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Der Rufbus wird auch künftig nicht Langmoos anfahren

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So soll der Anbau für die Hortbetreuung in Kammer aussehen. Spatenstich wird bereits im kommenden Monat sein. Die Bauzeit des 571 000 Euro teueren Projekts soll fünf Monate betragen.

Traunstein – Die Bürger in Langmoos werden auch künftig keine Möglichkeit haben, mit dem Rufbus nach Traunstein zu kommen. In der letzten der vier Traunsteiner Bürgerversammlungen im Gasthaus Jobst in Rettenbach berichtete Hans Brandstätter, seinen diesbezüglichen Antrag habe die Stadt negativ beantwortet. Kürzlich habe er einen neuen Stadtplan bekommen, »da ist Langmoos gar nicht mehr drauf«, kritisierte er. Wenn die Langmooser mit einem öffentlichen Verkehrsmittel nach Traunstein fahren wollen, dann müssen sie nach Weibhausen gehen, von wo aus sie mit dem Zug fahren können. »Es reißt doch kein großes Loch in die Kasse, wenn Langmoos ans Rufbusnetz angeschlossen wird«, sagte er.


Oberbürgermeister Christian Kegel verwies darauf, dass der Rufbus 57 Haltestellen im gesamten Stadtgebiet anfahre. Würde man auch Langmoos anschließen, »würde das den Takt auseinander bringen«. Es ginge nur, wenn man einen zweiten Bus einsetzen würde. Das aber würde doppelte Kosten bedeuten. Der derzeitige Rufbusverkehr koste 100 000 Euro im Jahr; 70 000 davon seien staatliche Förderung, 30 000 Euro müsse die Stadt selber aufbringen. Der Leiter des Amts für öffentliche Ordnung, Manfred Bulka, ergänzte, »die Kapazitätsgrenzen sind absolut erreicht. Wir bräuchten einen zweiten Bus«.

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Über schlechte Leitungen für Telefon und Internet klagte Thomas Stingl. Internetanschluss gebe es bei ihm an der Balthasar-Permoser-Straße keinen; telefonieren könne er nur mit dem Mobiltelefon – und das auch nur vom Obergeschoß aus und »wenn's Wetter mitspielt«, weil sonst Überreichweiten das Telefonieren unmöglich machen würden.

Der Leiter des Rechtsamts bei der Stadt, Stephan Hohenschutz, sagte dazu, Kammer-Rettenbach sei 2010 der erste Stadtteil gewesen, in dem man eine Breitbandversorgung ausgeschrieben habe. Seit 2011 gebe es hier Chiemgau-DSL und eine gute Übertragungsqualität. Stingl erwiderte, es mangele nicht bei Chiemgau-DSL, sondern an den Endleitungen zu den Häusern, für welche die Telekom zuständig sei. Und die Telekom baue die Leitungen nicht für Kunden von Chiemgau-DSL aus.

Herbert Ertl, der jahrelang bei Telekom und anderen Telekommunikationsunternehmen gearbeitet hat, sagte, es seien zu wenige Leitungen da. Und die, die da seien, seien uralt und technisch schlecht. Oberbürgermeister Christian Kegel sagte zu, dass die Stadt darüber mit der Telekom sprechen werde.

Konrad Baur wies auf die hohen Personalkosten bei der Stadtverwaltung hin. Die seien »höher als in allen anderen Großen Kreisstädten in Bayern«, monierte er. Kegel verwies darauf, dass man überdurchschnittliche Kosten bei der Stadtgärtnerei und beim Bauhof habe. Gerade die Gärtnerei werde für ihren Einsatz um die Stadtverschönerung immer wieder von Bürgern gelobt. Der Bauhof unterstütze auch Vereine und Organisationen mit seiner Arbeit. Dessen ungeachtet wolle man versuchen, in den nächsten Jahren die Personalkosten dem Niveau anderer Städte anzugleichen.

Baur kritisierte auch die hohen Kosten von 100 000 Euro für die Planungen von Professor Joachim Vossen für das Bahnhofsviertel. »Was ist daraus geworden?«, wollte Baur wissen. Kegel sagte dazu, die Stadt habe im vergangenen Jahr die Notbremse gezogen. »Die Pläne waren in der Realität nicht umzusetzen.« Die tatsächlichen Kosten für die Stadt seien bei 35 000 Euro gelegen; der Rest seien Fördergelder gewesen.

Wo kommt das Kriegerdenkmal hin?

Der Vorsitzende der Krieger- und Soldatenkameradschaft Kammer, Robert Maier, wollte Auskunft darüber, wie es mit dem Kriegerdenkmal in Traunstein weitergeht und wo es hinkommt. Wegen der Sanierungsarbeiten an der Kriegergedächtniskirche St. Georg und Katharina muss man dafür einen neuen Platz finden.

Bernhard Glaßl vom Baurechtsamt der Stadt erklärte, »alles kommt weg«. Das habe der Stadtrat befürwortet. Für den neuen Standort gebe es noch keine konkreten Vorschläge. Ein neuer Standort könnte der Bereich zwischen Kirche und den Arkaden sein. Angedacht habe man auch einen Platz zwischen den beiden Denkmalen. Es liege außerdem ein Vorschlag von einem Traunsteiner Künstler vor, den man ebenfalls erörtern wolle. Man werde sich zu gegebener Zeit mit allen Beteiligten zu einem Gespräch treffen.

Max Hiebl wollte wissen, ob der Zebrastreifen auf der Kreisstraße bei der Kirche in Kammer entfernt wird. Dort ist ja vor kurzem eine Fußgängerampel installiert worden. Dazu sagte der Oberbürgermeister, die Farbe werde abgefräst. Johann Wimmer wollte wissen, ob es in absehbarer Zeit Baugrund für Einheimische in der ehemaligen Gemeinde Kammer geben werde. Man sei auf der Suche, hieß es dazu. Christian Kegel informierte auch darüber, dass man dabei sei, die Vergabekriterien neu zu formulieren, damit sie nach EU-Recht nicht beanstandet werden können.

Spatenstich für Kinderhort im April

In seinem Bericht vor der Diskussionsrunde hatte das Stadtoberhaupt auch den geplanten Kinderhort in Kammer angesprochen. Die städtische Kindertagesstätte Balthasar Permoser bekommt im Westen einen Anbau für die Hortbetreuung, also für die Betreuung der Grundschulkinder am Nachmittag. Spatenstich soll im April sein.

Von diesem Termin zeigte sich der Vorsitzende des Wasserbeschaffungsverbands Kammer-Rettenbach, Josef Wolkersdorfer, überrascht. Der Verband sei zwar wegen eventuell auf dem Baugrund vorhandener Wasserleitungen gefragt worden. Man habe der Stadt auch mitgeteilt, dass auf dem betreffenden Areal eine Wasserleitung verlaufe. Vom Baubeginn habe man aber noch nichts erfahren. »Ich gehe davon aus, dass sich das Bauamt noch melden wird«, entgegnete Kegel bezüglich der Verlegung der Leitung.

Zur Kindertagesstätte ergänzte er, dass es 50 Betreuungsplätze für Kindergartenkinder sowie 25 für Schulkinder gebe. Die Kinder seien derzeit in Wohnraumzellen untergebracht, die nach Fertigstellung des Anbaus nicht mehr gebraucht würden. Die Kosten für die Baumaßnahme wurden auf 571 000 Euro geschätzt; 324 000 Euro werde man voraussichtlich an Fördergeldern bekommen. Die Bauzeit werde voraussichtlich fünf Monate betragen. -K.O.-