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Der Standort für das neue Heizwerk in Tettenhausen steht fest

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Am Standort 2 soll das neue Heizwerk für Tettenhausen gebaut werden. Der Waginger Gemeinderat muss die Maßnahme noch endgültig absegnen. (Foto: Marktgemeinde Waging)

Waging am See – Im Mittelpunkt der Bürgerversammlung in Tettenhausen standen das Biomasse-Heizwerk und dessen Zukunft. Wagings Zweiter Bürgermeister Christian Reiter erläuterte die Neubaupläne, für die 1,3 Millionen Euro eingeplant sind. Auch der Standort sei nun gefunden, an der Wolkersdorfer Straße, angrenzend an das Gewerbegebiet, hinter dem Fahrsilo.


Reiter schilderte zunächst die Kapazitätsengpässe im alten Heizwerk, an das über die Jahre immer neue Wohngebiete angeschlossen worden waren. So mussten etwa im vergangenen Jahr 85 000 Liter Öl verheizt werden, weil die Hackschnitzelheizung die große Wärmemenge nicht mehr erzeugen könnte. Hätte die Wärme über Hackschnitzel erzeugt werden können, so Reiter, hätte sich die Gemeinde etwa 28 000 Euro gespart. Zudem musste in Spitzenzeiten sogar noch ein weiterer Container dazwischen geschaltet werden, um die Leistung überhaupt erbringen zu können. Inzwischen sind 72 Häuser ans Heizwerk angeschlossen. 1,52 Millionen Kilowattstunden Wärme werden pro Jahr geliefert.

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»Nicht mehr so gelaufen, wie es laufen sollte«

Der Wärmepreis, so Reiter, sei in den letzten Jahren moderat angehoben worden, von 6,8 auf 7,6 und dann von 7,6 auf 8,4 Cent. Der Grund dafür seien die hohen Wartungskosten gewesen. Das Heizwerk sei einfach »nicht mehr so gelaufen, wie es laufen sollte«, erklärte Reiter weiter. Von daher sei der Bau einer neuen Heizzentrale schon seit langem im Gespräch und hätte schneller umgesetzt werden müssen. Ein Neubau an der Wolkersdorfer Straße sei das Vernünftigste. Ein Umbau beziehungsweise eine Ertüchtigung sei aus Standortgründen wegen der Nähe zur Wohnbebauung sowie aus Technik- und Platzproblemen nicht möglich gewesen.

Die Kosten für das Heizwerk liegen bei 1,3 Millionen Euro. Die Technikplanung für den Neubau liege auch bereits vor. Ziel sei es nun, dass der Gemeinderat in einer seiner nächsten Sitzungen die Maßnahme absegnet, die dann im Sommer 2016 fertig sein könnte.

Neue Anlage ist groß genug dimensioniert

Ob das alte Heizwerk »eine ganz große oder bloß eine Fehlplanung« gewesen sei, wollte Hans-Peer Knezovic wissen. Reiter gab ihm insofern recht, als er meinte, das Heizwerk sei seinerzeit »nicht ganz glücklich geplant« worden. Außerdem sei die Anlage deutlich kleiner gedacht gewesen, als es sich dann im Lauf der Zeit entwickelt habe. Die neue Anlage sei jetzt aber ausreichend groß dimensioniert, sagte Reiter und nannte die Vergleichszahlen: Das jetzige Heizwerk war ursprünglich auf 450 Kilowatt Leistung ausgelegt, beim neuen seien 1000 Kilowatt geplant und es könne eines Tages problemlos noch auf 1500 Kilowatt erweitert werden. So sollte das Heizwerk letztlich für die ganze Ortschaft reichen, meinte Reiter.

Dann gab es eine längere Debatte über die Höhe des Wärmepreises, angestoßen von Fritz Schittenhelm. Dieser wandte sich vor allem gegen eine offenbar von der Gemeinde veröffentlichte Formulierung, der zufolge die Waginger die Tettenhausener subventionierten, da die Anlage immer ein zumindest rechnerisches Defizit gefahren habe. Eine solche Äußerung sei völlig fehl am Platz, grummelte Schittenhelm, und bekam dafür Applaus von den Bürgern. Reiter wollte die Frage nach einer solchen »Subventionierung« nicht im Raum stehen lassen: Das sei sicherlich nicht so gemeint gewesen. Letztendlich sei man eine Gemeinde, und das Geld für welche Maßnahme auch immer komme von allen Bürgern, zum Beispiel auch die Turnhalle, die in diesem Zusammenhang ebenfalls angesprochen wurde.

Alois Vordermayer hatte eine Anmerkung zum Wärmepreis. Hätte die Gemeinde beim Anschluss des gemeindlichen Seebad-Restaurants – dessen neue Wärmeversorgung, wenn sie separat geschehen wäre, weit über 100 000 Euro gekostet hätte – das gesparte Geld als Abschreibung genommen, hätte man über eine Erhöhung der Wärmepreise gar nicht zu reden brauchen. Damals hatte es geheißen, der Preis würde gleich bleiben, jetzt gehe man aber mit dem Preis schon wieder hinauf, so der Tettenhausener verärgert. Zumindest hätte die Gemeinde besser über die Preissituation informieren sollen.

Kein Hackschnitzellager in Tettenhausen geplant

Josef Frisch schlug vor, in Tettenhausen ein Hackschnitzellager zu installieren, das gehöre schließlich zu einem Heizwerk dazu: »Sonst ist es Murks!« Gemeindewerkeleiter Heinrich Thaler sagte, dass derzeit kein Lager in Tettenhausen geplant ist, ein solches aber bei Bedarf schnell gebaut sei. Frisch meinte weiter, ob denn ein Standort jenseits der Straße ausgeschlossen sei, wodurch man sich rund 200 Meter an Leitungen sparen könnte. Dazu sagte Reiter, dass hier möglicherweise eines Tages ein Baugebiet entstehen könnte; von daher wolle man hier kein Heizwerk bauen. he