weather-image
24°
Aufruf von Obermeister Andreas Weinzierl: Innungsbetriebe sollen über den eigenen Bedarf hinaus ausbilden

Der Schreinerberuf kommt gut an

Der Schreinerberuf kommt bei jungen Leuten gut an. Diese und weitere erfreuliche Dinge berichteten Obermeister Andreas Weinzierl und Lehrlingswart Andreas Haitzer bei der Jahreshauptversammlung der Schreiner-Innung Traunstein. Traditionell findet diese jährlich in einer anderen Innungswerkstatt statt, in diesem Jahr in der Schreinerei Hell in Engelsberg.

Auszeichnung für Jahrzehnte lange Treue zum heimischen Schreinerhandwerk und zur Innung: Gerhard Bösch (rechts) erhielt aus der Hand von Obermeister Andreas Weinzierl einen Goldenen Meisterbrief überreicht.

Weinzierl startete mit einer Rückschau der Aktivitäten im Berichtszeitraum: So war man mit einer kleinen Delegation bei den WorldSkills, den Weltmeisterschaften der Berufe, in Abu Dhabi. Erst kürzlich besichtigte die Innung zudem den Maschinenhersteller Format-4 in Hall in Tirol.

Anzeige

Der Obermeister rief die Betriebe auf, über den eigenen Bedarf hinaus auszubilden. »Die Branche ist regional bestens aufgestellt und expandiert entsprechend. Aber wir werden Facharbeiter benötigen, die in unserem Beruf ihre Zukunft sehen und dabei auch gewillt sind, in den Werkstätten zu bleiben.« Der Anteil derjenigen, die nach der Lehre ihren Beruf aufgeben, sei zu hoch. »Wahrscheinlich auch deshalb, da wir Schreiner nicht zuletzt auch in fast allen anderen Gewerken gesucht sind«, so Weinzierl. Dass das Berufsbild eines Schreiners bei jungen Leuten gut ankomme, zeigte sich auch in den aktuellen Zahlen, die Lehrlingswart Andreas Haitzer präsentierte: Sie sind erfreulich stabil, der Anteil an weiblichen Auszubildenden nimmt sogar zu. Weiter rief Obermeister Weinzierl dazu auf, sich zu vernetzen und innerbetriebliche Abläufe zu digitalisieren. Der »Digitalbonus Bayern« biete entsprechende Zuschüsse. Zentrales Thema des Abends war jedoch der Umstieg in die digitale Innungsorganisation. In der Umstiegsphase hofft der Obermeister aber auf ein wenig Nachsehen der Mitglieder. »Schließlich hat meine erste CAD-Zeichnung auch anders ausgesehen als heute«, fügte er schmunzelnd hinzu.

Dagmar Sinzinger von der Kreishandwerkerschaft trug die ordentlichen Zahlen der Jahresrechnung des abgelaufenen Jahres vor, die ein akzeptables Ergebnis zeigten. Ebenso wurden im Haushaltsplan des laufenden Jahres die gestiegenen PR-Kosten eingepflegt, die sich zum Vorjahr annähernd verdoppelt haben. »Wir wollen die sichtbare Abgrenzung zu Nichtmitgliedern verstärken.« Trittbrettfahrer, die nicht in der Innung organisiert seien, wolle er nicht tolerieren. »Eine Mitgliedschaft in der Innung ist notwendiger denn je und genau genommen auch eine Ehrensache«, fügte der Obermeister hinzu.

Gerhard Bösch aus Kirchweidach wurde im Rahmen der Hauptversammlung mit dem Goldenen Meisterbrief ausgezeichnet. Vor 25 Jahren wurde er als Sachverständiger der Handwerkskammer für München und Oberbayern bestellt. Diese Tätigkeit hat Bösch bis zum Jahresende ausgeführt. awi