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»Der Tourismus ist unser wichtigstes Standbein«

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Inzell – Über die Entwicklung und Bedeutung des Tourismus für Inzell berichtete der Geschäftsführer der Inzeller Touristik, Gerhard Steinbacher, beim Tourismusabend. Im vergangenen Jahr ging die Zahl der Übernachtungen um 5,9 Prozent zurück, das entspricht rund 35 700 Übernachtungen.


Die Gründe dafür liegen laut Steinbacher klar auf der Hand. »Der schlechte Winter 2014 mit wenig Schnee und der nasse Sommer haben dazu geführt, dass die Leute wieder früher abgereist sind. Das konnte im Herbst nicht mehr aufgefangen werden. Allein im Februar hatten wir 14 600 Übernachtungen weniger, als im Jahr zuvor. Die Aufenthaltsdauer lag durchschnittlich gerade mal bei fünf Tagen«. Der Ausblick auf heuer verleihe wieder mehr Optimismus, denn in den ersten beiden Monaten sei die Zahl der Übernachtungen wieder um 6,2 Prozent gestiegen, so Steinbacher.

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Besonders zu Buche schlägt bei den Übernachtungen jedes Jahr im Juli das Sommer-Eis in der Max-Aicher-Arena. Die Beherbergungsbetriebe und Gaststätten profitieren erheblich von den Trainingslagern der Eisschnellläufer. Für unbezahlbare Werbung für den Ort hält Steinbacher den Eisschnelllauf-Weltcup, der wieder vom 4. bis 6. Dezember in Inzell stattfinden wird. 2016 ist laut Steinbacher wieder das Eisspeedwayrennen am 19. und 20. März geplant, das für steigende Übernachtungszahlen sorgen wird.

Werbefilm soll Lust auf Urlaub in Inzell machen

Um die Attraktivität noch zu steigern und mehr Gäste nach Inzell zu bringen, werden seit dem vergangenen Sommer Filmaufnahmen für einen Image- und Werbefilm gedreht. Der Film, der rund vier Minuten dauern wird, soll Lust auf Urlaub in Inzell machen und Gäste dazu bewegen, der Gemeinde einen mehrtägigen Besuch abzustatten. Bereits im sechsten Jahr gibt es im Ort die Inzell-Card Plus, mit der die Gäste verschiedene Einrichtungen kostenlos benutzen dürfen.

»Der Tourismus ist unser wichtigstes Standbein, sowohl für Gemeinde als auch für die Betriebe. Hierbei warten wichtige Aufgaben auf uns«, sagte Bürgermeister Hans Egger. So nannte er zunächst den Badepark, der auf dem Prüfstand steht. Wegen der Langlaufloipe gab es im Winter einige Beschwerden, doch Egger setzte sich für die Pistenraupenfahrer ein: »Sie sind gefahren, wann immer es möglich war und sind extrem bemüht. Doch wegen der fehlenden Fräse war es nicht immer optimal zum Präparieren und deswegen konnte bei längeren Schönwetterphasen nicht mehr präpariert werden«. Ziel ist es nun, eine neue Fräse anzuschaffen.

Gastreferentin Cornelia Schierl vom Sportalpen Marketing Salzburg stellte dar, wie wichtig in der heutigen Zeit das Internet ist, vor allem für die Neukundengewinnung. Gute Internetseiten könnten das Image stärken, Vertrauen aufbauen und dadurch Gäste binden »Die eingestellten Bilder sollen die Aufmerksamkeit und das Interesse bei den Gästen wecken, denn ein 'Bild sagt mehr als 1000 Worte' und kann ein Unternehmen sehr gut repräsentieren«.

Früher war der Fernseher, heute ist das Internet wichtig

Der Vorsitzende des Verbands der privaten Gastgeber im Chiemgau, Barthl Irlinger sprach über den im November 2014 gegründeten Verein, der inzwischen rund 80 Mitglieder hat, und sich dafür einsetzt, dass Vermieter besser wahrgenommen werden. Der Verband will Vermieter vor allem in der WLAN-Ausrüstung unterstützen, denn war es früher die erste Frage, ob es einen Fernseher gibt, sei heute das Internet von entscheidender Bedeutung.

Zum Ende gab es auch einige Anmerkungen der Besucher. So plädierte Paul Gambs dafür, dass die Öffnungszeit der Inzeller Touristik im Sommer auf 8 Uhr statt 9 Uhr vorverlegt wird, weil viele Gäste schon in den Morgenstunden etwas unternehmen wollen. Gabi Maier regte an, den Film über Inzell mit sehr authentischen Bildern nicht mit englischer Musik zu untermalen. Andi Bauregger vom Tourismusverein sagte bei Notwendigkeit einen Zuschuss zur Fräse für die Loipenpräparierung zu. Andrea Holzner bat um einen aktuellen Newsletter, weil dies für die Vermieter sehr wichtig ist, um Informationen weiterzugeben.

Eine Frage bezog sich auf die Inzell-Card Plus, mit der Hallenbad und Sauna nur noch einmal pro Gast benutzt werden dürfen. Dies geschieht laut Egger, um anderen Gästen und Einheimischen auch die Möglichkeit zu geben, einigermaßen entspannt solche Freizeiteinrichtungen zu nutzen. hw