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Der Trend zum Heiraten hält an

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Im Landkreis Traunstein schlossen im Jahr 2016 insgesamt 1043 Paare den Bund fürs Leben.

Gegensätze ziehen sich an: Rund jede achte Eheschließung ist in Bayern eine zwischen Ehepartnern mit unterschiedlicher Nationalität. Im Landkreis Traunstein waren zuletzt unter 1043 Hochzeitspaaren 10,2 Prozent deutsch-ausländische Verbindungen. In weiteren 88,3 Prozent aller Heiraten handelte es sich um deutsch-deutsche Angelegenheiten und in 1,5 Prozent der Fälle waren beide Partner Ausländer.


Prallen verschiedene Kulturen aufeinander, kann es im Ehealltag schwierig werden. So fand eine Studie des Rostocker Zentrums für Erforschung des Demographischen Wandels heraus, dass das Scheidungsrisiko bei binationalen Ehen um 64 Prozent höher liegt, als bei Menschen gleicher Nationalität. Schon der Gang zum Standesamt ist gespickt mit bürokratischen Hürden, vor allem wenn der jeweils zukünftige Ehepartner aus dem außereuropäischen Ausland stammt. Geduld und gute Nerven brauchen Heiratswillige in diesem Fall, um das monatelange Hin und Her zwischen Standesämtern, Ausländerbehörden und Botschaften zu bewältigen, bis die notwendigen Dokumente beglaubigt und legalisiert sind.

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Im Kreis Traunstein schlossen nach aktuellen Zahlen des Landesamts für Statistik im Jahr 2016 insgesamt 1043 Paare den Bund fürs Leben; das sind 58 weniger als im Vorjahr. Darunter waren 106 deutsch-ausländische Hochzeitspaare (2015: 104). Dabei war in 63 Fällen die Frau Ausländerin, in weiteren 43 Fällen der Mann Ausländer. Insgesamt 921-mal trauten die Standesbeamten Paare mit jeweils einem deutschen Pass (2015: 979), und bei weiteren 16 Brautpaaren hatten beide eine ausländische Staatsangehörigkeit.

Bayernweit war 2016 jedes Achte der insgesamt 66 324 Hochzeitspaare eine deutsch-ausländische Kombination (12,3 Prozent). Regional bestehen dabei große Unterschiede: In München ist fast jede vierte Heirat eine deutsch-ausländische Angelegenheit, im Kreis Straubing-Bogen nur rund jede Dreißigste. Im Kreis Traunstein lag die Quote zuletzt bei 10,2 Prozent, das entspricht fast jeder zehnten Heirat.

Vor allem deutsche Männer mögen die binationale Ehe. Zumindest heiraten bayernweit mehr Deutsche eine Ausländerin, als deutsche Frauen einen Ausländer: Am häufigsten treten diese dann mit türkisch-stämmigen Ehepartnern vors Standesamt, gefolgt von Österreichern. Die Männer ehelichten in den vergangenen Jahren laut Statistik häufig eine Türkin, Österreicherin oder Polin sowie eine Ukrainerin oder eine Asiatin.

Entgegen der jüngsten Entwicklung im Kreis Traunstein gilt: Heiraten ist Trend. Bayernweit kletterte die Zahl der Eheschließungen zum dritten Mal in Folge nach oben, zuletzt um rund 1200 oder knapp zwei Prozent auf 66 324. Die Hochzeitsindustrie freut es, denn den schönsten Tag des Lebens lassen sich Paare einiges kosten, wie CreditPlus Bank AG in einer Umfrage feststellte, Mehr als jeder dritte Bundesbürger ist bereit, 5000 Euro auszugeben, mehr als jeder Vierte plant mit 5000 bis 10 000 Euro und neun Prozent rechnen mit 10 000 bis 25 000 Euro.

Nur die standesamtliche Trauung macht Paare zum Ehepaar. Das gilt auch in Fällen, in denen beide Partner ausländische Staatsbürger sind: 16-mal oder in 1,5 Prozent aller Eheschließungen im Kreis Traunstein war dies 2016 der Fall. Im Land liegt dieser Anteil aktuell bei 2,8 Prozent der Eheschließungen (1.851), am häufigsten heiraten dann jeweils türkische oder italienische Staatsbürger unter sich. zds