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Der Post-Streik geht weiter

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Briefe und Postkarten stapeln sich derzeit im Sortierzentrum in Kolbermoor, auch wenn die Deutsche Post versucht, mit einer »Notbesetzung« den Betrieb aufrechtzuerhalten.

Noch relativ in Grenzen gehalten haben sich bisher die Auswirkungen des Post-Streiks in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land. Fast alle Bürger haben gestern ganz normal ihre Post erhalten. Doch dies wird sich ändern, wenn weiterhin im Sortierzentrum für Briefe und Postkarten in Kolbermoor unbefristet gestreikt wird. Rund 200 von 220 Beschäftigten legten auch gestern ihre Arbeit nieder. Normalerweise werden dort täglich über eine Million Sendungen bearbeitet.


Mit einer Notbesetzung – darunter Helfer aus dem Ausland und Angestellte der Verwaltung – versucht die Post den Betrieb möglichst aufrechtzuerhalten. »Aber da stapeln sich trotzdem die Briefe«, so Verdi-Gewerkschafter Matthias Knüttel, der für die Region Rosenheim zuständig ist.

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Sollte es zu keiner Einigung im Tarifstreit mit der Post kommen, will Verdi die Maßnahmen täglich steigern. Gestern befanden sich bereits viele Briefträger und Paketzusteller in Stadt und Landkreis Rosenheim im Ausstand. In den nächsten Tagen sollen nach und nach die Post-Mitarbeiter in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land hinzukommen. Auch eine Großkundgebung ist für nächste Woche bereits geplant, um den Forderungen noch einmal Nachdruck zu verleihen.

Hintergrund des Tarifkonflikts ist die Ausgründung von 49 regionalen Paketgesellschaften. Verdi sieht darin einen Bruch bestehender Vereinbarungen mit dem Management. In diesen Unternehmen arbeiten bereits mehr als 6000 Paketboten, die nicht nach dem Haustarif der Post bezahlt werden, sondern nach den niedrigeren Tarifen der Logistikbranche. Verdi will erreichen, dass sie tariflich unter das Dach der Post zurückkehren. apo/dpa