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Der perfekte Komposthaufen

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Der ideale Nachbar eines Komposthaufens ist der Hollerstrauch, die Pflanze liebt stark gedüngten Boden. (Foto: Putzhammer)
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Wenn die Blumen verblühen, das Laub von den Bäumen fällt und die Geranienkästen leer geräumt werden, ist die ideale Zeit um einen hauseigenen Komposthaufen anzulegen. Schließlich lassen sich die Gartenabfälle sinnvoll für die Düngung und Bodenverbesserung im nächsten Jahr verwerten. Dazu leistet man einen gehörigen Beitrag zur Müllreduzierung.


Dass sich ein Komposthaufen in Windeseile und ohne großen Aufwand anlegen lässt, weiß Markus Putzhammer, Kreisfachberater für Gartenbau am Landratsamt Berchtesgadener Land. »Idealerweise wählt man für einen Komposthaufen einen schattigen Platz im Garten«, rät Putzhammer. Der Haufen kann direkt auf den Mutterboden gesetzt werden, als Unterbau eignet sich sparriges Material wie Äste, dadurch ist eine Durchlüftung von unten gewährleistet. Eine Umrahmung kann am einfachsten aus versetzten Holzbrettern oder Stangen angefertigt werden, um auch seitlich die Luftzufuhr zu sichern.

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Als Beigabe für einen neuen Haufen empfiehlt es sich, grobes Material aus einem bereits zersetzten Komposthaufen zu nehmen, einerseits wird damit der neue Kompost belebt, andererseits die Zersetzung angeregt. Füllt sich der Komposthaufen nach und nach mit Laub, verwelkten Blumen, Rasenabfall, Heckenschnitt und organischen Küchenabfällen rät Putzhammer, immer wieder mal klein gehacktes oder gehäckseltes Material von Strauchschnitt oder verholzten mehrjährigen Blumen zwischen die Kompostschichten zu geben, damit eine Durchlüftung gegeben ist und die Umsetzung in Humus erfolgen kann.

Dafür kann das Hack- oder Schnittgut ganz einfach neben dem Kompost gelagert werden. Die strengen, kalten Winter der Region können dem Kompost nichts anhaben, durch die Umsetzung der Stoffe entsteht im Inneren des Haufens Wärme und der Kern kann nicht frieren. Nur bei viel Regen empfiehlt der Kreisfachberater, den Kompost leicht abzudecken.

Grundsätzlich rechnet Putzhammer mit einem guten Jahr, bis sich der Kompost größtenteils vollkommen in Humus verwandelt. Setzt man einen neuen Komposthaufen also im Herbst an, ist er im Herbst des darauffolgenden Jahres zersetzt. »Der Humus sollte aber nicht mehr im Herbst ausgebracht werden«, rät der Kreisfachberater. Vielmehr sollte er mit einer Plane abgedeckt werden, damit er nicht zu viel Feuchtigkeit abbekommt und dann im Frühjahr, zu Beginn der Gartenarbeiten, als Bodenlockerung und Dünger ins Blumen- und Gemüsebeet sowie großflächig unter Bäume und Sträucher verteilt werden.

Eigentlich können alle organischen Garten- und Küchenabfälle, auch verfaultes Obst mit Mehltau, kompostiert werden. Nur gekochte Speisereste sollten nicht auf dem Komposthaufen landen, Ungeziefer wäre somit vorprogrammiert. Auch rät Putzhammer davon ab, verfaulte Wurzeln oder Reste von Tomaten- und Kartoffelstauden auf dem Kompost zu entsorgen. Man könnte sich so Dauersporen, das heißt, Pflanzenkrankheiten, dauerhaft ins Erdreich holen. Die Tipps unserer Serie »Gartenleben« sind auch unter www.traunsteiner-tagblatt.de/gartenleben auf unserer Homepage im Internet abrufbar. Caroline Irlinger