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»Der verflixte Findelbrief« beansprucht Lachmuskeln

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Die männliche Belegschaft der Metzgerei Bachhuber sieht Gewitterwolken aufziehen, können sich doch weder (von rechts) Chef Josef (gespielt von Toni Wimmer), Max (Anderl Osenstätter), Quirin (Franz Schützinger) noch Wolfi (Tobias Müller) an die Geschehnisse beim letzten Betriebsausflug erinnern. Und nun meldet ein unbekanntes Frauenzimmer sein Kommen an. In bierseliger Runde wird nach einer Lösung gesucht – und die heißt Quirin! (Foto: Volk)

Nußdorf – Die erfolgreiche Premiere von »Der verflixte Findelbrief« der Theatergruppe des Trachtenvereins hat viele Väter:


Probenfleiß, eine geglückte Rollenbesetzung, eine routinierte Darstellergruppe und eine gelungene Stückauswahl, aber auch die schmucke Bühne im Bürger- und Vereinsheim. Zu den gleich zwei Vorstellungen am Premierentag kamen viele Besucher, die das Lustspiel, geschrieben von Marianne Santl, mit lang anhaltendem Applaus, Bravo-Rufen, und zu Recht mit viel Lob würdigten.

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Im Mittelpunkt des Stücks steht das Leben der Bachhubers, die eine Schweinemast mit Metzgerei betreiben. Chef des Familienbetriebs ist Josef Bachhuber (Toni Wimmer), an seiner Seite steht seine resolute Frau Marlies (Rosa Hylak). Neben Sohn Wolfi (Tobias Müller) und Onkel Max (Anderl Osenstätter), Josefs Bruder, werkeln die Magd Burgl (Hanni Höllthaler) und der behäbige Knecht Quirin (Franz Schützinger) mit, um Metzgerei und Schweinemast in Gang zu halten.

Aufgrund des arbeitsreichen Lebens der Bachhubers kommen spirituelle und moralische Werte doch etwas zu kurz, meint die bigotte Dorfratschn Fanni (Anni Gnadl) und ruft zur Besinnung auf (»Da muss man sich ja der Sünd'n fürchten«). Sie wirbt mit einer Fußwallfahrt nach Altötting. Tatsächlich erreicht sie, dass Marlies sich auf den Weg zur Altöttinger Madonna macht. Nebenbei organisiert die plappernde Fanni geschickt, dass ihre Nichte Steffi (Viktoria Schützinger) zu Marlies' Entlastung als Lehrdirndl auf Probe bei den Bachhubers aufgenommen wird.

Turbulent wird die Geschichte, als Burgl am Tag der Wallfahrt einen durchnässten »Findelbrief« mit unbekanntem Absender vor dem Briefkasten findet. Die etwas tollpatschige Burgl – des Lesens nicht sehr mächtig – lässt sich das Schriftstück von Wolfi vorlesen. Der offensichtliche Liebesbrief, an »meinen lieben Waldbauernbuam« gerichtet und von einem unbekannten »Spatzerl« unterzeichnet, lässt Wolfi dicke Luft erahnen.

Besorgtes Männerquartett

In bierseliger Männerrunde erinnern sich die Herren an den letzten Betriebsausflug und an ihre Techtelmechtel mit diversen Damen. Das besorgte Männerquartett hat keine Zweifel, dass die Ankunft einer blonden Schönheit bevorsteht, die von mindestens einem der Herren etwas will, aber was nur? Weil Max seine Freundin Gundi (Christine Czogalla) heiraten will, Wolfi ein G'spusi hat und Josef glücklich verheiratet ist, wird der ledige Quirin zum Retter bestimmt – er muss sich opfern und sich des erwarteten Frauenzimmers annehmen. Als plötzlich der Lugge (Sebastian Osenstätter) auftaucht und mitteilt, dass im Gasthaus ein junges Mädchen abgestiegen sei, ist die Verwirrung groß.

Wie die schuldbeladenen, von schlechtem Gewissen gepeinigten Mannsbilder sich doch noch aus der Misere ziehen, und wie sich die Wirrungen lösen, weil die Frauen ihre Männer schon längst durchschaut haben, zeigt das amüsante, mit vielen Pointen gespickte und die Lachmuskeln beanspruchende Stück.

Das Ensemble der Nußdorfer Trachtlerbühne erfreute das begeisterte Publikum mit einer durchwegs soliden schauspielerischen Leistung, pfiffigen Szenen und vielen Anlässen zum Schmunzeln und zum Lachen. In Szene gesetzt wurde der Dreiakter von Spielleiterin Rosa Hylak. Im Souffleurkasten war Johanna Schauer präsent, aber kaum in Aktion. Das passende und detailreiche Bühnenbild schuf Sepp Schauer, für passende Maske und Frisuren sorgte Nicole Flassak.

Wer »Der verflixte Findelbrief« und damit unterhaltsame Theaterstunden erleben will, hat dazu noch fünf Mal Gelegenheit. Das Lustspiel wird am morgigen Freitag um 20 Uhr und am Sonntag bereits um 18 Uhr präsentiert. Weitere Aufführung sind am Freitag, 5. Mai, und Samstag, 6. Mai, jeweils um 20 Uhr. Letztmals öffnet sich der Vorhang im Nußdorfer Bürger- und Vereinsheim am Sonntag, 7. Mai, um 18 Uhr. Kartenreservierung bei Cornelia Schauer unter Telefon 08669/81 98 15. pv