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Der Umbau der Klosterkirche wird teurer und teurer

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Das Kulturforum Klosterkirche wird nicht bis Ende des Jahres fertig. Das wurde in der jüngsten Stadtratssitzung bekannt. (Foto: Reiter)

Traunstein – Für Zündstoff im Stadtrat sorgt in regelmäßigen Abständen das Kulturforum Klosterkirche. »Es treten immer wieder Dinge auf, die jetzt in optimalen Zustand gebracht werden müssen«, sagte Oberbürgermeister Christian Kegel – und erklärte damit auch, warum das Bauprojekt erneut teurer wird. Mittlerweile liegen die Kosten bei rund 10,7 Millionen Euro, wie das Traunsteiner Tagblatt auf Nachfrage erfuhr. Außerdem wird das Kulturforum Klosterkirche später fertig als geplant.


In ihrer Beschlussvorlage informierte die Stadtverwaltung den Stadtrat über den aktuellen Sachstand: Die Baumeisterarbeiten seien zu 90 Prozent fertiggestellt. Bei den Arbeiten seien verschiedenste Dinge zu Tage getreten, wie eine minderwertige Ausführungsqualität des Mauerwerks. Außerdem müssten Stürze von Fenstern ausgetauscht oder überhaupt erst eingebaut werden. »Tragende Mauerwerkswände sind zum Teil viel zu dünn«, sagte Oberbürgermeister Christian Kegel. Aufgrund dessen würden die Arbeiten in diesem Bereich rund acht Wochen länger dauern.

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Der Dachstuhl der Kirchenostseite im unteren Bereich und der Dachstuhl der Apsis insgesamt seien zu 80 Prozent fertiggestellt. Derzeit sehe es so aus, dass das Kirchendach bis Ende Dezember 2018 fertiggestellt ist, heißt es in der Beschlussvorlage.

Am Südflügel beginne in rund zwei Wochen die Sanierung des Dachtragwerks. Erst danach könne mit der Fassadenrestaurierung im Südflügel begonnen werden. Eine Verschiebung des Fertigstellungstermins ins Frühjahr 2019 könne nicht mehr ausgeschlossen werden, so die Stadt. Ursprünglich wollte man Ende des Jahres fertig werden.

»Das ist nicht der richtige Weg«

Josef Kaiser (UW) gefiel es nicht, dass der Kreuzungsbereich an der Klosterkirche gepflastert werden soll. »Das ist nicht der richtige Weg«, betonte er. »Das schaut zwar schöner aus, aber praktisch ist es nicht.« Außerdem sei Pflaster anfälliger für Reparaturen als Asphalt. Er würde sich deshalb wünschen, dass das anders gemacht werde.

Oberbürgermeister Christian Kegel war der Meinung, »dass das Pflaster das aushält«.

Wilfried Schott (Grüne) kritisierte, dass in der Beschlussvorlage nicht stehe, wie der aktuelle Kostenstand sei. Außerdem betonte er, dass er sich eine Prognose wünschen würde. »Welche Gesamtsumme wird es?«, fragte er.

»Wo wir am Ende rauskommen, ist schwer zu sagen«, betonte Oberbürgermeister Christian Kegel. Zur Kritik wegen des fehlenden aktuellen Kostenstands in der Beschlussvorlage sagte Kegel, dass Wilfried Schott ja jederzeit in der Verwaltung anrufen und nach den Kosten fragen könne.

»Das ist keine Hol-, sondern eine Bringschuld«, fand Dr. Christian Hümmer (CSU). Er kritisierte grundsätzlich das Herangehen der Stadt bei den verschiedensten Projekten, angefangen von der Güterhalle, über die Planungen für den Mühlbach bis hin zur Klosterkirche. Hümmer wünschte sich ein zielgerichteteres Vorgehen. »Die Klosterkirche wurde umgebaut, ohne ein Konzept für sie zu haben, ohne überhaupt zu wissen, wer sie betreiben soll.«

Die Kostenschätzung für die Sanierung der Klosterkirche lag 2014 bei 7,47 Millionen Euro, die Kostenberechnung bei 8,03 Millionen Euro (Stand 2015) und die fortgeschriebene Kostenberechnung (Stand 2016) bei 8,80 Millionen Euro. Seit Beginn des Umbaus steigen die Kosten nun Monat für Monat. Im Januar 2018 lagen die Gesamtkosten bereits bei 9,4 Millionen Euro. Da war Stadtbaumeister Klaus Hechfellner noch der Meinung, »dass die Zeit der großen Überraschung« vorbei sei. Das hat sich nicht bestätigt, mittlerweile liegen die Kosten laut Stadt bei 10,7 Millionen Euro.

Aufträge für Freianlagen vergeben

Neben dem Sachstandsbericht ging es im Stadtrat auch um die Vergabe von Nachträgen in Bezug auf die Freianlagen rund um das Kulturzentrum Klosterkirche inklusive des Pausenhofs der Ludwig-Thoma-Schule. Diese wird unter Berücksichtigung der bisherigen Ausschreibungsergebnisse nicht 1,03, sondern 1,17 Millionen Euro kosten, also rund 230 000 Euro mehr als geplant. Das Gewerk Freianlagen Tiefbau Klosterkirche und Pausenhof wird die Gartenbau- und Landschaftsbau Wolfgruber GmbH & Co KG aus Tittmoning für rund 660 000 Euro übernehmen, den Vorbereich Tiefbau Klosterkirche die Kellerer Garten- und Landschaftsbau GmbH aus Surberg für rund 300 000 Euro.

Folgende Nachträge wurden vom Stadtrat mit 17 zu 7 Stimmen abgesegnet: Gewerk Baumeister rund 110 000 Euro mehr, Gewerk Elektroarbeiten rund 13 000 Euro mehr, Gewerk Metallfenster rund 350 Euro günstiger und Gewerk Zimmerer rund 5000 Euro mehr. KR