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Der Torfbahnhof wird weiter restauriert

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Ekkehard Barchewitz (Mitte) überreicht den engagierten Architekten Peter und Rebecca Schorr ein gedrucktes Modell des Torfbahnhofs. (Foto: T. Eder)

Grassau – Im Zeichen der Restaurierung des Museumsareals Torfbahnhof stand die Jahreshauptversammlung des Museumsvereins Torfbahnhof im Gasthof Fischerstüberl. Die Architekten informierten dabei über den Fortschritt.


Mit eindrucksvollen Bildern zeigten Peter und Rebecca Schorr die derzeitigen Restaurierungsarbeiten am Museumsensemble. Akute Maßnahmen zum Erhalt des Hauptgebäudes, wie der Austausch morscher Balken, seien demnach bereits erledigt. Dass selbst dies nicht einfach ist, da möglichst wenig von der Substanz entfernt und alles originalgetreu rekonstruiert werden soll, wurde gezeigt.

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Ein großes Problem war die innenliegende, steile Holztreppe. Diese sei durch eine Stahltreppe mit Eichenstufen, die sich ins Gesamtbild einfügt, ersetzt worden. Der Bereich um den Becheraufzug wurde mit einem filigranen Absperrgitter versehen. Auch die Fluchttreppe, eine Auflage des Brandschutzes, wurde bereits erstellt. Im Bereich der alten Zimmerei seien außen Fundamente ausgebessert worden. Auch hier werde noch eine Treppe folgen.

Vorsitzender Ekkehard Barchewitz freute sich über den Fortschritt und darüber, dass regionale Firmen beschäftigt würden. Er informierte, dass die großen Arbeiten am Dach noch ausstünden. Der Kran sei bereits aufgestellt, nur das Wetter spiele noch nicht mit.

Barchewitz erinnerte an den Kurs Museumsführer an der VHS in Prien. Ziel war es, interessierte Museumsführer zu gewinnen, was aber leider nicht gelungen sei. Auch der Versuch, die südliche Seite des Areals, derzeit von der JVA gepachtet, zu kaufen, scheiterte, denn es werde grundsätzlich nicht an Vereine verkauft. Wie Barchewitz erklärte, fahre dort die Feldbahn. Nun soll der Pachtvertrag verlängert werden.

Sehr viele Gleise seien im vergangenen Jahr renoviert worden, wobei die alten Schwellen entfernt und entsorgt werden mussten. Nachdem die zunächst geliehene Gleisanlage war aber zu schwach. So konstruierte der Verein selbst eine solche Maschine, die gute Arbeit leiste.

Eigentlich, so Barchewitz sollte die Werkstattbaracke mit Hilfe einer EU-Leader- Förderung für 20 000 Euro saniert werden. Nachdem aber der Aufwand erheblich sei und die Mehrwertsteuer von 4000 Euro nicht in die Förderung einfließe, zog der Verein den Antrag zurück. »Wir machen nun bescheiden weiter, bleiben an der Sanierung des Werkstattgebäudes dran«, erklärte der Vorsitzende.

Mit 2796 Gästen seien zudem weniger Besucher als im Vorjahr (3303) gezählt worden. Die Zahl der Gruppen sei zurückgegangen und auch Sonderführungen gab es weniger. Aufgrund der Restaurierung gab es keine Sonderveranstaltungen. Dafür habe sich der Verein auf Märkten und beim Fessler-Dampfschifffahrts-Jubiläum mit seiner Feldbahn präsentiert. Weiter berichtete der Vorsitzende über Fernsehaufnahmen und von ungewöhnlichen Besuchern, wie der Besatzung eines Heißluftballons, Blindschleichen, Kreuzottern, Bibern und auch vielen Mäusen. Letzteren nähmen sich nun einige zugelaufene Katzen an.

106 Mitglieder zählt der Verein derzeit. Diese leisteten 1700 Stunden für Führungen, Zugfahrten und Präsentationen des Torfbahnhofs auf Märkten. 1800 Stunden lang wurde handwerklich am Torfbahnhof gearbeitet. Anfang 2017 habe man von der Denkmalpflege grünes Licht für die Sanierung erhalten. Allerdings müsse der Verein zur Finanzierung rund eine halbe Million Euro aus eigener Tasche bestreiten, also rund 26 000 Euro. Im Januar 2017 fehlten hierfür noch 9000 Euro. Durch die Spendenaktion konnte diese Summe gesammelt werden. Das laufende Jahr werde von der Restaurierung geprägt sein, betonte Barchewitz. Die Glasfassade am Eingang sei fertig und der Torfmeisterturm mit Hauswirtschafts- und Personalraum sei entkernt. Die Dachsanierung sowie weitere Sanierungen an Fassaden stünden an.

Führungen beginnen wieder am 1. Mai

Ein Datum zur Eröffnung nach der Restaurierung konnte Barchewitz noch nicht nennen. Aber die Führungen sollen zum 1. Mai beginnen. Vom 5. Mai bis zum 6. November ist jeden Samstag geöffnet, zwischen 1. Juli und 30. September zusätzlich mittwochs und sonntags sowie an allen bayrischen Feiertagen.

Das ehrenamtliche Engagement lobte Bürgermeister Rudi Jantke und berichtete auch aus den Erfahrungen der Gemeinde mit der Leader-Förderung, die sich allerorten als sehr kompliziert erweise. Der Gemeinde sei es gelungen, den Straßenabschnitt Hackenstraße und den Kreuzungsbereich zu kaufen. Diese Straßen gehörten Landwirten und der JVA Bernau. tb