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Der Verkehr rollt wieder

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Bei der offiziellen Einweihung der Brücke (von links): Siegfried Mitterlehner von der Firma Teerag Asdag, der Staudach-Egerndacher Bürgermeister Hans Pertl, Hubert Brehmer und Reinhard Wierer von Wierer Ingenieur, der Überseer Bürgermeister Marc Nitschke und der Grabenstätter Bürgermeister Georg Schützinger. (Foto: vom Dorp)

Übersee – Rechtzeitig zum Beginn des Chiemsee-Summer-Festivals in der kommenden Woche im Ortsteil Almau ist die Almauer Brücke über die Tiroler Achen jetzt wieder für den Verkehr freigegeben worden. Die 50-jährige Brücke war aufgrund massiver Schäden in viermonatiger Bauzeit für 550 000 Euro umfassend saniert worden.


Bei der Wiedereinweihung vor zahlreichen Ehrengästen, Anliegern und Mitgliedern der bauausführenden Firmen rief Bürgermeister Marc Nitschke die wechselvolle Chronik der Flussquerung in Almau in Erinnerung.

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Jahrhundertelang hatte es an dieser Stelle gar keine Brücke gegeben. Allerdings war auch die Ache nicht eingedämmt und das Wasser an manchen Stellen so seicht, dass Fuhrwerke an diesen Furten die Ache durchqueren konnten. Nach dem Ersten Weltkrieg um 1918 entstand für die Fußgänger wenigstens ein waghalsiger, an Drahtseilen aufgehängter Steg.

Schließlich bauten sich die Bauern eine Genossenschaftsbrücke aus Holz, die allerdings bei jedem Achenhochwasser gefährdet war. Das Schlimmste passierte dann im Juni 1959: Die Holzbrücke wurde weggerissen. Für die von ihren Wiesen und Äckern abgeschnittenen Bauern war das zur Heuzeit ein schwerer und verlustreicher Schlag. An einen neuen Brückenbau konnten sie aus Mangel an Zeit, Handwerkern und Geld nicht denken.

Schließlich mobilisierte der damalige Bürgermeister Georg Gschwendner rund 30 Gebirgspioniere, die in einem beispiellosen Einsatz von zwei Wochen die Brücke – rechtzeitig zur Heuernte – wieder funktionsfähig machten. Im Zuge der Flurbereinigung wurde dann 1964 eine Spannbetonbrücke von 74 Metern Länge und einer Gesamtbreite von sechs Metern gebaut und 1965 eingeweiht.

»Nach 50 Jahren waren viele Verschleißbauteile so abgenutzt, dass eine Erneuerung notwendig wurde«, sagte Bauleiter Reinhard Wierer vom gleichnamigen Ingenieurbüro in Übersee. Im Zuge der Sanierung seien dann schwerwiegende Bausünden der Vergangenheit zum Vorschein gekommen, die zu Mehrkosten und Bauzeitverzögerungen von rund drei Wochen geführt hätten.

Wie Bürgermeister Nitschke gegenüber dem Traunsteiner Tagblatt einräumte, beziffern sich die Mehrkosten auf rund 95 000 Euro. Dass der Zeitverzug wieder aufgeholt werden konnte, schrieb Bauleiter Wierer »ganz ausdrücklich der ziel- und ergebnisorientierten Zusammenarbeit aller am Bau Beteiligten zu«.

Der Rathauschef dankte in diesem Zusammenhang neben dem Büro Wierer vor allem der ausführenden Firma Teerag Asdag aus Salzburg mit Subunternehmern sowie Bautechniker Max Posselt von der Gemeindeverwaltung. Passend zum 50. Jubiläum der Brücke drückte er die Hoffnung aus, dass die runderneuerte Brücke für die nächsten 50 Jahre Bestand haben werde. bvd