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»Der Thumberg ist das Paradies«

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Diakon Sylvester Resch erteilte dem neuen Gebäude des Waldkindergartens in Teisendorf am Thumberg den kirchlichen Segen. (Foto: Mergenthal)

Teisendorf – Kinder balancieren auf einer Ast-Brücke über einen Bach. Zwei kleine Mädchen reiten wie Hexen auf einer Baum-Wippe. Vater und Sohn bauen gemeinsam ein Lager. Wie vielfältig die Spielmöglichkeiten in einem Waldkindergarten sind, konnte man bei der Einweihung der neuen Einrichtung der Gemeinde Teisendorf in Thumberg live erleben. Zahlreich feierten unter anderem Angehörige, Nachbarn, Sponsoren, Firmenvertreter und Gemeinderäte mit den ersten 17 Kindern und ihren Betreuerinnen.


Im Juli startete der Waldkindergarten mit sieben Kindern, im September kamen zehn weitere dazu. Mit Liedern umrahmten sie die Segnungsfeier vor der Hütte. Barbara Hartel umriss die Idee: Indem sie jeden Tag draußen in der Natur seien, spürten die Kinder hautnah, dass sie »wie jedes Vogerl und jede Pflanze« in das große Netz des Lebens eingebunden sind. Jeder dürfe sich hier die Zeit nehmen, die er zum Wachsen braucht, der kleine Baum genauso wie die Kinder: »Der Wald gibt unserer Seele Kraft.«

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Mitinitiatorin Susanne Rogl würdigte alle Beteiligten, allen voran Bürgermeister Thomas Gasser, der gleich mit ihnen ins Landratsamt gefahren sei, um die Rahmenbedingungen zu klären. »Der Thumberg ist das Paradies«, sagte Erzieherin Johanna Samm, die mit den beiden anderen Erzieherinnen Rogl und Hartel sowie Praktikantin Julia Lukasik die Kleinen betreut. Fördervereins-Vorsitzende Maria Aicher zeigte sich dankbar, dass die Gemeinde die Trägerschaft übernahm – dort sei der bürokratische Aufwand am besten aufgehoben – und dass der Verein den Innenausbau dank hoher Eigenleistung und Spenden selbst bewerkstelligen konnte.

»Wir haben fast noch kein Projekt in so einer Geschwindigkeit umgesetzt«, stellte Bürgermeister Thomas Gasser stolz fest und widersprach damit der Aussage der Initiatorinnen, der Weg sei zum Teil langwierig und mühsam gewesen. Die Investitionskosten betrugen 51 514 Euro. Er zeichnete kurz die Stationen von der ersten Anfrage im Herbst 2014 bis zum Betriebsbeginn am 11. Juli nach.

Diakon Sylvester Resch, der selbst am Thumberg wohnt, leitete einen kleinen Wortgottesdienst. Dabei bezog er Kinder und Erwachsene ein, etwa durch das von Gesten begleitete »Kreuzzeichenlied« und ein Halleluja-Lied vor der Jesus-Geschichte von der Kindersegnung. Nachdem jedes Kind ein Weihrauchkorn mit in die Schale gelegt hatte, segnete Resch den Waldkindergarten. Die Fürbitten galten allen, die beim Bau geholfen haben, den Familien im Dorf und den Kindern, die hier spielen, lachen und lernen dürfen. Beim Vaterunser lud der Diakon die Waldkindergarten-Eltern ein, ihren Kindern die Hände aufzulegen wie es Jesus getan hatte.

Danach konnten alle die Unterstands-Hütte mit Garderobe besichtigen, wo es im Hauptraum eine Kuschelecke, einen Tisch und ein Regal mit Spielen und Büchern gibt. Bei einem Rundgang im Wald bekamen die Besucher am »Froschplatz« einen Eindruck vom Alltag im Waldkindergarten, zu dem Töpfern mit dem reichlich gefunden Ton ebenso gehört wie Fingerspiele, Lagerbauen, Rutschen auf der »Matschrutsche« oder Picknicks in der Sonne, die im Oktober reichlich schien.

Um einen Baumstumpf mit einem Zwerg und einer geheimnisvollen Mini-Schatzkiste versammelt, lauschte eine Gruppe gebannt Märchenerzählerin Moni. Unterdessen baute Philipp Sixtus mit Begeisterung mit seinem Vater Philipp Markus Strohmaier an einer Hütte aus Ästen und Zweigen. Die Wände wurden mit Natur-Mörtel aus dem Wald verputzt. »Das ist nicht unsere erste gemeinsame Baustelle«, merkte Strohmaier an. Seinem Sohn tauge es hier sehr gut, erzählt er. »Dreckg'wand« werde freilich viel produziert. »Da ist er immer bei den Top fünf.«

Am Waldrand bewirteten die Eltern und Großeltern der Kinder die Gäste und in der warmen Nachmittagssonne klang die Feier gesellig aus. vm