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Der Politikernachwuchs will hoch hinaus

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Komplett in Holz gehalten hat Siegfried Walch die neue Stube in seiner Inzeller Wohnung. Dort empfängt er seine Gäste oder macht es sich mit Freundin Julia am Kachelofen gemütlich. (Foto: Poschinger)

Inzell. Hinauf auf den Berg – dorthin zieht es Siegfried Walch oft in seiner Freizeit. Am Liebsten steigt der Inzeller auf den Falkenstein, den Hausberg der Gemeinde mit einer Höhe von 1180 Metern. »Ein zwar kleiner, aber dafür sehr schöner Berg«, findet der 29-Jährige, der oftmals auch seinen Feierabend dort oben verbringt. Derzeit hat Walch aber keine Zeit für das Bergsteigen, er steckt mitten im Wahlkampf: Am 16. März tritt der Inzeller an, um für die CSU Traunsteins neuer Landrat zu werden.


Walch ist der jüngste der sechs Bewerber um den Landratsposten. Trotzdem ist er in der Kommunalpolitik im Landkreis kein Neuling. Seit sechs Jahren sitzt er im Inzeller Gemeinderat, wurde 2008 auf Anhieb Fraktionsvorsitzender der CSU und 2010 zum Dritten Bürgermeister gewählt. Auch im Kreistag ist der Großhandelskaufmann seit der letzten Kommunalwahl vertreten.

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Mit 17 gründete er den JU-Ortsverband

Sein Interesse für Politik und auch für die neuere Geschichte begann aber bereits in der Schulzeit. Mit 15 Jahren ging Walch zur Jungen Union und gründete knapp zwei Jahre später einen Ortsverband. Vier Jahre führte er die Inzeller JU an, heute ist er mittlerweile zu einem der vier Stellvertretenden JU-Landesvorsitzenden aufgestiegen. Außerdem sitzt Walch als gewähltes Mitglied im Parteivorstand der CSU in Bayern.

Nach der Entscheidung als Landrat zu kandidieren, verkaufte der 29-Jährige zuletzt die Anteile an seinen Autohäusern in Bad Reichenhall und Freilassing und arbeitet derzeit als selbstständiger Mittelstandsberater. Für die Landratsentscheidung hat er sich gerade deshalb lange Zeit gelassen. »Ich wollte alles genau überdenken«, erklärt er und sagte erst am letzten Tag zu. Danach folgte eine öffentliche Vorstellungsrunde der möglichen CSU-Kandidaten bei mehreren Veranstaltungen im ganzen Landkreis und auch die Wahl wurde nicht geheim in einem Hinterzimmer abgehalten. »Für diese Vorgehensweise haben wir viel Lob und Beachtung in ganz Bayern bekommen«, erklärt Walch, der von seinen Freunden und Bekannten kurz »Sigi« gerufen wird.

Mit großen Hoffnungen engagiert sich der 29-Jährige momentan im Wahlkampf und rechnet durchaus mit dem Sieg. Argumente von Kritikern, dass er zu jung sei, empfindet er als oberflächlich. »Ich bin bereits lange politisch aktiv und habe privat sowie beruflich viele Erfahrungen gemacht. Außerdem heißt es immer, die Jüngeren sollen anpacken. Das mache ich jetzt!« Sollte Walch zum neuen Landkreischef gewählt werden, dann wäre er nach Michael Adam aus Regen wohl der zweitjüngste Landrat der Bundesrepublik.

Junge Talente zu unterstützen ist Walch auch im Sportbereich wichtig. Vor drei Jahren gründete er mit anderen »Vision Ice e.V.« – einen Verein, der den Eisschnelllauf in der Region unterstützt. Walch stand der Initiative seit der Gründung als Präsident vor. Aber auch in weiteren Ortsvereinen ist der 29-Jährige Mitglied. Besonders zur Inzeller Feuerwehr besteht bereits seit seiner Zeit in der Jugendgruppe eine enge Verbundenheit. Derzeit ist Walch auch im Gemeinderat für die Belange der Feuerwehr zuständig.

Wenn Walch, der mit Freundin Julia liiert ist, am Abend mal einen ruhigen Moment findet, dann packt er gerne seine Ziach aus. Das Instrument braucht er auch für seine Auftritte mit der Bürgermeister-Musi in Inzell, die aus ihm, Martin Hobmaier und Hans Egger besteht.

Ein Vorbild im Leben von Siegfried Walch ist der CSU-Politiker Alois Glück aus Traunwalchen. Mit ihm steht er auch während des Wahlkampfes in engem Austausch. Der 74-Jährige beruhigt ihn dann, wenn die ungeduldige Seite des jungen Inzellers durchkommt und erinnert ihn daran, auf seine Stärken zu vertrauen: seine Fairness, die Offenheit und das Durchsetzungsvermögen.

Kreiskliniken sollen in kommunaler Hand bleiben

Sollte Siegfried Walch neuer Landrat von Traunstein werden, dann will er als Erstes gleich ein Trio an Problemen anpacken. Zum einen sollen die Kreiskliniken unbedingt in kommunaler Hand bleiben und die Konsolidierung weiter vorangetrieben werden. Aber auch die Themen Schule und Bildung sowie der Tourismus mit der Fusion der Verbände stehen auf seiner Agenda. Andrea Poschinger

Neben Siegfried Walch treten noch fünf weitere Kandidaten an, um neuer Landrat im Landkreis Traunstein zu werden. Diese sind: Andreas Danzer, Sepp Hohlweger, Helmut Kauer, Sepp Konhäuser und Heinrich Wallner. Wir stellen die Bewerber alphabetisch vor.

Siegfried Walch

Quelle: Traunsteiner Tagblatt