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Der Puppen-Mama aus Stein geht der Platz aus

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Eine echte Schönheit aus Anna Dirnbergers Sammlung ist diese Puppe. (Foto: H. Eder)

Traunreut. »Puppen-Mama« Anna Dirnberger aus Stein an der Traun hat einige Schätze zu Hause, die viele Mädchenherzen höherschlagen lassen würden. Die Sammlerin, die ursprünglich in Neumarkt St. Veit zu Hause ist, hat im Laufe der Jahre eine kleine, aber feine Sammlung an Puppen und Puppenwagen sowie Teddybären zusammengetragen – alle mindestens 60 Jahre alt. Allerdings geht ihr durch den permanent fließenden »Nachschub«, den sie einem inzwischen ganz ordentlich angewachsenen Bekanntheitsgrad zu verdanken hat, der Platz aus, weshalb sie sich entschlossen hat, sich von einer ganzen Reihe von Puppen und auch Teddybären zu trennen.


Rund 20 Puppen will die Besitzerin abgeben

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Etwa 20 Puppen und noch etwas mehr Teddybären will sie abgeben, obwohl sie eigentlich sehr an ihnen hängt: Irgendwann geht der Platz zur Neige. Schon ihre absolut unverkäuflichen Lieblingspuppen und gut 30 wunderbare, seltene Puppenwagen, die ebenfalls nicht hergegeben werden, sind auf verschiedene Plätze verteilt, weil die Fläche im Haus nicht für eine einheitliche Ausstellungsfläche reicht. Die Artikel über sie in verschiedenen Zeitungen hatten große Resonanz gefunden. Von überall her wurde Anna Dirnberger angerufen, und es wurden ihr wahre Schätze angeboten: teils umsonst, teilweise gegen hohe Beträge. Wenn sie sich jetzt von einem Teil von ihnen trennen muss, dann fällt ihr das zwar schwer, aber so kann’s halt auch nicht dauernd weitergehen. »Das erschlägt mich«, so ihr Stoßseufzer, »da blickt man dann irgendwann nicht mehr durch.«

Jedes einzelne Stück hat seine Geschichte, die meisten ihrer Sammelobjekte hat Anna Dirnberger sehr günstig bekommen, aber es war wohl immer langes Suchen, intensives Reden und eben ihre förmlich mit Händen zu spürende Freude an den Dingen notwendig, um diese dann auch mit nach Hause nehmen zu können. Einige der Kinderwagen dürfen auch im Wohnzimmer stehen bleiben, denn: »Ich hab´ da großen Spaß dran. Oft, wenn ich in der Früh aufstehe, setz´ ich mich mit einem Kaffee aufs Kanapee und schau die Wagerl an und freu mich wahnsinnig drüber.«

Winzige Wägelchen und kleine Dacherl

Und die sind auch wirklich zu putzig. Vor allem die kleinen. Die winzigen Wägelchen mit ihren schön geschmückten oder bemalten Körben, mit der feinen Polsterung, den kleinen Dacherln drüber: Die sind schon schön anzusehen. Dabei sind gerade die kleinen Dächer ein Problem. Die »Gerippe« für die herunterklappbaren Dächer, teils aus Holz, teils aus Metall, sind wohl vorhanden, aber Anna Dirnberger hat bisher niemanden gefunden, der sich daran getraut hätte, die »Dachkonstruktionen« wieder mit Stoff auszukleiden. Wenn sich dafür ein geschickter Handwerker melden würde, das würde sie sehr freuen.

Bei den Puppenwagen sind wirkliche Kostbarkeiten dabei. Etwa ein hölzerner, grün bemalter Kinderwagen, der wohl von 1890 stammen dürfte. Und mit Begeisterung erzählt Anna Dirnberger, dass sie einen solchen in der Fernsehserie »Die Grandauers« hat durchs Bild fahren sehen. Und dann gibt es noch eine ganze Reihe anderer, etwas kleinerer Wägen, die zumeist aus der Mitte des 20. Jahrhunderts stammen. Das älteste Stück, ein Korbwagen, stammt ihren Angaben zufolge aus dem Jahr 1850.

Teil der Sammlung ist auch ihre eigene Puppe, die sie als etwa Vierjährige um 1957 bekommen haben dürfte. Ansonsten gibt es Puppen aller bekannten Marken, wie etwa Käthe-Kruse- , Schildkröt oder Sebach, aus Kunststoff, aus Stoff, aus Leder, mit rollenden Augen, mit beweglichen Gelenken, mit lachendem und weinendem Gesichtsausdruck, mit hübschen fein geformten Gesichtern oder mit den stilisierten, charakteristischen Gesichtszügen der Stoffpuppen zum Kuscheln.

Wie sie zu all diesen Schätzen gekommen ist, da kann sie viele Geschichten erzählen. »Da erlebt man vielleicht Sachen«, fasst Anna Dirnberger zusammen und erinnert sich an ganze Nachlässe, die ihr angeboten wurden, an Leute, die ganz offensichtlich einfach etwas Geld brauchten, und manch anderes mehr. he