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»Der Streit« hervorragend inszeniert

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Wer hat die Untreue in die Welt gebracht? Die vier Probanden Muriel Mende (von links), Tobias Bär, David Stöttner und Veronika Schranzhofer konnten das Rätsel lösen.

Grassau. Mit einer wahrlich hochkarätigen Aufführung begeisterte der Grassauer Jugendchor unter der Leitung von Alessandra de Crescenzo und der Regisseurin Loretta Wollenberg das Publikum im Grassauer Heftersaal. Gezeigt wurde »Der Streit«, ein Theaterstück nach der Vorlage von Pierre Carlet de Chamblain de Marivaux.


Ein eigenartiges, unethisches Experiment erwartete die Zuschauer bei dem eineinhalbstündigen Theaterstück. In einer »Fernsehproduktion«, ganz nach dem Vorbild von »Big Brother« sollte geklärt werden, wer die Untreue in die Welt gebracht hat, die Frauen oder die Männer. Die Aufführung begann mit dem Auftritt des Chors, verkleidet als Discobesucher, die mit Fürst, einem weiteren Discobesucher (gespielt von Loretta Wollenberg), über diese Streitfrage diskutieren. Fürst informiert, dass sein Vater, Fernsehproduzent, sich diese Frage vor 16 Jahren gestellt und ein Experiment vorbereitet und begonnen hatte. Der Ausgang konnte »live« angesehen werden. Hierzu war es notwendig, vier Kleinkinder von ihren Eltern zu trennen und völlig alleine aufzuziehen. Der einzige Kontakt zur Außenwelt stellte die Dienerin dar. Nach 16 Jahren sollen sich die vier, mittlerweile Jugendlichen, zum ersten Mal treffen. Die Mädchen Egle, gespielt von Muriel Mende, und Adine (Veronika Schranzhofer) treffen zum ersten Mal in ihrem Leben auf die beiden jungen Männer Azor (David Stöttner) und Mesrin (Tobias Bär). Selbstverliebt erwarten die Mädchen auch von den beiden Verehrern unabdingbare Liebe. Doch als Egle Mesrin sieht, ist sie von ihm angetan, verletzt damit Azor und Adine reagiert eifersüchtig und macht sich an Azor heran. Live und in Farbe können die Discobesucher nun die vier Jugendlichen beobachten, wie sie agieren und welche Gefühle dabei entstehen, von Selbstverliebheit zur Eifersucht, von Rache bis zur Traurigkeit.

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Heimlich schleust Fürst die Discomädchen ins Fernsehstudio ein und diese bereiten dem Experiment ein Ende, klären die vier unfreiwilligen Schauspieler über das menschliche Experiment auf. Die Frage, wer nun die Untreue in die Welt gesetzt hat, kann mit dem Experiment beantwortet werden, denn es waren beide Geschlechter. Bleibt aber die Frage, wie verwerflich und unmoralisch ein solches Experiment mit menschlichen Probanden ist, die für hohe Einschaltquoten isoliert »gehalten« werden.

Die Geschichte des Theaterstücks ist die eine Seite, die andere – und die ist ebenso hoch zu werten – ist die musikalische Seite. Als Solisten wirkten Muriel Mende, Veronika Schranzhofer, Kathrin Hildebrand, David Stöttner und Tobias Bär. Sie alle überzeugten mit Präzession, Notensicherheit, unterschiedlichen Klangfarben und Stimmlagen. Begeistert lauschte das Publikum. Unterstützt wurde der Chor von Theresa Maier am Klavier.

Neben den fünf Solisten stellte der Jugendchor weitere zehn Sängerinnen (Katie Westermaier, Josephine Stölzel, Tamara Hergeth, Luisa Bär, Ronny Rocka, Laura Günther, Yasmin Schuster. Jacqueline Hammerschmidt und Lisa-Sophie Neuner. tb