Uwe Steinmetz (UW) erinnerte daran, dass es Pläne für einen solchen Steg ja bereits einmal gegeben habe vom SBC, »aber damals für 1,4 Millionen Euro.« Doch auch er betonte: »Der Viaduktsteg muss bleiben.«

Burgi Mörtl-Körner (Grüne) stellte die Notwendigkeit des neuen Stegs generell in Frage: »Das sind doch kleine Bretter und es können sowieso nicht mehr als zehn Leute gleichzeitig surfen. Und das sind doch alles sportliche Leute. Die können durchaus außenrum gehen.« Wichtiger wäre es ihrer Meinung nach, den Viaduktsteg zu renovieren.

»Ich kann nur dafür werben«, sagte dazu Oberbürgermeister Kegel. »Es geht ja zunächst einmal nur darum, zu untersuchen, ob es überhaupt geht.«. »Dass der Viaduktsteg erhalten bleiben muss, ist doch überhaupt keine Frage«, sagte dazu auch Robert Sattler (SPD). »Aber wenn die Welle kommt, brauchen wir den Steg. Wir vergeben uns doch nix, wenn wir's jetzt untersuchen. So können wir im Endeffekt Zeit sparen.« Und Elmar Schwäbisch ergänzte erneut: »Das sind nur Fragen, die wir den Behörden stellen, das kostet uns keinen Euro.«

»Eine Grundlagenerhebung kann nie falsch sein«, sagte Karl Schulz (CSU). Ein Steg an dieser Stelle bringe auch den Nutzern des SBC-Geländes und der Brunner-Anlage Vorteile. Die Sanierung des Viaduktstegs stehe ohnehin an. »Vielleicht wäre ja auch an dieser Stelle eine Spannbandbrücke eine pfiffige Lösung?«

Einstimmig nahm schließlich der Planungsausschuss den Lösungsvorschlag Dietrichs zur Kenntnis. Voraussetzungen wie Grundeigentum, Wasserrecht und Naturschutz sollten kostenneutral geprüft, Fördermöglichkeiten ermittelt werden. Der Viaduktsteg, so wurde zusätzlich in die Beschlussvorlage mit aufgenommen, solle unabhängig von einem neuen »Sportplatzsteg« unbedingt erhalten werden. coho

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