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Der unliebsame Nachbar im Beet

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Hartnäckiges Wurzelunkraut zwischen mehrjährigen Stauden oder Sträuchern: der Giersch mit einem weitläufigen Wurzelsystem. (Foto: Putzhammer)
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Kaum sprießen die ersten Pflänzchen im Gartenbeet aus der Erde, kommen auch lästige Unkräuter zum Vorschein. Disteln, Ampfer, Quecken und Löwenzahn breiten sich in Windeseile aus und trüben die Freude am Garteln. Markus Putzhammer, Kreisfachberater für Gartenbau am Landratsamt Berchtesgadener Land, gibt in der Serie »Gartenleben« des Traunsteiner Tagblatts Tipps, wie man dem Unkrautdschungel im Garten Herr werden kann.


»Das Unkraut, von manchen auch als Wildkraut bezeichnet, ist die Konkurrenz zur Nutzpflanze und trotzdem hat jede Pflanze ihre Berechtigung«, so Markus Putzhammer. Es kommt immer darauf an, wo sich das Unkraut ansiedelt. Wachsen Brennnesseln beispielsweise am Waldrand, sind sie eine wichtige Nahrungspflanze für Schmetterlingsraupen, wachsen sie dagegen im Blumen- oder Gemüsebeet, ist Handeln angesagt.

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»Grundsätzlich kann Unkraut nicht komplett ausgerottet werden, man kann es nur im Zaum halten«, informiert der Kreisfachberater. Und dies sollte im hauseigenen Beet unbedingt passieren, da die Unkräuter den Kulturpflanzen Wasser, Licht und Nährstoffe wegnehmen.

Putzhammer unterscheidet zwischen den Samenunkräutern und den Wurzelunkräutern. Zu den Samenunkräutern gehören beispielsweise Vogelmiere, diverse Gräser und das Franzosenkraut, welche sich auf Gemüse- und Blumenbeeten ausbreiten. »Da hilft nur Hacken oder Auszupfen, am besten bei heißem Wetter, dann vertrocknen die Wurzeln«, rät der Kreisfachberater. Zudem trägt das Hacken dazu bei, die Bodenoberfläche zu lockern und somit die Erde mit mehr Luft zu versorgen. Vorbeugen kann man den Samenunkräutern durch Mulchen, das heißt, Reste vom Rasengras zwei bis drei Zentimeter auf das Beet auftragen. Dadurch wird, laut Markus Putzhammer, eine erneute Keimung verhindert. »Und die Regenwürmer freuen sich auch«.

Deutlich schwerer zu bekämpfen sind die Wurzelunkräuter, welche es sich zwischen mehrjährigen Stauden oder Sträuchern wie Johannisbeere gemütlich machen. »Zaunwinde, Giersch, Quecke oder Löwenzahn haben ein sehr weitläufiges Wurzelsystem, bleiben nur ein paar Wurzeln in der Erde, treiben sie immer wieder aus«, so Putzhammer. Da gibt es nur eine Methode: ran an die Wurzel. Der Kreisfachberater rät, mit einer schmalen Schaufel, beispielsweise einem Löwenzahnstecher, die Erde zu lockern, damit die oft meterlange Wurzel herausgezogen werden kann. »Das ist die einzige Möglichkeit; die Blätter nur abrupfen bringt gar nichts, man muss sich systematisch von einer Seite zur anderen durcharbeiten, das ist leider sehr mühsam«. Lediglich der Löwenzahn kann eine Schonfrist bekommen. »Lässt man den Löwenzahn bis zum Herbst stehen und sticht dann die Wurzeln aus, kann man diese im Heizungsraum antreiben lassen. Dazu werden sie in einen Kübel gestellt, dazwischen Erde gefüllt und angegossen. Durch die Wärme treiben sie aus und wegen des fehlenden Lichtes gibt es ganz zartes Gemüse ähnlich dem Chicorée. So hat man im Winter immer einen frischen Löwenzahnsalat«, empfiehlt er.

Von Herbiziden, also chemischen Unkrautbekämpfungsmitteln, rät Markus Putzhammer generell ab. »Wachsen beispielsweise Gräser zwischen Platten auf einem Fußweg, muss man sich einfach die Mühe machen und Hand anlegen«. Mit chemischen Mitteln tut man der Umwelt nichts Gutes, die Wirkstoffe gehen in die Erde und verbleiben möglicherweise sehr lange im Naturkreislauf, betont Markus Putzhammer. Im schlimmsten Fall kann es zu einer Verunreinigung des Grundwassers kommen. »Unkraut einfach weggießen ist nicht, jeder soll sich seiner Verantwortung bewusst sein«. Zumal gesetzlich der Einsatz von Herbiziden auf nicht-landwirtschaftlichen beziehungsweise nicht-gärtnerisch genutzten Flächen verboten ist. Caroline Irlinger

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